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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1874-01-01 · 5. Jahrgang Nᵒ 16. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
5 (1874)
Issue
5. Jahrgang Nᵒ 16.
Article
Beilage zu Nᵒ 16.
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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»er jo gewirkt, der stirbt nicht, sondern lebt fort für alle vPR IIIWHKI (Ti jWi Fe«illet«a. D«» Wtt-che« *ou Lem-er. (Fortsetzung.) 0 Tahara, rief Esther schmerzlich, wa» Hab« ich Dir ge« cha», warum willst D» mich verderben, «eine Freundin? Wahrlich, ich habe diese Wort« nicht gesprochen. Welche« warm Deine Wort«? fragt« der Gouverneur. Ich sagt«, ich würde nie eine gut« Mohammedanerin werden Wa» leugnest Du, Esther? flüsterte Tahara, ihr pt* winkend; gieb doch zu, wa» ich sage; e» ist zu Deinem Glück. Still, ries der Gouverneur. Dan« z» Esther gewendet: Mein Kiud, Dein Zeugniß, al« einer Jüdin, hat keine Kraft gegen da» einer Mmirin. Du ttst di« Unsre. Und al» st« erbleichend zurücktrat — ängstige Dich nicht, fuhr er so«, um wa» handelt e» sich den»? In zwei Worte» Allah und sein« Prophet« anzuettenmn. Nicht wahr, Du hast Dir etwa» Schlimme» vorgestellt? Set gut« Muthe», mein Lind, wir verlaugen kein Opfer von Dir, Du sollst Deine Thal nicht bereuen. Du sollst mir unter mein« Töchtern eine liebe Tochter sein. Sie wollte eiugegnen, aber er legt« bedeutungsvoll dm Finger auf dm Mund und winkt« der herbeigerufenen Sklavin. Führ die» Mädchm zu Deiner Herrin; ich empfehle sie ihrer Sorge und werde bald selbst bä ihr sein. Sie folgte der Schwarz«, ohne ein« Blick auf ihre Freundin zu richten. Tahara, sagte der Gouverneur, als sie allein waren, hat sie wirklich die Wort« de» Bekenntnisse» gesprochen? Sag die Wahrheit, Weib, «» soll Dir Nicht» geschehen. Biellächt hast Du Dich übereilt. Besinne Dich, verleite mich nicht zu einer Miffethal au» blinder Lied« zu unser« heilig« Glaub«. Nein, Herr, entgegnet« di« Maurin nach «ine« scheu« Blick» auf die beiden, mit lang« Stäb« bewaffnet« Thür- Hüter, e» ist, wie ich gesagt. Drei Tage blleb Esther im Hause de» Gouverneur», Tage der Unruhe und Qual für ihre Eltem und Verwandt«, di» vergeben» Nachricht von ihr zu erhalt« sucht«. St« selbst, von Sklavin»« ehrfurchldooll bttstent, von dm Töchter» de« Hause» wie ein» Schwester behandelt, ließ die neu« Dinge mit sonderbarer Gleichgültigkeit an sich vorübergeh« Sie wie» die prächtig« Stoff«, di« goldn« Arm- und Fuß-, bäuder, di» funkelnd« Ohrgehänge nicht zurück, mit den« «an sie beschickt«, war aber nicht zu beweg«, sich «ft dies« Kostbarkeit« zu schmück«, sondem hielt hartnäckig an ihrer alt« Tracht fest. Ost stand sie mit den jung« Dam« de» Hanse» an d« hoh«, mtt beweglich« Holzgittem sorgfältig verschloss«« Fenstern, mm den« die Frau«, ohne gesehen zu werdm, weit in die fruchtbare Landschaft htnauSblickm können. Manch« jung« Araber und Mauren sah «an vorüberspreng«» der flatternde Hack*) glänzt« im Sonnenstrahl, am SatteUnopf blitzt« di« lauge Flint«. Gefragt. ob sie nicht auch wünsch« die Gvnahlin eine« so stattlich« Reiter» zu werd«, antwortete fU mit einem ruhigen Nein. Mir gefall« diese gleich Weibe« geputzt« Männer nicht, sagte sie, röcht die auf ihre Kraft und Waffen trotzend« Ich verreich« damft «ein« Bater« d« Mann de» Frieden», der nicht «in« Wurm tödtm könnte. Durch ihn wohnt Eintracht und Zufrichenhett in unser» Hause. Ein« Rann, der ihm gleicht, wird mir der Later »um Satt« bestünw« ') Smtm. »ettzm »mM. Die Mädchen sah« einander an und lacht« Und Ewer nmßte mitlach« Sie stand gewöhnlich nebm der jüngst» Tochter de» Gouverneur«, einem reizend« Kinde von dreizehn Jahr«, zu dem sie «ine große Zunägimg gefaßt batte. Meine arm« Fatme, sagte sie, da» LockerÄpfchm der jHfifltft fireididsb. Du bÄauerst «n» also? rief« di» Andern. Gewiß, «tgqpwte Esther «ft schelmische« Lächeln. Seid Ihr nicht zu bedauern, da Ihr vk ein« Minen bekommen werdet? Die Mädch» sah« sie halb erschreckt, hall« sp»tttsch lächelnd mtt fragend« Blick« an. Ein maurisch» Mädch« fuhr fie fort, bekommt nicht ein« Mann; der Mann bekommt sie. Man iM Euch gut «ingefchloffm bi« zu Eurer Berhetralhung »nd bester «ingeschloff« nach Eurer Vechetrachung. Ihr erfahrt ja nnr durch Eure dumm« Sklavin»«, wie es dranßm tu der Weft zu» geht. Wir Jüdin»« find frei. Unsere Bäder und Männer vertrau« un». Aber wa» nützt Dir Deine Freihett de» Elend»? rieft» die Maurinn« Gewöhnlich antwortete fit mtt et«« Seufz». Sin «al nah« fie da» kostbar« Vogelbauer von der Wand, öffnete da» Thürchm und ließ dm Vogel hinau». Wa» chust Du? rief« fie ängstlich; schnell da» Gitter gedreht, daß er nicht entkomm«! War fürchtet Ihr? sagt« sie ruhig, hat er nicht «im» golden« Käfig und-reichliche Nahrung? Er wird nicht ft dumm fein, die Freiheit seine» Elend» verznzteh« Am viert« Lage ließ der Gouverneur sie vor sich komm« Hat man Dich gut behändest, «ei» Ktud, fragt« er sanft, oder hast Du Dich über irgend Jemand p, beklag«? Bester al« Deine Magd e» verdtent, antwortet« fie da» Haupt nägend, ein Jeder war freundlich und Mig-egenmich. Haft Du mir ein« Wunsch vorzutragen?. Kein«, al» m da» Hau» meine« Later» zurückkehr» z» dürf« Sprich nicht so thöricht, rief er auffahrend. Für die» Mal, «nd er strich sich desünfttgmd dm weiß« Bart, will ich mich noch erinnern, daß die Tochter gesprochen hat. Ab« von mm an merk Dir, daß Du un» gchörst. Die Jud« Hab« kein ««recht mehr an Dich. Ich «erd« Dir mein« Taleb schick«, Dir die Wefthett de» Jrlam pt erklär« Deine Magd versteht nicht die Worte der Gelehrt« So ist'» Recht, entgegnet« er lächelnd. Et» «Seid hat in solch« Ding« kein Urthetl. Vertraue mir, »nd Dank Allah für die Gnade, dt« er Dir rrzetgt. Sieh, ich weiß wohl, daß dt« Jud« die Kinder de« groß« Abraham find gleich im», aber Allah hat fie verworftn «ft getretm gleich de« Koch der Straße, well fie sein« höchst« Prophet«, Mohammed, gelobt sei er, verschmäht «nd bekämpft Hab« Du aber sollst unter die wahr« Gläubig« ausgenomm« werde», ja. Du bist et schon, da Du nach Tahara» Zeugniß Deine« Irralauben entlast hast. Nicht also, mein Herr, rief fie, mtt Würde da» Haupt erhebend. Wenn e» wahr ist, daß mein Volk von unser» Bater im Himmel bestimmt ist, unter die Füße geirrt« zu werdm, so falle mein Loo» mtt dem sein« Dein» Magd ist nicht ein Kind, best« Augen nicht sehen, deff« Ohr» nicht hör« Mein« Gott, den Sott J»ra«l», kenne ich, und vou chm kann ich nicht last« So lchrt« mich «eine Elte«, und so muß ich thun. Dein falscher Prophet ist mtt ein Gräuel und ein Spott in mein« Augen. Er war so überrascht, daß e» «im Weile dauert», ehe, er im Stande war zu sprich« (Forts, folgt.) . I. ' .s

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