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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 29. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 29.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 241 — D«r Unterzeichnete ist gerne bereit, nach erhaltener Zu- J sttmmung für die regelmäßige Veröffentlichung Sorge zu! tragen. Easale, 1. Mai 1874. T. Servi, Oberrabbiner. Mnnlna. (Berichtigung.) Deal Mai-Hefte der „Lducatore" entnehmen wir die Notiz, dah bei Gelegenheit einer Arbeitseinstellung die Häuser der Juden in Mantua mit Plünderung bedroht waren. Da» Juniheft berichtet diese aufregend« Miltheilung dahin, daß die Journale bedeutend übertrieben haben. Eine Anzahl junger Bursche bat bei Gelegenheit de» Strike» einige Fensterscheiben ringeworfen. Da» mx Alles! kAroffbrttanote». Lvubvn In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Board of Deputier mit einer seltsamen Angelegenheit befaßt. Eine alte Frau, RauirnS Eiincha HaSkahl, hatte seine Hülfe und verwendwtg bei der türkischen Regierung angerusen. Der Later derselben, feiner Zeit ein reicher Bankier in Constantinopel. halle vor etwa SO Jahren mit einem damaligen Pforten-Minister, Ali Effendi, in Geschäftsverbindung gestanden Dieser war in Ungnade gefallen und hingerichtet worden, der Finanzier wurde in di« Sache verwickelt, ebenfalls hingerichlet und sein etwa eine halbe Million Pf. Strrl. betragende- Vermögen const-cirl. Lange Jahre hatte die Tochter in Elend gelebt, vor Kurzem endlich hat die türkische Regierung ihr «ine Pension von monatlich — 36 Shilling bewilligt. Musnru» Pascha, türkischer Gesandte in London, empfiehlt die Sache angelegentlich. Der Board glaubt jedoch, eine Verwendung bei der ottomanischen Pforte durch Lermiltrlung de» englischen auswärtigen Amte» nicht eintreten lassen zu können, und beschloß — der Dame ein Schreibenzu senden, worin er sein Beileid auSspricht und ihr für ihre Brmühu.g, chr Vermögen wieder zu erlangen, besten Erfolg wünscht. (DaS klingt fast lächerlich, indeffen steht zu hoffen, daß auf diese Anregung hin privatim in England etwa» für die Frau geschieht; daß die Pforte die halbe Million wieder heranSgede, ist nicht wohl dcnft»ar, und die Empfehlung de» MusuruS wird auch etua« Andere» nicht bezweckt habe») In derselben Sitzung wurde ein Schreiben eine» Edlonel Gawler vorgrlesrn, welche» die Lage der Juden in Palästina bespricht, Vorschläge zur Verbefferung derselben und zur Eult»»ir»ng de» Lande« »acht und die Bildung einer Gesellschaft z»r Entwickelung der vernachlässigten HülfSquellen Palästinas empfiehlt. DaS Schreiben wurde mit lautem Beifall begrüßt. Söit können jedoch an» dem kurzen Berichte nicht ersehen, «b dieser Bestall dem Inhalt der Vorschläge oder den von dnn Schreiber, der eia angesehener Mann ist, bewiesenen guten Gesinnung gegen die Juden gegalten hat. Sir France« Gotdjchmid veröffentlicht i» „Daily-Telepraph" rin an ihn gerichtete» Schreiben au» Baikau, worin jammervoll« Klagen über da» durch Ausführung d«S Epirituosengefetze» herbeigeführte Elend von 10,000 jüdisch« Familie» Rumänien» ausgesprochen worden. Die englischen GlaubenSgenoffeu werden auf« Heiligste beschworen, dar Möglichste aufzubirten, um eine Verbefferung de» Loose» der BrodloSgewordenen herbeizuführen. (Siehe weiter „Rumänien."') R. Sch. „Jew. Thron." vom 3 Juli bringt den Brief de» Lol. Gawler ja extenso, ebenso „Jew. World" im Auszug«. Beide finden die Vorschläge höchst bemerkenswert v and praktstch Da wir keine Ursache habe«, gegen Len Nnheber derselben (deffen Vater einst al» treuer Freund de« Sir Mos. Rontefiore ihn »ach Palästina begleitet hatte) höflicher zu sein, al» der Wahrheit angemessen ist, so müffen wir gestehen, daß wir wirklich unmittelbar Praktische» in dem Schreiben nicht 'entdecken können. Laß Palästina beffor angebaut werden könne, daß e« dann recht gute Produkt« liefern werde, daß e» daher höchst wünschenSwerth wäre, wenn die dortigen Zu-. de« Ackerbau trieben, da» Alle« ist Mannt. Auch die Zchee, daß von gezogener Koscher-Wein gute» Absatz finden werde, ist schon praktisch und spekulativ oerwerthet worden. Aber IPI Pf» 3MC PI# pT WilUuRKfKlf Ist § fty» wfl*. Vermischte und neueste Nachrichten. Berit». In Bezug auf die Bemessung de» Gemeiudebeitrage» zur Unterhaltung einer öffentlichen jüdischen Schule hat der EultuSminister in einem Spezialfall sich dahin ankgesprochen, oaß neben den Eommunalabgaben der jüdischen Einwohner auch der Betrag der au» den Eommunalkaffen für!>as Ortsjchulwesm sonst gemachten Verwendungen und der Erleichterung, welche dem Communalschutwesen au» der Vereinig,«g der jüdischen Kinder in eine besondere jüdische Schule erwächst, in Betracht z» ziehen und in Berücksichtigung der zesammten Verhältniffe aus ein billiges Maß festzusetzen ist. Rumänie». ^Jew. Ehr." berichtet in der neuesten Rvmmer, daß auf die Reklamationen mehrerer fremden diplomlüischen Agenten eine Vertagung des famosen 8 8 de« Spiriluosengesetzes von der rumänischen Regierung verfügt wor>»en sei. — Wir müffen dieseguten 'Rachricht leider zwei Bedmken hinzufügen: erstens die Frage, ob dieselbe auch recht verläßlich, zweitens, ob es jetzt nicht schon zu spät sei, da schr viele Juden jedenfalls bereüs «xmittirt sind, und ihr« Nachfolger nun nicht wieder zu Gunsten der früheren jüdischen?lnhaber von Wirchschasten und Verkaufsstellen au-geschasst werde» können. — Folgendes drastische Beispiel rumänischer <?lehäsfigkeit hat die Runde durch die Blätter gemacht: „In einer Kollektion von AechuungSaufgaben, welche immänische Schullehrer chren jugendlichen, hoffnungsvollen Eleven zur Einübung der vier Spezies geben, finden sich auch solgeicke Exempel vor: „Wenn in einem Städtchen 4000 Juden wohnen, von denen 800 in die Donau geschnüffen lind dort ertränkt, 900 kurzweg erschlag«, 1000 im Handgemenge erdolcht werden, wie viele bleiben noch übrig, um nach gründlicher Ausplünderung — davongejagt werden zu können?" — Ein anderer edler Priester wirft die Frage auf: „Wenn,mter 5000 Rumänen 1200 Juden wohnen, der wievielste Tfeil der Bevölkerung darf ungestraft wdigeschlagen werden?" Oi*r auch: „Wenn täglich 15 Juden au» Rumänien verkrielwu würdsn, in wie viel Jahren und Tag« wären wir Alle U*> wenn im Hinzen Lande etwa 36- bis 40,000 ihrer seßhaft sind?" — Wir wissen nicht, bemerft da» „Reue Wiener Tageblatt", ob wir diese infernal« Methode, die Stätte der?jugendbildung geradezu in den Dienst des Kannibalenthum» zu stellen, als Methode in dem Wahnsinn oder al» Wahnsinn in der Mechode bezeichnen sollen. Aber war un» an diese Erscheinung feffelt, ist, wie der Teufel Alles, selbst die nüchteiT« Arithemeük für seine höllischen Zwecke zu verwerten im Etaiwe ist. Wir glaubten bisher, er könne bloS Geschichte färben, mit rhetorischer Gewandtheit lügen, aber der unerbittliän» Mathematik müsse er doch weichen. — Und siehe da, er wnß sich auch mit Ziffern trefflich zu helfen." -Nachschrift. Stritt», 10. Juli. Wir erhalten so eben den „Israelit" Rr. 27, welcher folgende- Telegramm bringt: „Amsterdam, 6. Juli Die von der „J«r. Wochenschrift" gebrachte Mittheilung, daß ein Vorsteher in Jeimsalem mii 500 RapolemM ArmeNPeldem deuchgegange» i'ti, ist vollständig au* brt Luft gegriffen " Mit Telegrammen imponirt man un» nicht; Wahrhaftigkeit, da« hat scheu Bismarck gesagt, ist nicht immer il>re Stärke. Wir hnben nicht« auS der Luft gegriffen, sondern angegeben, daß unsere Rachricht dem Briefe eine« Manne» entnommen sei, durch den wir vollständig gedeckt find. Wir afcn auch nicht vqge von „einem" Vorsteher geredet, mit aben Vor- und Zunamen de« Manne« angeführt. Existirt kein solcher? W«n ja — dann muß da» ein seltener Hrinmann sein, der der Beschuldigung «ine» solchen Verbrechen» gegenüber sich durch ein telegraphische» Dementi oder Koschrr- Zettel gedeckt glaubt. Meldet sich der Betreffende in geeigneter Form, so werden wir unser» SewLhrSman» zu nenne» haben. Dir persönlich haben freilich von der Verwaltung Im Dm wTl TnHv w€WWW%» »P *f.rf .

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