Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 20.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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dMtW» Ante wohl für den dortige» Laiümumu (also «icht für te» dortige» ZpGen) vo» Wichnglett fei», auf di« Preisveihölttüffe i» Ganzen aber so wenig Anstnst haben kann» »i« etwa in Deutschland «in« Theuerung rntsteht, wenn auf et» paar Ouadratmetlen hier und da die Ernte verhagelt ist. Die Verhältnisse «erden wohl folgendermaßen liegen. Dmch die ganz abmormen, wirklich fast beispiellosen Witternn-»verhältuiffe de« Winter« und Borsrühling« ist Theuer- »ug, durch erschwerte oder gar unterbrochene Kommunikation - teilweise Mangel entstanden, plötzlich wird dann um P«stach rin« Panik «ingelrete». hervorgerufen oder von selbst gekommen fei», di« Letxn»mittelpreise stiegen auf da« Doppelte und mehr, und — dir immer nur von Hand zu Mund, nur von Almosen lebend« jüdisch« Bevölkerung Palästina'« hungert. Wa« ist nun zu thun? Für den Augenblick gilt eS allerdings Veld zu sammeln und zu senden. Wie man einen in« Wasser Gefallene« zunächst retten mutz, ohne vorher zu »»tersnche«, ob er sich »icht durch sträflichsten Leichtsinn oder Unverstand selbst in Lebensgefahr gebracht habe, ohne ihn, ehe er gerettet ist, anszuschrU«», so liegt'» auch hier. Aber »ird man auch nachher schweigen müssen?! Wir haben eine, ■ca» anch nicht starke, Hoffnung, daß die abermalig Roth, »tt ihre« Gefolge vo» HülfSgeschrei und Bettelei, die Erkrnntnist näher bringe« werde, daß «ine Besprechung der Zustände an Ort und Stelle nüthig sei. Bor Allem wird man nieLeicht erkenne«, daß ti wahrhaft unsinnig ist, immer neue Ei»»aad«rer nach Palästina zu locken, zu senden, wenn di« vorhanden« Bevölkerung fortwährend Roth leidet und lediglich »»» Ehaluka lebt. Die Männer, welche von Eolonisation Palästina'« »icht nur ttäumen und alle« Heil davon erwartn, wenn nur recht viel« Jude» a»f Palästina'» Boden einhergehe» und fitze«, sondern auch wirklich immer mehr Ulmosenempsängcr dorthin einwandern, find wohl recht fromme, «hoenwerthr Leute, aber sie sollten doch in Deutschland u. s. w. W»» materielle Förderung chrer Phantasien finden. Und Bag Positive» für di« palästinensischen Israeliten zu thun wäre» E» ist de» Srundzüge» nach oft genug gezeigt worden, wir brauche» e» nicht zu wiederhole«. An Ort und Stelle will, mau davon »icht« höre», man will Geld, baarr« Geld, »m «» zu vertheilen, weiter nicht«, alle« Andere ist vom Hebel. Wir erwarte» aber auch von der Wirksamkeit der deutsche» Glaubensgenosse» nicht». Unser« zerfahrenen, vielfpaltigen religiöse» Zustände lassen da« »icht zu. Die Einen wolle» wirklich »icht« vo» Palästüia «ifieu und spenden «her für Zusitkaffern als für die Bewohner de« heiligen Lande«. Die Ander» fiepen i» chre» Bestrebungen auf Mißtrauen und Verketzerung, »ihrend wieder Andere gar nicht bequemer und wohlfeiler de» Rnf der Frömmigkeit, Heiligkeit, sogar der Gelehrsamteit erlang« könne», als wen» sie recht eifrig für Palästina sammeln Wir setz« einige Hoffnung auf England, weil dort warm« mtt thätig« Sympathie für Palästina vorhanden ist, weil dort die Führung in den Händ« von Männe« liegt, welch« sich an« dem etwaig« Zürnen, der Heiligen in Jerusalem «ad de» «Auslanpe" nicht« machen und «eil »an dort praktisch-verständig genug sei» kann, um endlich einmal etwa« praktisch verständige« zu wollen. »Jew. Lhron." schreibt alsbald »ach dem Eintreffen der Hunger-Telegramm«: (Blatt vom 17. April) „&« ist ernftuch zu hoffe», dast di« Sach« gründlich erwogen »erden wird, »nd bah, nachdem für di« driage»de augenblickliche Roth reichlich Hülse geleistet sei» wird, der Board of Depulie» Schritt« thun, eia tomtte von praktischen Männern »iedersetzen wird, »m dt« Lage der Juden i« heit. Laad« zu untersuchen und Mittel zu finden, durch welch« eigene Thätigkril der Palästinenser gefordert und der periodischen Wiederkehr de» Rothstande« vorgebeugl werden könne." — In dem Blatt vo« 24. Avril wird von einem Einsender der Borschlag gemacht. Sir Mos. Montefiore möge eine Versammlung von Männern an« verschiedenen Ländern berufen, um über di« Frage zu Herache». I» de» folgenden Rümmer» ist di« Angelegenhett ausführlicher besprochen, «in groß« internationaler Loagreß werde nicht« fruchten, aber eine Lommission sei nöthig, »nd allerdings sei Sllontefiore der Mann, der einzig geeiaaet fei, durch da« Geweht seine« Ramen» und sei» tausendfach bewährte« Jutereffe die Initiativ« zu ergreifen. Auch „Jew. World" spricht sich im Allgemeinen in demselben Sinne an«. Ueberau« schwer ist Lbhülfe wahrlich nicht. Wir haben e« nicht, wie bei dem Rothstand« in Rußland 1862 u. s. f. mit einer Seelenzahl von fast drei Millionen zu thun, sondern mit ein paar Tausend, und diese, ganz von Europa abhängig, wärt«« sich leiten und berathen lassen müffen, wenn e« Ernst gälte. Und wen« die Angelegenheit gerade von England (und Holland) au» in die Hand genommen würde, so würde auch der (theils ungegründete, theil« nicht ganz leere) Schein rnd verdacht, als ob di« Leut« in Palästina „resormirt" «erden sollten, keinen Boden sind«» können, vielleicht wird e« besser! Magdeburg, S. Mai (Or.-Eorr.) Auf eine Eingabe de« hiesigen Rabbiner» beim hiesige« Magistrat die Bestimmung de« K. 4 der Städteordnung, wonach Geistliche von de« directen persönlichen Gemeindeabgabea hinsichtlich chre« Diensteinkommen« b.-freit sind, auch auf chu, der GO Thlr. an jährlichen Stenern zu zahlen hat, in Anwendung zu bringe« — hat derselbe unter dem 28. April folgend« Bescheid erhalten: Magdeburg, 28. April 1874. „Ew. Wohlgeboren Anträge vom 20 d. Mt«.: di« Bestimmung in der Gemeinde - Einkommensteuer - Oronnnj. vom 18. December v. I., wonach Geistliche und Archen - diener hinsihtlich chre« Diensteinkommen« vo» der genann» te» Steuer defrett find, auch ans Sie zur Anwentmng pi bringen, können wir nicht entsprechen. Aue Befresiing der jüdischen Rabbiner und Schullehrer von den Eo», munalsteuera hat »n keiner Zeit bestanden; die desfallsig: Immunität ist vielmehr immer auf die Geistliche» und Schullerer Ixr christliche» Sonfesstonea beschränkt gewesen. Hierin ist auch durch die Beftimmuug sin K. 4 dir Städteordnnng vom 80. Mai 18SS, auf welche sich dt» Eingang« » dacht« Festsetzung der Gemeinde -Einkommensteuer - Ordnung st Itzt, nicht« geändert worden. Au« den Bertzaud, langen, nxlche gelegentlich der Anforderung de« Bürge,, rechtsgelde« von Ihne« stattgefuaden haben, ist Jhue: bekannt, dast Ihnen di« Recht« der unmittelbar«, und mittelbaren Staatsbeamten nicht beiwohnen» und daran« folgt auch, dast «St« auf keinerlei Steuerertast oder Ermäßig»», rückfichtlich der Semeindeeinkommeasteuer Aasprnch habe». Da« ooa Ix« Magistrat zu Thor»*) Ihm» gegenüber ringehaltenk, hiervon abweichend« verfahre» ist für un« nicht maßgebend, und ebensowenig kömm» dt« vo, Ihne» erwLhnten Aeusteruagende« Herrn Lnltu«minister« grlegeatlich!xr Verhandlungen über den Staatstzaushaltt- Etat auf t«s hier in Rede stehende speciell« Recht«v«rhäldnist den Gemeinden gegenüber von Anflust fet»- Der Magistrat der Stadt Magdeburg." Herr vr. Rahmer wird dies« Angelegenheit, schon um de« qWnjip* willen, durch all« Instanzen verfolgen. 6. tb# der Pnsttnz H«»»»»er, s. Mai. (Or.-Am.) Di« Sitzungen de« Abgeordnetenhauses sind nach Schluß der Reichstagr-Sesfion wieder aufgenommen worden. Der Hinblick aber auf da» dem Hause vorliegende reiche Material, welche» einer raschen Erledigung harrt, und der nach den Strapazen einer so aufregenden Reich«tag«-Sessioa verzethlsihe Wunsch, die Arbeiten der diesjährigen Session so schnell a.« möglich zu sihiiesten, werden e» wohl auch diese« Mal nicht zu der längst erwarteten Berhandlnng über da« Judengesetz kommen laffm. So sehr man sich auch von vielen Seid« nach einer endlichen Beruhigung in einer schon so lange Z:it chwebenden Angelegenheit sehnen mag, die durch die lebhaft ») SJ«n MtgL bi« «erresp. „Thorn" in bot. Jtt. dies«» Blatte«, der „Schluß" in nächster. (JUb.)