Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 34.
Article
Beilage zu Nᵒ 34.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal additional
OCR quality
88% known words query
IRI
…/5369809-5935028-5935805-5935806--2291-5371790
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mage zur Israelitischen Wochenschrift. -kr 34. Magdeburg, den 20. August 1874. 3. Jahrgang. gangenen Frühjahre in Privaiztrkeln zu Pari« geradezu Furore gemacht. Ihr, der edlen Gönnen» und Freundin der Musik, ist auch da» berühmte Lied Schubert« „Leise flehen Deine Lieder, leise durch dir Nacht zu Dir " Und diese vornehme Dame, diese gefeierte stomporiftin ist Jüdin in de« Worte« strengster und vollster Bedeutung/' Württemberg. Der Handelsmann Salomon Weil au« Oberndors, welcher nxgen Mord« zu lebenslänglichem Zuchthaus verurlheilt wart« und diese Straf« im hiesigen Pöniteutrarhau« verbüßte, hat dieser Tage gegenüber dem Hrn. stirchrnrath vr. Wassernann ein offene« und umfaffendet Gestänvniß seiner Thal abgelegt Da« Geständniß entrang sich dem Weil, al« ihm von Seilen de« Hrn. vr. Wassermann der unlängst erfolgte Tov seiner Mutter gemeldet wurde. (R.T.) EnlllShet» (Württemberg), 27. Juli. Lrtztverflosienen Freitag hat man hier einen Mann zn Grabe getragen, der e« nach Beruftwirksamteil, Bildung und Charakter wohl werth ist, daß man auch in weiteren Preisen seiner gedenkt. E« war die« derpensionirl« israelitisch«Lehrer Rosenthal. SS Jahre lang hat er al« Lehrer nnd Borsänger in der i«raelitischen Gemeind« Crailsheim bi« herein in die neueste Zeit unter sehr' kümmerlichen GchaltSvrrhältniffen gearbeitet und sich den Dank seiner Schüler in einem ungetheillrn, bi« weit über da« Grab hinauSreiä^nden Grad« erworben. Wir». In Betreff de« Venno-Lippschitz'schen Testament- Haben die Gemeinderäthe nach Antrag der Rechl-section in letzter Sitzung Beschluß gefaßt. Wie bereit« bekannt, hatte dieser Crblaffer bestimmt, daß sein größlrntheil« in Aktien bestehende« Vermöge» in der Höhe von etwa 300,000 fl. zu gleichen Theilen an die israelitische, protestantische und katholische CulluSgemeindi: zu venheilen sei. Da eine katholische Cultu«gemeind« nicht besteht, so beantragt die Recht-section, di« Commune möge sich al« Erbin erklären, welcher Antrag einstimmig angenommen wird. Zl»c-»», im August. Am 20. v. M. ist hier ein k. k Jnf.-Odrrlteutnanl Namen« Malhia« Novachich, rin Ungar von Geburt, kathol. Glauben«, mit dem Tode abgeganaen. Unter den vielen Bermächtniffen, die er angeordnet hat, wurde auch dir hieronig« i«r Synagoge mit 200 fl. und die Ort»armen ohne Unterschied der Consrssion mit S00 fl. bedacht, welch« edle Handlung bei unserer i«r. Cultu«gemeind« im Sedenkduchr zum ewigen Andenken eingetragen wurde. (Lmb. J«r.) P«ri«. Bor zveiundtwanzig Jahren sendet« die franzöfisch«, damal« kaiserliche Regierung, einen jungen Deutschen nach dem Orient, um die don aufgrfundenen Keilschriften zu prüfen und womöglich zu entziffern. Der ebenso gelehrte al« geistvolle Forscher vr. Juliu« Oppert, denn von ihm sprechen wir, bracht« au« dem fernen Osten sein merkwürdige« Werk: „Expedition, n nach Mesopotamien" zurück, und da« französisch« Rational-Jnstitut ertheille chm hierfür den stalserprei« von zwanzigtkuseud Franc«, welchen vor ihin nur Thier«, und nach ihm nur Guizor, der Chemiker Würz, der Musiker Felicirn David, der Historiker Henri Martin, und der Alterthumdforscher Marterte vry erhalten haben. Zu gleicher Zeit ernannte man chn zum Professor an der kaiserlichen Bibliothek, und seither »erüffentlichte er dt« in der Gelehrtrnwelt hochgeschätzten Werk: „Sandkrit" und „Assyrische Grannnatik", Ölreichr Ueberjetztingen von Keilschriften rc. In der verflosen Woche hat die Ratchnal-Bersammlung in Versailles die sozusagen von Opfert gegründete Wissenschaft dadurch anerkannt, daß sie am Oollöge de France, der besuchtesten Hoch» schule Frankreich«, ein« Lehrkanzel für Affyriologi« votirtr, nnd der Minister für Culln« und Unterricht hat de« au«aezeichneten Wissen und den hrh«, Verdiensten unsere« gelehnten Glaubensgenossen Gerechtigkeit widerfahren lassen, tnlxm er Herrn vr. Oppert diese bedeutend« und bedeutungsvolle Professur übertrug Aus EizliNtd Welche Böcke christliche Gelehrt« zuweilen schießen, wenn sie hebräische Sätze oder Wörter erklären wollen, ist Ihnen bekannt. Reu aber dürfte Ihnen di« Ue rersetzung eine« Satze« au« der Hagada sein, die unlängst ein christlicher Geistlicher Namen« Fowler in einem nichtjüd. Blatte veröffentlichte. Er übersetzte nämlich: JHT IJ'IMP folgendermaßen: „Einer, der nicht weiß, daß da« Grab (Schrol) chm offen steht." Belfast. (Or.-Corr.) Der sel. Herr D. I. Haffe von hier, welcher vor einigen Monaten in Nizza starb und a f dem hiesigen Friedhof beigesetzt wurde, hat ein vermögen von beinahe anderthalb Millionen Thaler zurückgelassen und auch hiesige wie ausländisch« Stiftungen mit Legaten reichlich bedacht Die hiesige Ikaufmannschaft geht mit dem 8, danken um, ihm ein Monument zu errichten. Sein Schwiegersohn, Prof. Oppert au« Pari«, kommt nächsten« her, um bei der hier tagenden Btitish Association nutzuwirken. An« Rnßlaitd. In Horadna geschah folgend«» eben so scheußliche al« seltsame verbrechen. Ein jüdischer 'Pächter ward von seinem Gut-Herrn aufgrsordert, den Pachtschiling von 300 Rubel zu erlege«. Der Pächter steckte die Kumme zu sich und begab sich über'« Feld zum Gutsbesitzer. Angelangt, suchte er da» Geld und fand e» nicht. In wahrer Verzweiflung ging der Pächter nach Hause, außer sich über den schweren Verlust. Während er so seinem Schmerz« Luft machte, kam ein armer Jude zu ihm in« Hau« und eilundigt« sich, warum der Pächter denn in solcher Verzweiflung sei? und al« er di« Ursache erfuhr, zog er die 800 Rubel hervor und retournirte sie al« redlicher Finder dem Berlustträger. Strack« lief er zum Gut«besitzer und händigte ihm dieselben ein. Der Gutsbesitzer, der di« Geschichte für ei« Märchen hielt, drang darauf, daß er de« armen Juden mitbringe, den er zu sehen begierig sei. Der Pächter giaa nach Haus« und brachte den armen Betttljnden mit. Hierauf «iah« der Gutsbesitzer die 800 Rubet und schenkte st« dem Armen al» Belohnung für seine Ehrlichkeit. Die beiden Jut«n entfernten sich. Nach 2 Tagen ging der Gut«herr auf di« Jagd. Plötzlich schlugen di« Jagdhund« an einer Stelle an und scharrte» an einer gelockerten Erdstelle so lange, bi« ei» menschlicher Leichnam zum Vorschein kam, welchen der Gutsbesitzer sofort al« den de« armen Juden agnoScin«. Da» Fant ergab, daß der Pächter den Armen zum Daak« für sein« Ehrlichkeit erschlagen und verscharrt halte. Revyort. Ein neuer MisstonShumdug ist im Anzug«, der dem äußeren Apparat nach, den unlängst erwähnten großen Rabbi Schlamowitz übertrifft. Der neu angelangte Judenbekehrer nennt sich Maimonive«, will ein Abkömmli ng Mose« Maimontde« sein und au« Italien stammen. E« giebt nirgend» eine jüdische Familie, der ihren Stammbaum auf Maimontde« zurückführt. Auf etwa« mehr Aufschneiderei kommt r« nun den Leuten schon nicht an, st« soll len aber wissen, daß Juden gerad« auf den Leim zu gehe», nicht dumm genug sind. Tletzeltmd. Am 14. Juli ist hier eine Versammlung von Deputirten ziemlich vieler Gemtinden au» verschiedene« Theilen der v. St. zusammengetreie», um einen amerikanischjüdische» Gemeindebund zu constituiren. (In nächst. Rr. La.-Corr.) Et. Fnueei-r». vr. Juliu» CckUrann, der erste der Rabbtuer, der in Californiea fungirle, und, nachdem er da» Amt ntedergelegt hatte, Gründer de« ersten jüdischen Blatte« daselbst, de« Gleaner, später Hebre« Observer, ist Mrrbeo. Gr war 1808 i« Herzogthu« Pose» gebäre«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.