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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 30.
Article
Beilage zu Nᵒ 30.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Ich verließ das HeimathSdorf und kam in da« Sewümr der Talmudschule zu Hechmgen. Ich verbrachte dort eia traurige» Stück Leben, von dem ich ein andermal erzählen will. Von Kunstgebilden sah ich hier nur di« grausenhaft starrblickenden au» einer elsässer Fabrik stammenden lithographirten Portrait» verschicdener Rabbiner mit breiten oder spitzen Bärten und mü schwarzen Käppchen auf dem Haupt. Aber hier sah ich auch die ersten beiden Oelbilder, die Gestalten meine» Rabbi und inner gesprächsamen Ehehälfte. Auch eine» großen Portrait» im Elternhause eine» meiner Mitschüler, da» seine Mutter darstellte, sehr schmachtenden Ausdrucke» mit sehr hoher Lockenfrisur und entblößten Nackens, erinnere ich mich. Einstmal», al» wir einen Ausflug nach dem fürstlichen Schlöffe Lindig machten, sah ich durch ein offene» Fenster da» Bild einer nackten Frau. Wen es darstellte, kann ich nicht wiffen; denn als es mein Rabbi bemerkte, riß er mich schnell weg und deckte mir die Augen mit der Hand zu; ob ein Schlag voranging, ist mir nicht mehr erinnerlich. Ich kam nach Karlsruhe auf die höhere Talmudschule. Auch hier nicht» von bildender Kunst. Al» in dem Hause, wo ich mit noch zwei Kameraden wohnte, die Stuben neu tapezien wurden, ging der überau» fromme .Hausherr, Rabbi Jokef Well, durch alle Zimmer und machte da und dort einen Oelflecken in die Tapete oder riß ein Stück ab. Da» sollte an di« Zerstörung Jerusalems erinnern, nach der man sich nie vollauf wohl fühlen sollte. Ja ein Verwandter von mir, ein sonst weltlich gefilmter Mann, der sich neue silberne Armlenchler angeschafft hat e — er nannte sie Girandolen und da» Wort impomrte mir ungemein — holt« eine Feil« und feilte den fllbemen Figuren, die die Leuchter trugen, etwas von de» Zehen oder den Fingern ab, denn es steht ja geschrieben in den Zehn Gebote«: Du sollst Dir kein Bildmß machen u. f. w. *- ■ " ~'r 'MT "Ar. IlMiyM, Nie sollte der fugendltchen Seele'm dieser Sphäre etwa» von Kunst ausaehenk Wir trieb« aber bereit» i« Geheim« Ketzerei Ei« Kamerad hatte ein« Band von Herder» Schrift« bekomme«. Wir las« im Geheim« darin, könnt« aber nicht herausftnden, wa» der Mann eigentlich wolle. E» war da» Buch „Persepolis"; ich glaube, daß in jenem Bande auch von Hogarth» Bildern und von der dazu gegeben« Erklärung Lichtenberg» Erwähnung geschah. <Äne» Sabbath Morgen» schlich ich mich mü einem Kamerad« au» der Synagoge weg; wir mußt«, wo di« Staatsbibliothek mb« dem Schlöffe war, und daß dort ein üffmtliche» Lesezimmer sei Ich war der Keckere, ging hinein und bat um die Bilder von Hogarth. Sie wurdm un» gebracht, und wie eine heivlliche Sünde sah« wir die Bilder an und lasen dm erklärend« Text. Da» war mein erster näherer Einblick in Kunstschöpfung«" Wir knüpf« hieran einige kurze biographische Notiz« Auerbach wurde am 28. Febniar 1812 in Nordstetten, eine» Dorfe im Schwarzwald gebar« Sr war Anfang» für d« jüd.-theologischen Beruf bestimmt, wurde daheim von einem jüd. Lehrer Namen» Bernhard Frankfurter unterrichtet, bezog nach zurückgelegtem 13. Lebensjahre die Talmudschule zu Hechmgen, woselbst er zwei Jahre verblieb, und ging aledann «ach Karlsruhe, um sein theologische» Studium so^zusetz« Hier währte sein Aufenthalt drei Jahre. Im Frühjahre 1830 ging er von da nach Stuttgart, wo er, nachdem er sich privattm vorbereitet, die ober« Klaff« de» Gymnasium» absolvirt« und sodann dt« Universität Tübingm bezog, um die Rechte zu studir« Als „Burschenschafter", der Mütz« und Band mü den deutschen Färb« getragen hatte, muht« er eine mehrmonatlicht Festungshaft aus dem HohenaSperg verbüß« I« Heidelberg vollendete er fein« Studi« Im Jahre 183« erschim seine erste Broschüre: »Das Judmthum und die neueste Literatur", ein kritischer Versuch. R. Dritte Liste der Sammlung für Errichtung jüdischer Waiseuhüufer in Palästina. T*r.S«r.«. Bo» der Gemeind« Bund« durch R. Levison 2 25 6 Lichtenau durch Levi Lack 13 23 — Barcin durch Ad, Zielinsky. 4 18 — Kolyein durch Scheie Kallmann 3 15 — Dest-Lapyeln 3 12 6 Tirschtugel 5 7 6 Döhlau durch M Lohn 3- Unruhstadt durch Simon Dolll 5- Salzkotten durch A. Weinberg 8 13 — Punitz durch Landsberg 12- Trebnitz durch Neumann 4 15 6 Stuhm durch H. Müller 4 13 — Minden 9 7 6 Lanaendorf vorstmar 10 27 6 3 10 — Jlbenburen 5- Schonfiieh 5 15 — Rehburg 3 3 — Oelde 2 22 6 Osterah 2- Hall« a./S. 25- Semburg 2 S — Neuwied 10 5 — Sxin 12- Iserlohn 48 5 — Uerdingen 14 4 6 Aronhausen Strehlen 12- 16 19 6 Verben b. Hilter 1 20 — Oscherstebe» 15 15 — Frankenstein 11 18 — Kreuznach 3—6 Pasewalk 13 23 — Krappitz i. Schles., durch Guido Kramer 8 22 — Volkmars«» durch Philipp Liltenthal 7—6 Melsungen durch Kaufmann 84 21 6 Ditzenhausen durch Goloschmtdt Sielen b. Trendelburg durch Weinberg 23 3 — 7 10 — r. Kam Gemeinde-Sammlung 10- «. Jonas. Borke» ' 13 4 6 Bau der Gemeind« Eschwege durch Kahn 106 1 6 * Trachenberg durch Dr. Frankel Haoelberg durch I. Pinüis 10- 4 3 — * Lingerich i. Westph. durch Altersheim 1 20 6 $ Krotoschi« 1 23 — t DÄitzsch 5 2 6 t P»n* 21 8 — * tiirke 8- Uft» Wl 4 — i Dich. Schmels I *¥»■•«,. Traoaport 507 4 Bo» der Gemeinde Neustadt S.-D. 11 8 Lütz durch Isaak Forst 4 16 Gorzn» durch Ascher Abraham S 17 OrtelSburg durch D. Z »rauer 1» 2» ■ Elbing 18 10 Godesberg 1 25 Zwerte» 4 22 Lasset 115 — Stolzenan durch R. M. Lipmann S 15 Lauser weiter S 7 ■ Schweidnitz 16 3 ■ Deilme» 10 — - Strehlen — 28 - durch Hrn. A. H. Hey mann. Gemein»« Suhl 12 18 - - A. Reinach, Neuwied 2 13 - Bon der Gemeinde Schieoelbein durch S. E. Jacobus 13 — - ' < Kaltenberg durch A. Meyer 10 — - » < > Dolfhage» durch A. Floershei« 30 — - > > Redzüer 6 20 - X. X. Lasset 25 — - Bon der Gemeind« Friedebergen durch B. E. Jaeoby 25 17 Darmditt durch T. Sandmann 17 25 - Ahten durch S. Kaufmann 17 — - Lzarnikau durch S. Simonsohn 16 13 - Oberaula, Pro». Helle», durch Nochschild 13 16 - Bremmberg 13 15 - Moschin durch A. Silberstei» 8 28 - HSxter durch I. Bornstein 7 15 - Allenstrrn 7 — H. Sol man, Sammlung 5 2 A. LSwenderg, Telzte b. Münster 7- Diftrict de« Hrn. Rabbiner Wormser in «erssttd aus der Gemeind« Tann 33 22 Bon der Gemeind« Juschen durch Moses Meyer 16- Preust. Stargard durch I. Getdfarb 33 10 - Rodenberg durch A. Lust 10 27 Tarnowitz 42 7 Neustlldtet durch Prausnitz 1 6 Hattingen durch H. Hein 5 10 - Britz durch Schubert 3- Dariohmen dunh Rosettenstetn 10- Juni 6t» 12 Juli 1874 ein-, gangen Thlr. 1223 T~ Frau Slolny, hier 10 Albert Loh«, Pari«, jährlich Fres. 50 Gesammtsumme Thlr. 7053. 8. 8. Berlin, dm 12. Juli 1874. -är da» »Eli«. «. » «». «owe. «christfKH,»,. Lasstrer. «. 11

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