Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 18.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Warnm betrübst «U Oitzr ßqU Zfth«; «E Hs« Alttn au ihre Lippen pressend. O Mutier, tritt nicht auch Du zu m«l»e« Drängern, und beschwer mir auch nicht da» Herz. Geiieble Eitern, laßt un» mein Schicksal tragen al» eine Prüfung vom Ewigen, in dessen Willen ich mich ergebe« habe, und der un« nicht veriaffen wird hier und dort. [ Erzijhil mir lieber, wie gehl eS zu Hause, was machen die Berwandten und Freunde? Und Du, Jsachar, sprichst gar nicht mit mir, hast Deinen Liebling ganz vergessen? Der ftanb im stummen Schmerz, die Stirn gegen die Mauer gepreßt; er griff nach ihren Händen und umschloß sie mst ven seiuigen, unfähig, ein Wort hervorzubringen. Theurer Bruder, jagte sie, und eine brennende Thräne fiel auf feine Hand, weiß ich nicht, daß Du die Tyrannen zerschmettern möchtest, um mich zu befreien? O, fasse Dich, Jsachar, und sei stark. — Es ist mein Trost, daß ich Dich bei den Eltern weiß. Er blickte beruhigt in das holde, bleiche Gesicht empor. Du, unser Leid zugleich und unsere Stütze, sagte er innig. sprich, mein Herz, die Zeit drängt, kann etwas für Dich geschehen? Nichts, mein Bruder, faffe Dich in Geduld, ich bitte und reiz« nicht den Zorn des Kaid gegen unsere Familie. Was kann er mir thun, wenn ich standhaft bleibe? ES eiustand ein« lange Pau,e. WaS er Dir thun kann? stammelte endlich der alte Hachuel, dessen Stimme sich mühsam aus der gepreßten Brust hervorrang — WaS er Dir thun kann? und ein so jammervoller Klaget)» schloß diese in Wehmuth wiederholten Worte, daß die Andern sich entsetzt andlickten. Und wenn auch, geliebter Paier, erwiderte sie leise, die Hand erhedeud, und das Haupt, schüttelnd, und wenn auch — Und wieder folgte eine lange Pause. ’u Esther, mein Kind, flüsterte endlich der Alte kaum hSrbar. „ Mjst Pstsex, .gab.sie ebenso zurück. Mern Kind, ich habe Deinen Onkel, den frommen Rabbi Weser, um Rach gefragt. Run, Pater? Er sagt. Du dürstest, um Dein Leben zu retten, die falsche Lchre zum Schein annehmen, wem» Du Aussicht hast, später zum Glauben Deiner Väter zurückkehren zu können. Ihre Augen blickten angstvoll prüfend in da» abgehärmte Gesicht des Alten, der sie nicht anzusehen wagte. > Und werde ich eine solche Gelegenheit haben? v Vielleicht, meine Tochter — BMeicht — murmelte sie mit dem Tone getäuschter Hoffnung. Nein, gewiß, mein Kind, fuhr er sich verbeffernd fort. Gewiß, meio Pater? fragte sie eindringlich, als ob er iyr die vMragllche Zukunft verkünden könnte. — Gemißt wiederholte er, auf die Mauer stierend. Sie erwiderte nicht», sondern blickte gedankenvoll aus die Ihrigen, die, auf den Boden niedergekauert, wie Hülse suchend zu ihr ausschauten. v Du sagst gewiß, nahm sie nach einer Weile wieder das Wort. Aber wie gewiß, Pater? Sei Du nur frei, flüsterte der Alte an die Mauer tvet«d und sich scheu umblickend, so bringt uns das nächste Schiff füt immer in das Land der Franken. Frei? — Wenn ich diesen Kerker al» Mohammedanerin verluffe, so werden wir uns nie Wiedersehen. — WaS sagst r«, Pater? - Er rang ängstlich die Hände. WaS sagst Du, Vater? wiederholte sie dringend. Er war still Du — Du heißest mich also chun? Ich erlaub« e», stammelte er schlurfend. (Forts, folgt.) Acher. Eine Legend« nach Talmud Chaflf« 13 »Mi «lepauder Elsässer Elisa, der Sahn Sbujah's, „Namenloser" dann benannt; Weil von Thor» ab gefallen, Heidenthu« er zugewandt. „Scher" nennt ihn di« Geschichte, Fremdling in der Gotteslehr', Hat sein eigen Ball »erlaffen. Mengt sich zu dem Spötterheer. Als vom Leben abberufen Scher'« Leib dem Grab verfiel, Kam zur Nutz nicht seine Seel«,' Bange Zukunft war ihr Ziel. Hölle durfte sie nicht fassen, Heil'ge Thora sie beschütz' — Doch vom Glauben abgefalle«, Erbt fi« nicht in Eden Sitz. Jochenan und Nabbi Rsir Schmerzt des Meisters Seelenpein, Msir spricht: „Wenn einst ich sterb«, „Wird sein Loos ein and'res sein; •* „Und zum Zeichen, daß gerichtet „Seine Seel' de« Himmels Hauch, „Wird entsteigen seinem Grab« „Dichter Qualm und schwarzer Rauch!" So geschah nach Mstrs Tod«; Lcher's Grab, von Rauch erfüllt. Zeugt, daß seine Seel' gerichtet; Sein Geschick ist nun erfüllt. Jochanan spricht dann mit Spott«: „Was hast «sir Du getha»? — „taft pcm{a4t, daß des Meisters „Seel' gehört der Hill« an. I „Werde ich einst abberuken 0 „Bon dem Leben zu hielK Töd, ° " „Führ ich meines Reister» Stcke „chin zu Evefts Morgenroch.t „Dann als Zeichen wird verschwinden "• „Jener Qualm von Sitzers Gruft, „Und ^efOMU von seinen Sünden „Elisa*) man wieder ruft." Tiefen Sinn birgt)di« Legend« Aus der grauen Bäterzeit; Sorgt, daß mlld in eurem Urthell Schriftg« lehrten ihr stets seid! Nicht verurtbeUt Zeitgenossen, Well Partheigeist euch dann stört, Wartet bi« in spät«« Zeiten, Neidlos sich der Blick euch klärt. fvi Macht z«M «lwfsatze .Eft»»« b«r fpeßach.Ha,»b»> Dt« von mir in der Wochenschrift (Nr. 14 und lü erst« BtUcy«) gegebene Erlllrnng zu Peßmhün X, 3 ist. wie ich «st jetzt durch die Freundtichleit de« Herrn Halber stamm in Bzetitz «fahren, von R. Israel Llppschütz in seinem ltümmmtar zur Rischnah »Dilier«, lasrosl" b«etts angeoeutet worden. Di« betreffend« Stelle in diese» Ikommentar, den ich ««der fettst besitz«, noch mir hi« zugänglich mache» konnte, laetet »ach Ritthellung de« Herr« H.t jnk TCTlIJ^ C“1B ptjl ♦ran w rucnw onp V'-i lmi2»n wrifplrbn ."121 ri'vKvKN rote -osr? d'atw 102 Straß »urg, dm 13. Sprll. vr. E- ') Elisa heißt: Hellspender.