Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 28.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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gestatttrt war) ist der Gemetnfinn erstorben, die Centrtfugalkraft hat also vor der Lentripetalkrast etp Pluü povn>«. So geht» in Graz, der Hauptstade SteiMMß^tz/ welkst schon rin« bedeutende AnzaR m^stentbgtl« jttm «phl^zkender jüd. Famllien beherDpgt, tztil EnHicke^,»^ Gep^jDtzoliben« nur mit Schneckenschritten vorwärt«, kein Rabbinat, keine großer Friedhof; der jüd. Witz vom Begraben der Rehilah liegt da nahe. Man sollte aber zuerst für da« Leben alle Thatkrast entwickeln. vr. bl. G. Berichte und Correspondenzen. Deatfchla«d. Stettin, 1. Juli. Htestgr Blätter berichten über eine Audienz, welche der wohlbekannte Pastor Qutstorp in Du» cherow bei dem Cultusminister Falk gehabt hat. Sr hatte M» eine solche nachgrsucht. „um Beruhigung über Manche bange Sorgen zu erbitten." und erzählt nun in seinem Vrgan: „Sn« der Viertelstunde, die ich erbeten hatte, wurden 2‘/« Stunden der gegenseitigen offenen Aussprache, Stunden, die ich zu denkwürdigsten meine« Leben« zähle. Die Befürchtungen der evangelischen Geistlichkeit und aller ernsten deutschen Christen mögen sich zerstreuen: von dem neuen Unterricht«gesetz eia« religion«- oder auch nur constssion«lose Volk«- schul« zu besorgen, ist nach der bündigsten Berficherung de« Minister» thöricht. Selbst auf den Gymnasien wird ein konfessioneller Religions-Unterricht obligatorisch bleiben. Ebenso darf man getnft dt« Rreitsynod« beschicken 'und in dt« Provtnztalsynoden wählen, ohne besorgen zu dürfen, durch Befchlüff« über Rirchenzuchtmaßregeln u. dergl. da« ganz« Verfaffungkwerk durch den Landtag in Frage gestellt zu sehen. Auch die Leuhrrungen de« Minister« in Bezug auf die besser« Dotiruag der geistlichen Stellen bekundeten, wie Herr Qutstorp anerkennt, ein sehr warme« Herz für die evangelisch« Kirche und ein große« Gerechtigkeitsgefühl " — Ln diesem Gerechtigkeitsgefühl zu zweifeln, haben auch wir durchaus keine Ursache; wir gönnen auch dem Herrn Pastor recht gern dir Befttedigung, mit der er obige Aurlaffungen seinen Gesinnungsgenossen mittheilt. Wir möchten nur, daß dir ausgesprochenen Grundsätze nicht vcr'äuanet würden, wo e« jüdische« Schulwesen gilt, daß man nicht, wenn wir für jüdische« Religionsunterricht etwa« verlangen, uns auf die Zukunft verweise, welche konfessionslos« Schulen und Entfernung de« Religionsunterricht« bringen w«rd«, und daß ganz besonder« diejenigen Jsraelüen, welche selbst jedem Wirken für Einreihung de« israelittschea Religionsunterricht« in den Lehrplan der Schulen und für da» damtt Zusammenhängend« entgegenarbeiten, den Jnhatt der Quistorp'sche« Mittheilungen beherzigen möchten. — Auf die betreffenden, von un« vor längerer Zett beim Cultus-Miuisterium eingereichten Petttione» haben wir bi« jetzt noch keinen Bescheid erhalten. — Die „Deborah" druckt einen Theil unserer Bemerkungen über die L«ichen-Berbrennung»-Frag«, welch« auch in Amerika viel besprochen wird, ab, und fügt folgend«, unsere« Erachten« sehr richtige, Bemerkung hinzu: „In der Hauptsache ist die Bewegung gegen di« Kirche gerichtet. Mau hat ihr die Taufe durch Civiiregister, die Eheschließung durch Einsetzung der Civilehe, die Schul« und jeden Einfluß auf» bürgerlich« Leben entrissen; da« Begräbniß ist chr noch geblieben, was ihr durch da« Lrichenverbrennen genommen werden soll. E« ist ein« rein politische Bewegung in Europa, die hier nachgeäfft wird." M. Hochnrg, SS. Jnni. (Or^Corr.) Unter den Petitionen, die von »ltoua an« für di« nächst« Session de« preußiichen Landtage« vorbereitet ein« gemeinschaftliche der sämmtliche, geltschen Kirche akWrenden Kellgi bae« miromtk Untzerjchri' b werden, wird sich auch .tojUiyjL nicht zur «van- «gMsAni befinden, die misvMe» UnbeÄchrisW, UrsMN ist*), diese "teltGe HiMketz H dKu« «rborgerufen, daß WskEkn M e«ey elplso eAentyllmAe»^ al« ungerechten Steuer betroffen werden. L«^>esteht oortnämlich ein« allgemeine Kirchensteuer, die von sämmtlichen Etgenthümern: In- S S letzteren erhoben wird. Bisher ist von den Geschädigten der ganz« Jnstanzenzug der provinziellen und staatlichen Behörde« durchgemacht worden, ohne daß e« chnen gelungen, von einer Last befreit zu werden, die doch unbedingt gegen di« verfassung«mäßiae Gleichberechtigung der einzelnen Religionen verstößt. Hoffentlich wird da« Abgeordnetenhaus dafür Sorg« tragen, daß durch Erlaß eine« Gesetze« einer Anomalie eu» End« gemacht wird, die gegen da« natürlich« Recht verstößt und deren Vertheidiger zu Gunsten derselben nicht« weitrr vorzubringen wiffen: — al» daß sie seit so langer Zett existtrt und die Betroffenen sich dem stet« unterworfen hätten. Wa« speziell un« Jude» betrifft, so haben wir wühl besondern Grund, un« sür di« Zukunft gegen dies« Abgabe zu wehren; denn wenn wir da« stolze Wort unsere« Blanbensgenoffen Laster: di« Berzichtung aus jede finanziell-staatlich« Unterstützung unsere« Cultu«, einlösen müffen, — obgleich «4 schwer rtnzusehen, weßhalb gerade wir eine andere Stellung als Protestanten, Reu- und Alt-Katholiken zu den gemeinschaftlichen Steuerrrträgen etnnehmen sollen — so dürfen wir doch zum Wenigsten erwarten, daß wir nicht, außer den Rosten für unseren eigenen Cultu«, auch noch einen Thell der einem anderen gewidmeten aufzubringen genöthtgt sei» sollen. — Die Entscheidung der Behörde in der Ihnen Anfang diese« Jahre« mttgelheilten Hamburger Protest-Angelegenheit ist Ende Mat erfolgt. Der Sieg der liberalen Partei bet den letzten Repräsentanten - Wahlen war bekanntlich Beranlaffung zu einem Protest« der Gegner» der darauf begründet war, daß man zugleich mit den Repräsentanten die eventuellen Ersatzmänner gewählt hatte. Diese« ftetlich nicht statutenmäßige verfahre« hielten dt« Protestirenden für ein Motiv zur Annullirung der Wahlen. Nachdem sie eine Zeit lang ein Inhibitorium erwirkt hatten, dahingehend: daß die neugewählten Repräsentanten sich bi« aus Weitere« an der Faffung von di« Gemeind« bindenden Beschlüffen nicht betheiligen dürften, ist in der Sach« selbst entschieden: daß der Antrag, die Wahl zu raffiren, abzuweisen, dagegen der Borstand anzuwetsen sei, für jeden Fall, daß die Wahl eine« Ersatzmannes erforderlich «erde» sollt«, eine Neuwahl anzuordne«. — Wresche», 26. Juni. (Or^Corr.) Am 17. Juni fand di« feierliche Grundsteinlegung unserer neu zu erbauende» Synagoge statt, und gestaltet« sich dies« Feier zu einem so erhebenden Feste für unsere Gemeinde, wie r« unser« Stadt in solchem Glanz« noch nl« gesehen hat. Bon nah und fern waren Freund« >md Angehörige unserer Gemeind« herbeigeetlt. Der Bauplatz war herrlich mit Guirlanden, Fahne», Teppichen u. dergl. m. geschmückt, und ein überaus zahlreiche« jüdische«, sowie christliche« Publikum fand sich auf d«»- selben ein. Um 4 Uhr begann die Feier mit einem vom Rabbiner Herrn vr. Holländer gedichteten, vo» dem Königlichen Musikdirertor Herrn Lewandowski in Berlin, eine« geborenen Wreschrner, in Musik gesetzte» hebräischen Choral. Al»dann bestieg der Rabbiner die festlich geschmückte Tribüne, und begann seine mtt allsettigem Beifall aufgmommen«, etwa et»- •) Wir habe» sch««, mich ein«« «wer«, Statt», «Mt kurz« Mkthcklun, llder Mcf« Petition zedrmht. «Ham, jedoch, aech Um »«sch, M tzr». Cotttfp.. euch diesen »rtitel aus, «n di« «uftnerksmnkeit «f di« prinzipiell «tchtitz« Fra^ zu lenke». (*«.)