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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 24. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 24.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JK 24. 1874. Irrarlitisihr 5. Jahrgang. Wochen-Zchrift für die religiösen und socialen Jatereffe« des Jndenthnms. —Owui. 1—1»/, Dogen. frtM tuet .M. Stteriturbl.* «>/, «fr. viertel* MM. tri «Sen IfMvtcnin. Duchhandlungen Mnide Änfenbnng: I« Dentfchland 10 VUrL n*4 OrfterreUb fl, n. ftrvnfrefcl 1s ftref., «. ftaertt» »»/, DoT. führt. vrtmi«rr«n>*. B«ramw,cllich«k Redakteur und Hciautgelxi Rabbiner vr. ~k. drmnftU in Stettin. --HKduff r«te «erben mit % Dgr. für Me breit ff valtent PetitzeUe vber bereu Raum berechnet. Bei Wiederholungen Rabatt. — Die Mb Ganntat früh bet brr Expedition in Magdeburg ein* treffenden finden in der nächfien Rümmer Rnfnahme. (tOillM her 3#r. Wochenfchrift in 9U|beburi Magdeburg, 11. Juni. »t kn (aMtiiMI: In tet»|t«. Inhalt. Bettend« Artikel» «rSmleur über die Naturalisation der Juden in Algerien. — Bericht« »nd »»rresp»»»«»,«»,, »entschland: Stettin. «r»«l,u. Dreschen. Stuttgart. Fürth. — Rußl and. Warschau. Rumänien. Jasso — vermischt« «,«» »a««G» »tekchricht««! «eMn. vromderg. Pose«. Lublini». L-emnitz. Hamburg. Frankfurt -. «. Pfalz. Dien. Rom. Pest. Seb««. Kelleme«. Holland. Barr anquill a. St. Loui«. — Inserate. Erö«ie«x über die -katuralifation Jude« in Algerien. der Wir haben i» voriger Nro. kurz erwähnt, daß manche französische Blätter neuerding» die Aushebung der im I. 1870 von Erämieux, al« damaligem Minister, vrrordneten Naturalisation der algerischen Israeliten mit Hestigkeit verlangen. Inzwischen hat am 31. Mai eine Debatte über dies« Frage in der Nationalversammlung stattgehabt. Erämirux hat Gelegenheit gefunden, sein Dekret zu vertheidigen, und sein« Red« ist, trotz aller Mißgunst, mit der die Majorität de» Mann vom 4. September betrachtet, mit vielem Beifall ausgenommen worden, auch die äußerste Rechte bat nach einigen anfänglichen Unterbrechungen mit achtungsvoller Aufmerksamkeit zugehärt. Da« Resultat der Abstimmung ist ein günstige«. „Arch. J«r.“ meint, e« liege in diesem Volum «iur gute Vorbedeutung für die endgültig« Läsung der Frage; der Stata» quo sei nunmehr gegen jede willkürliche Abänderung sicher gestellt, und da« zur Zeit bestehende Recht könne nur dura, ein Gesetz aufgehoben werden. Von der entgegengesetzte» Seite bestätigt der Grimm, mit dem Venillot'« „Uni* ixt«“ die Rede und den Redner bespricht und die Abstimmung einen Akt der Schmach« nennt, di« Richtigkeit jener Auffassung. Wenn wir der Red« Erömieux' einen besonderen Artikel widmen, so liegt die« jedoch nicht in ihrem Erfolge für die besprochene Angelegenheit, sondern in dem Umstande, daß der «esenllichste Th eil der Argumentation ohne Zweifel manche» Bedenken und Befremden bei israelitischen und nichtisraelitischen Lesern derselben heroorgerusen haben wird, nachdem sie von mehreren größeren Blättern in Deutschland u. s. w. autführlich mitgetheilt worden ist. E« scheint un» geboten, die betreffenden Stelle» zu erörtern und in'« rechte Licht zu stellen Da« verdient einerseits di« Persönlichkeit Erämieux', andrerfeilt muffen irrthümliche Auffassungen und falsche Schluß- ^otgerullgen, die sich an jene knüpfen können, berichtigt werden. Wir geben daher den Wortlaut de« offiziellen Sitzung«bericht«. «Auf der Tagesordnung steht die verathung der Frage, ob der Antrag de« Herrn de Lavergne und Genossen, betreffend die Ernennung einer Eommission von zwanzig Mitgliedern, welche über die Lage Algerien« eine nähere Untersuchung anzustellen hätte, in Betracht zu ziehen ist. Herr Lambert (von der Linken) erinnert daran, oaß er mit seinen algerischen Kollegen schon vor einem Jahr einen Antrag eingereicht hat, demzufolge an deil in Algerien bestehenden Einrichtungen nicht« mehr decretweise geändert werden soll, und daß diesem Antrag vor deuijenigen de» Herrn de Lavergne der Bortritt gebührte. Er hält diesen für durchaus unzeitig und verlangt, daß er vertagt werde. Der Berichterstatter Laudier weiß wenig zur Unterstützung de« Anträge« vorzubringen; e« werde immerhin gut sein, ihn in Betracht zu ziehe», die Vertagung ergebe sich dann von selbst. Eine Enquöte aber sei wünschenSwerlh, seitdem Herr Erämieux al« Gesetzgeber aufgetreten ist und durch seine 52 Decrete alle algerischen Verhältnisse umgestaltet hat. —Herr Erämieux: Meine Herren! Ich dachte nicht, daß ich heute diese Tribüne besteigen würde. (Lauter!) Ich danke Ihnen für diesen Ruf: er beweist mir, daß Sie mich anhören wollen. Ich bin bereit, über alle Dekrete, die ick erlassen habe, der Nationalversammlung Rechenschaft abzulegen. Heute will ich nur einen einzelnen Punkt berühren, der von deur Berichterstatter ausdrücklich erwähnt worden ist: die Ertheilung de« französischen Bürgerrecht» an die algerischen Juden. Da» diesbezügliche Decket ist nicht mein, sondern Napoleon UL Werk; er hat die algerischen Juden zu Bürgern Frankreich« gemacht, wie Napoleon I. 1807 und die Nationalversammlung 1791 die französischen. Hören Sie nun, meine Herren! Wir befinden un« im Jahre 1870 in der gesetzgebenden Versammlung. Herr Olioier ist auf der Tribüne. Ich wußte, daß die Regierung beschlossen hatte, di« Juden durch ein Dekret für französische Bürger zu erklären. Ich fragte den Minister (ich citire den offiziellen Bericht), warum man mit dem Erlaß de« Dekret«, welche» den J»raeliten in Algier die Eigenschaft französischer Bürger verleihe, zögere. Der Minister antwortet — und ich muß mir erlauben seine Worte zu wiederholen, möchtc aier

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