Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 14-15.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 14-15.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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SW «£?> * T. Srvö .1. Erste Mage zur Israelitischen Wochenschrift. T ft?. 14 ». 14. Magdelmrg, den 2. April 1874. 1 fftiN« |Nt Peß»«h-H«g«d«r. Die n de« beide« erste« Peßachabende« übliche« Qo brit»ch« «»erde, in der «och heut« beobachteten Reihenfolge dnrch de« letzten Abschnitt, de» Traktat« Peßachim un« ange- «ebe». Rur eine« Gebrauche« geschieht, wie es scheint, hier «tner Erwähnung, nämlich des Brechen» der «ittieren Mazvor de» Aufheben der sogenannte« Seder-Schüffel. In tzagada finden wir eine Anzahl mnemotechnischer Ausfcrftdt, welch« atU diese Eiüzelnheiten tun andeuten. Bei «len läßt sich die Berechtigung ihrer Aufeinanderfolge au« de« erwähnte« Abschnitt herleiten; nur dafür, daß das Wörtchen „Jncha*" (Brechen der Mazzah) zwischen »Lnrpna* «nd »Lknggick* »ingeschoben ist, bietet derselbe, wenigsten» de» ersten Anschein« «ach, kein« Erklärung. In der Mischna nämlich weiden die verschiedenen Gebräuche, um di« für diese Abend« vorgeschrirbeaen „4 Becher" gruppirt. Rach dem Etnschenken des«rft«n Bechers wird, wie Mischna ll und III bestimmen, das Riddusch - Gebet verrichtet, dann findet das erst« Tintanchen statt, dem vorschriflsmätzig da« Waschen der Hände »orangehen muß, und hieraus iverdtn dtarrak, ölornur, Okniwaoatk und zwei Gerichte (bei uns ein Ei und Seroa gebracht — oder vielmehr zurückgebracht, da nach den erläuternden Bemerkungen der Gemara vorher nur, und zwar nni dt« Auf- «rerkjamktlt der Rinder zu erregen, der bereit« gedeckt dastehende Lisch weggerückt oder, wie bei uns, die Schüssel aufgehoben wird. Mischna IV—VI führen alsdann aus, daß «ach de« Einichenten des zweiten Bechers Ha nisclitans gefragt und die tzagada di« goal Jissroel verlesen werde. Beiläustg bemerken wir, daß die Worte Rabb&a Gamliel haja omer ». s. w. unserer Ansicht nach nicht einen allge- «ernen Ausspruch dieses Lehrers einieitei«, den er öfter im Mund« zu führen pflegte, sondern vielmehr bedeuten, derselbe hätte am Peßachabende den nachfolgenden Zusutz gemacht, der dann auch späterhin in dir tzagada ausgenommen worden ist; nur bei dieser Annahme hören die Wort« auf, ein störendes Einschiebsel zwischen den vorhergehende» und folgenden Sätzen, in denen wir doch offenbar Partieen de« Seder- »ortrages vor uns haben, zu sein — Beim Eiuschenkei, des dritten Becher«, — so giebt un« endlich Mischna VII an, wird da« Tischgebet verrichtrt und beim vierten das Haltet beendet. Es setzt dieses natürlich voraus, daß vor dem Genuss« des dritte» Bechers die Mahlzeit stattfiudet. Man kann datier wohl sage», daß sämmtlicht von un» geübten Gebräuche ganz so wie wir sie jetzt noch aufeinander folgen, iaffe», auch im letzten Abschnitte von Peßachim auseinander' folgen — bi« auf ein« einzig« dem Jachas entsprechend« Vorschrift, von welcher sich nach unsrrer bisherigen Darstellung k.ine Spur an der Stelle findet, wo man sie zu suchen berechtigt wäre. Der Talmud schreibt nur — und auch diese« an einem andern One — vor, daß man ein« gebrochen« Mazzah neben der ganzen zu legen habe, um das DTb zur rechten Anschauung zu bringen GTD1TB2 'Mbv 12TT Nv). Wann aber das Durchbrechen stattziistildril habe, darüber findet sich dort keine bestimmte Audeulung, und es herrscht deshalb auch hierüber bei den Erklärer» keine volle Uebereinftimmung, indeni Uaimonide« erst nach dein Genuss« de« zweiten Becher« da- Auseinaitderbrechen vorschreibt. Allgemein freilich fand dieser Gebrauch schon in den ältesten Zeilen, wie u. A. aus dem Sivvur de« R Amrai» zu ers.hen, vor den» Aufheben der Sederschüffel statt, aber man hat sich hierbei keineswegs auf Angaben de« Talmud berufe». Manche fanden den Grund hierfür nur darin, daß niau dein» Aussprechen des „kfio lachmo anjo* gleich auf ein zerbrochenes Stück als ein „armseliges" Brod Hinweisen könne, nach Andern enthält der Ausdruck maaniaok prussah u. s. w. Andeutung, es müsse beim Aussprechen der KTklv Me Mazzah schon gebrochen daltegen, nicht erst neu gebroch«»' »erden (>. vrth Joseph zu Tur 47»), was aber keines weg«» erklärt, weshalb diese« Brechen erst vor de« Aushebe« der Schüssel, nicht gleich beim Einschenke« des ersten Bx-er« stattfindet. Ich glaub« indessen, daß bereit« die Mischna das Brechen der Mazzah ausdrücklich vorschreibt «nd zwar an derfelbr« Stelle, an der wir es noch heut« »rrnehmen. Di« Vorschrift liegt in de« Anfangsworten der dsttten Misch««: 107t mc-xS matt nr- Dies« Worte haben schon den alten Erklärer« Schwierigkeiten gemacht. Ohne die Motiv« ihrer Erklärungen hier anzuführe». bemerken wir nur, daß die Einen darunter Mazzah, die Andern Roraur verstehen, di« Erfteren also übersetzen: »man taucht Rettich ein, bevor man kommt zum Genüsse der Mazzah" di« Airdern »bevor man kommt zum Genuss« des Moraur". G>gen beide Meinungen indessen lassen sich gewichtig« Einwennmgen machen. Besonders nach der ersten Auffassung ist der ganze Zusatz rin inüßiger, und es ist nicht abzusehen, was mit ihm bezweckt werden soll. Die andere Ansicht «ürd! diese tzinzufügung insofern eher rechtfertigen, als dadurch gesagt werden soll, man tauch« gleich am Anfänge ein» bevor man zu dem später an da« Brod sich anschließend« Eintauchen kommt. Es stände hienach der Zusatz nur deshalb, um vor dem Mißverständnisse za bswahren, als ob unter diesem nur zur Erweckung der Aufmerksamkeit der Rinder stattfindende« Eintauchen das obligatorische,, innerhalb der Mahlzeit zu vollziehend« gemeint sei. Allein ist denn überhaapt ein solches Mißoerständniß möglich; ergiebt nicht vielmehr der ganze Zusammenhang, daß hier nicht von dem nach der Mazzah zn genießenden Moraur di« Rede sei? Auch sollte man glauben, daß der Ausdruck matt 1V auf etwas unmittelbar Folgende», nicht aber auf etwa» nach längere,: Unterbrechung erst Eintredeudes, wie es der Genuß von Mazzah und Moraur ist, hindeute. Ich nehme deshalb die Stell« in etn«in ganz anderen Sinne, indem ich für NB7k mtTßS dir sich bei vartinoro findende Lesrart 71B7t DK IfilfiS wähle. TB*7ß hat hier dieselbe Bedeutung wie Hiob LVs TTBTJJ'I (s. Tos. Jomtob tz 6t.)*) also zerbrochen u»d unter Tßlü^ ist gemeint da« Brechen der Mazzah. Man wunder« sich nicht, daß die Mischna nicht in direkter Redeweise sagt: '21 ISIC 2HK1, sondern lieber da« Brechen als etwas Beiläufige» erwähnt. Das Brechen gehört nämlich streng genommen nicht zum Seder: es wird nicht direkt geboten, aber doch vorausgesetzt, daß man nach der Anweisung einer and«, reu talmudischen Stelle eine gel»-ochene zu der ganzen lege. Bevor man aber noch die Mazzah bricht, soll man, sagt di« Mischna, «intauchen, und sie wäre demnach zu übersetze« „man tancht Rettich ein. noch bevor man sie) daran macht, da« Brod zu brechen, alsdann bringt man (nach vorherge» gangenem Wegrücken de« Tische« resp. Aufheben der Schüssel) nochmal« Mazzah und Alles znm Seder Gehörige. Das seltene und ungewöhnliche TBTB1? ist statt de« Häufigeren P:jqS wohl deshalb gewählt, weil man beim letztere« Ausdrucke an das mit dem Segensspruche verbundene Brechen denken würde. Der Gebrauch dieser selten:» Worte« hat nach meiner Erklärung nichts Befremdliches, während bei der gewöhnlichen Auffassung nicht abzusehen ist. iveshatd statt der kurzen Bezeichnung Mazzah oder Moraur die Umschreibung HCl mBTB angewendet wird. Demnach dürft« wohl da« Jachaz, „Brechen der Mazzah" aus der Mischna selbst di« Berechtigung herleiten, m unserer tzagada zwischen dem „ltarpas, dem ersten Eintauchen" und dem „dlaggick, dem Bocleien de« Peß achvortragcs" seinen Platz einzunehuien. Straßbnrg, W. Pr. 0r. Gronemanit. ») 9t sagt: 2-, TB TB1? pTTD "*02 KDTJn. Zu den «an ihm angesithrten Aitaten ist noch veza 7 ». '21 7BP2 TB TB DK «tznsühren. Siehe Aruch *. ▼.