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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 21.1874. K»co*lififi|» 5. Jahrgang. Wochen-Schrift ftr die religiösen und soeiale« Interessen des Jndenthums. UM. 1—1'/, v»*kn. f«W tacL »ttt. WMntinM.* 11'/, 0fr. tlattU WtL M «In P»H«t«rn u. vuchh»n»lu»,»» DM1« flafnkimi: l« DruNchlank 10 Kalt. M4 DnmH4 « fl, «. Nri»trei<h 16 Frei, “■ ■■Mril* I >Jt D-ll. I6tz»l. «clnmmMk«. IllltlllM k«t 5*r. »,ch««lch»lfl l* IbfMtiri <<eramnipalid)«r :Kibafi«ur und mpiicw. Rabbiner Dr. X Lreurusels in Stettin. Magdeburg, 21. M ai. Inserate »erbe« «tt t Sgr. für die dreißespalte»« Vetitzetl« aber bere« Rau« berechüet. Vei Ltederholunge« Rabatt. — Die dt« Sonntag frflb bei der Oxpebltlen tn Magdeburg et»- \ treffende« finden tn der nächsten Nummer Ausnahme. Für den Vuchtzandel: Robert Fries« in Leipzig. Inhalt. Sri*«,» «rtttelt Die lonfirmation. I. — «»richte tut» CimfUiKimtM« Deurtqland: Stettin. Posen, «orn. — Oesterreich- Lemberg. Pest. Prag. — Italien: Modena. - ve,«tschte und neuest« Nachricht«« i Berlia. verli». File»««, «u« Oberhefsen. »tona. Men. vrod, Rom »u« Polen. — geuilli t»«, lveilage.) Da« «»dchen von Tanger. (Fortsetzmi») — Friedrich Wilhelm IV. und Riester. — Fromm« Sedankm. sSedicht.) — Iuseral«. stzaupidlatt u. Beilage.) Die ikonfirmatiou. i. Di« Lonfirmation in der Synagoge gehört zu der ge» ringen Zahl von Reformen und Neuerungen, die man. im Gegensätze zu dem bloßen Abschaffen, Streichen, Kürzen, Aender» um der Aenderung willen, al« positive bezeichnen kann. Sie hatte für den Unbefangenen, für den nicht von vornherein gegen alle«, wa» nicht immer so gewesen war, Unversöhnlichen und Erbitterten ihre Rechtfertigung in sich selbst. Sie wurde überall beifällig ausgenommen, ausgenommen da, wo der Gegensatz'zwischen Lonservativen und Reformern bereit» tn anderen Dingen hervorgetreten und Zwiespalt schon vorhanden war, wo da» Drängen, da» au» durchsichtiger Hülle hervorbrechende Umsturzgelüste der Neuerer den Fanatismus und die Ketzerriecherei geweckt hatte. Rabbiner alten Schlage», Männer von unanfechtbarer Orthodoxie hatten nicht» gegen di« Lonfirnlation rinzuwenden, nahmen sie auch selbst vor. Sie hat sich in zahllosen Gemeinden, besonder» im südwestlichen Deutschland, von den Residenzen bis znm entlegensten Dörfchen, ferner in Frankreich und Nordamerika, fest eingebürgert, so daß es seit langer Zeit, feit mehr als einem Menscheualter, für Tausende von jüdischen Eltern gar nicht mehr in Frage komult, ob sie ihre Kinder confirmiren lassen wollen oder nicht. 0 Die Gegner der Eonfirniation sind aber darum keineswegs gesonnen, sie als berechtigte Institution anzuerkennen, fit greifen sie imn>er noch heftig an, theil» mit Grüi.den, theil« mit den Waffen de» Spottes und der Parodie. Schriften oder Abhandlungen zur Bertheidigung der Eonfirniation find, soweit wir uns entsinneu, seit den, Ende der dreißiger Jahre, wo Büdinger, Lreizenacb, Herxheimer u. AA. solche veröffentlicht haben, nicht mehr erschienen. Man findet wohl «in Wiederausnrha.en der Lontroverse unnütz und überflüssig; tmnütz gegenüber denjenigen, welche jedes Lbweich-n vom Hergebrachten unbedingt abweisen und gegen die Diskussion sich obfchließen; überflüssig für diejenigen, welche die Lonfir- | «atto« längst lieb gewonnen haben, in ihr auch schon ein! feststehend:» Hertomnien erblicken, ihre Kinder confirmiren lassen, mm sie bereit» selbst constrmirt worden sind. E» xiebt aber zwischen diesen beiden Klaffen auch noch andere Leute, und schon darum mag e» nicht nutzlo» srin, dt« Frag« einmal einer Revision zu unterziehen.. Werfen wir einen Blick auf di« geschichtliche Entwickelung. Herkömmlich war e» gewesen, daß Knaben an ihrem Barmitzwah-Tag« außer dem Borlrsen der Lidrah einen Vortrag, Draschah, halachischen oder agadischen Inhalt», hielten Wenigsten» war die« bei den begabteren, bester unterrichteten Knaben, aus ven befferen Fanlilien, feststehender Gebrauch. Ohne Zweifel spielte dabei da» Eingclernte, „Eingcpaiikte," die jugendliche Eitelkeit, der elterliche Stolz, da» Bewußtsein, zur befferen Klaffe zu gehören, die Aussicht auf die Drascha-Geshcnke ebensogut eine Rolle, wie die edlen Regungen und die heiligen Gefühle, welche uns z. B. aus den, betreffenden Oppenheim'schen B.lde entgegen leuchten. Wer also jene erster«» Dinge der Confirmation zum Vorwürfe machen will, der kann sie auch an di« Adresse des Althergebrachten richten. Doch dies nur im Vorbeigehen — Man ersetzte ober ergänzte dann (denn da» Eine schließt ja da» Ändere nicht aus) die Deraschah durch einen kleinen Vortrag in deutscher Sprache, welcher von dem Knaben zu Hause oder in der Synagoge gehalten wurde. Man fügte weiter ein Examen in Fragen und Antworten über Glaube»»- unb Pflichtenlehre hinzu. Man fand sich seruer zunächst in größeren Gemeinden veranlaßt, um nicht ourch zu häufige Wiederholung der Feier den Eindruck zu schwächen, von Zeit zu Zeit mehrere Knaben ober einen ganzen Jahrgang an einem bestimmten Tage zusammen zu confiririren. Man fügte endlich die Confirmation der Mädchen hinzu. Der Boden, au» dem die Einrichtung hervorgewachsen ist, ist also jüdifcheS Herkommen, die Form ist allerdings den Christen, spcciell den Protestanten, entlehnt. Dasselbe, ganz dasselbe, ist aber bei der Predigt der Fall, dasselbe gilt vom Chorgesange, von den Subsellien an Stell« der „Stäudir," von noch manchem anderen, nach nnd nach auch in orthodoxen, ja orthodoxen Separat-Genieinden üblich Gewordenen. Al« „Chucka« hagoj" hat man f. Z mich da» Tragen von Rock and

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