Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Lauenburg. — Oesterreich: Au« Böhmen. — Frankreich: Pari«. — Niederlande Au« Holland. — Vermischt« ««» ««««ft« Nachricht«« t Magdeburg. vre«lan. Kilehne. Kempen. Sri». Fegergheim. Wien. Lemberg Pest. Jassy. Sebastopol. St. Peiertdurg. St. Francieco. — Ae»ill«t»« t Wilde Zeiten und mild« Herzen. — 3«ftmt«. Was vereinigt u»«7 Zn» «enjahessefie. „Und so »ird Ir in Jeschurun König, wenn stch vereinen di« Häupter de« Volke«, einmüthig di« Stämme Israels." S «os. 33, ö. Schon seit Jahrzehnten vernehmen wir immer lauter »nd wehmüthiger di« ft-agt, daß Israel „zu zwei Lagern" »erd«, geworden sei. Immer drohender wird dte Gefahr, daß dte Trennung eine definitive werden könne. Indem wir einem neue« Jahre «ntgegengehen, kann e« für die Gesammthett Israel« kaum eine wichtiger« Frage geben, als die in der Ueberschrift bezeichnet«. Was ist es, da« ganz Israel noch vereinigt, einig erhalten kann? „In zwei Lager" satte der Stammvater Jakob dt« Seif «tgen mit vorbedacht getheiit, damit, „wenn Esau über das eine Lager kommt und es schlägt, da« übrig gebliebene Lager gerettet werde." (l Mos. SS, S) So sprechen auch heute gar Manch«: wir müssen uns trennen, damit, wenn der der Religion, dem Judenthum entfremdete, feindselige Geist das eine Lager vernichtet, da« andere gerettet werde. — Aber Jakob hat ja beide Lager gerettet, und was mit den Stammvätern geschehen, sagen dte Weisen, soll den Nachkommen eine Vorbedeutung sein. Jakob hat nicht mit dem Schwerte gesiegt, sondern durch „dte Stimme Jakobs," — er hat nicht den Feind geschlagen, sondern er hat die Feindseligkeit entwaffnet, überwunden, den Bruder versähnl und so beide Lager erhalten. Der Vers, den wir als Motto vorangestellt haben, ist »ach dem Midrasch (Sifri) übersetzt, welcher ihn dahin auslegt: „wenn Israel eine« Sinnes ist auf Erden, so wird seines himmlischen Lönig« großer Name verherrlicht droben; ja wenn Israel einen Bund bildet, aber nicht wenn es sich in Parteiungen zersetzt." Al» hammelech, den Lönig, rufen wir vorzugsweise am Jahresbeginn unsern Gott an; es bedarf keine« Beweises, daß in Ihm unsre Bereinigung liegt, daß das Bekenntniß z» Ihm dis Band knüpft nnd erhält, «Älche» Israels Gesammthett umschlingt. Sind wir »och einig I in dieje» Bekenntniß? So leige das der Fall ist, können ' wir, können diejenigen, für welch« das gilt, als ei» Bund betrachtet werden. Da« Bekenntniß legt sich aber, wie Ix» kannt, in drei Gedanken auseinander und ist so gerade t«n Reujahrsgebeten überall zu Grunde gelegt, durchwebt st« tnsgesammt als leitender Faden: Gott ist unser Herr, unser Richter, unser Gesetzgeber. Alle, di« noch als lebendige Glieder dem einen Bund« Israels angehüren, wenden am Rosch-Haschana ihre Gedanken und ihre Gebete zu dem Herrn hin. Sind di« Gefühle, mit denen st« au« dem alten Jahr« in da« neue treten, noch so verschieden, sind die Einen voll Hoffnung, die Andern beklommen, dte Einen voll des Danke«, die Andern trostbedürfrig — so gleichförmig geh! doch für Leinen ein Jahr vorüber, so gleichgültig ist gegen das Lammend« Leiner, daß er nicht fühle und bekenne: r» steht Alle« in Gotte« Hand, „wer leb«, wer sterbe, wer zur Zeit, wer vor der Zeit, wer steig«, wer falle." So beugen sich noch Alle, di« in Israel diesen Glauben nicht verloren haben, vor dem einen Herrn, der zugleich unser Vater ist, Israels Lönig und sein Erlöser, der da schlägt und wieder heilt, erniedrigt und erhöht. Er ist unser Gott, keiner außer Ihm. — Wohl wollen nicht mehr Alle mit durchaus denselben Watten, ganz in gleicher Weis« vor Ihm beten. Nun an diesem ersten Neujahrstage, all am Sabbath, beten wir Alle nicht zu „unftrm Vater unt Lönig, daß er uns einzeichne in da» Buch de« Leben«, de« guten Auskommen», der Befreiung von Leiden" — da» (Bebet Abinu Malkenu bleibt weg, und es ist dennoch Rosa < haschana. Aber das Gebet Wechen i«n „gieb, daß All« dich ehrfürchten, die du geschaffen, daß Alle dich ertennen. daß sie Alle endlich einen Bund bilden, um deinen Willen zu thun, so wie wir wiffen, daß Dein die Herrschaft ist" — da« Gebet darf nicht fehlen. So lange dieser Glaub« in ihner: lebt, sind die Stämme Israels in dem Wichtigsten einmüthig Aller Orten sind di« Bethäuser Israels an diesem Tag; gefüllt und überfüllt. Sie kommen, auch di« sonst so selten erscheinen; sie haben noch nicht ganz nergesien des Richter«, „der da gedeuft aller Thate«, vor de« offenbar alle Triebst-dern der Handlungen des Menschen"; sie treten vor ih„ a. D