Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 17.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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’M 17. 1874. S"" J~TXr':r'' -W- -tf- 5. Jahrgang. Wochen-Zchrift für die religiöse« «ud focialm Interesse« des IudeathumS. «»tu»!. 1—li' «r*M tarf. fst» «ttniturM.1 *>'/,•*>. ttkil. *«i «I« ««fUmUm ». 9*44«iiMuiitni. Btnctt SufnkiMt: In Sntl4U«k 10 fUrt, ■*4 Dramd4 C st , «. Nrnntnich 1< pnl., n. ■aalte »•/, 9*C. isth-i. Ktaimmiti. veramwoktlicher Stedaklcur und Heraustgeber Rabbiner vr. X IrenenfeU in Stettin. g»s«r»«« mrtni mit t Oje. für M< str-tst-fstil««»» IttitftiU ostrr kcrm R»»» l>fxe#Mt. CM M-stertz-l»»»«» IUMI. — BU MC «wmii früh M btr tn ein- -- erfff«*»CK flutoN In der »Urft** Hiwnr LNfNfth«e. ■ ,»«»!»!,, »«r gstr. »,ch«nfchrif« t» fU|k«tlK|. Magdeburg, 23. April. JWt st-n S«44«i)M: lilitl Frt«I» in M||l|. Inhalt, Bett««»« Artikelt Zwei Net« BeitrSqe ,ur Frauenfra««. I. — Vericht« IMI (»mfMlllnillil Deutsch. («Bk: Stettin. Berlin. Trier, «»ntaaberg. «önizlberg. «u« der Pro». Posen. — Oesterreich: Wien, »u« VSHmen. — Stuhl«»»: Siersburg. — «umLnten: »u4 Bukarest. — vermischt« tttt» «»««««« Stach richte»! verlin. Leip,i,. »u« Bre«lau. Nürnberg, anksurt a. vi. «arkirch. «msterdam. Jerusalem. S. ». Ujhel,. verlad. Eonstantinopel. — Vkibeell««» Die «acht der Gewohnheit. — I«s«ratr. Awei kleine Beiträge zur Krauenfrage. l. Unlängst lasen wir tn dem Rew-Aorker „Jewish Messenger" folgende Bemerkung: „vir jetzt hat die Agitation für die Frauenrechte die Synagoge noch nicht erreicht. Keine Jüdin ist, unsere« Wissen«, eifersüchtig auf Miß Smiley, die schöne Quäkerin, oder Mr«. Hanaford, die Universaliftin, und begehrt vor ihren Brüdern zu predigen. Die Neigung, Predigten zu halten, mag unter Jüdinnen vorhanden sein, aber fie beschränkt sich auf den Famtlienkrei« oder auf einige unserer Frauen-Bereine, in denen parlamentarische Verhandlungen an der Tagesordnung sind. Selbst die wichtige Frage de« Frauenstimmrecht« bei Synagogen-Meeling« erregt unsre Damen nicht, obgleich sie al« Mitglieder und Platzbesitzerin- «en einen legalen Anspruch auf Stimmrecht haben. Keine Frau verlangt ein solche« oder die Macht, zu bestimmen, «eiche Instruction einem Ehasan gegeben werden solle. Ist die« ein Bewei« für ihre Entartung oder für ihren gesunden verstand?" Amerika ist bekanntlich da« Stammland und der klassische Boden für di« Frauenrecht-Frag« und die Emanzipationebestrebungen. Ob Jüdinnen an diesen Bewegungen, Strebungen und Kämpfen überhaupt in etwa hervorragender Weise betheiligt sind, wird in vorstehender Bemerkung weder verneint noch bejaht (da nur von mulivr in eoolssia die Rede ist); e« würde jedoch voil un« nicht unbemerkt geblieben sein, wenn eine amerikanische Jüdin sich in dieser Hinsicht einen Namen gemacht hätte. Die Erklärung für dies« Zurückhaltung ist nicht schwer zu finden. E« fehlt israelitischen Frauen sicherlich nicht an Seist, und von Ehrgeiz merden auch nicht alle frei sein; aber Lehre, Satzung und geschichtliche Entwickelung der häuslichen und sozialen Verhältnisse in Israel haben er mit sich gebracht, daß die Frauenfrage in unf'rer Mitte keine brennende geworden ist. Eine Erörterung über die gesetzliche und soziale Stellung der Frauen tn Israel, nach Bibel und Talmud, in I alten und neueren Zeiten, die Widerlegung der tausendfach I wiederholten Mähr, als ob da« Judenthum l>«r Fra« «ine niedrige, sklavische Stellung aniveise, würde eine umfangreiche Abhandlung erfordern; wir brauchten sie auch nicht zu schreiben, da solch« in Menge vorhanden sind. St kommt jin« hier nur auf die Stellung der Jüdinnen gegenüber der h«utigen Frauenfrage an. In Bezi.hung aus diese müssen zwei Richtungen unterjchieden werden, die himmelweit auseinander liegen. Wir brauchen ja nicht auszuführen, daß die s. g. Emanzipationtbestrebungen und Gelüste, welche, kurz »nd gut gesagt, in die reine Verthierung de« Verhältnisse« der Geschlechter zu einander auSlaufen, nicht» gemein haben können mit den Bestrebungen, denen edelste Männer und sittenreinste verehrungswürdige Frauen ihre Kräfte oder ihr Interesse widmen. Da« Judenthum weist jene ersteren weil von sich, hat für alle« Derartige nur ein« Bezeichnung: „Gräuel" — kennt für alle« war Zucht und Keuschheit zerstört, weder Schonung noch Beschönigung. „Der Gott dieser Leute — der J-raeiiten — haßt nicht« so sehr wie di« Unzucht", läßt dt« Agada Btleani sagen; da« Judenthum verzichtet gern auf den zweideutigen Ruhm der Milde gegen schöne Sünderinnen und heilige büßend« Magdaleiten, und wir lassen un« in dieser Beziehung den Heine'schen Witz vom Lammerschwänzchen und Faselhän-chen ganz gern gefalle». Bev.erkenSwerth ist aber der Umstand, daß die Bibel gegen solche Emanzipation«- gelüste nur e i n bestimmte« Verbot aurspricht: ManneSgeräth soll nicht auf einem Weibe sein, und ein Mann soll nicht Weibe«kleili anlegen." Wir geben zu erwägen, daß die« Verbot nicht, wie e« scheinen möch.e, nur eine Aeußerlichkeit trifft, sonderil den Kern der Sache. Man denke darüber nah. S» ist auch nicht« bloß Lenßerliche«, wenn die modernen EmanzipationSbestrebungen sich zunächst in der mannweiblichen oder ganz männlichen Kleidung geäußert haben; e« ist ein Zeichen der eingeschlagenen Richtung, weit» in der äußerlichsten Aeuße, - lichkeil, in Kopfbedeckung und Uebergrwand, ohne vorheisigen Einblick in den Eodex, d. h. ein Modejourieal, sich oft s<hw>r erralhen läßt, ob e» für Mann oder Frau bestimmt ist; wenn selbst Frauenzierrath mir Vorliebe sozusagen auf männliche Thema'« verfällt; e» ist ebenfalls gar ntchi« bloß Aeußrr-