Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 14-15.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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110 — Ctfcuten' »erde dieser SnMrtit an» de, mannigfaltigste» Gründe, geschehe«, oha« daß irgendwie M erweisen «»glich wäre, er sei nicht au» confefsiouellen Bedenken geschehe». Di« gehorsamsi uulerzeichutten Beamten jüdischer Gemeinden können die» au» eigenster Erfahrung nur bestätig.» und sehen mit Bcsiimmtheit voran», baß ih e Existenz ver uichtet oder doch äußerst verkümmert würde, wenn Ein hohe» £«»< einem solchen Gesetzentwurf Seine Zustimmung zu gebru beschlösse Wir rufen daher auch unsererieit» deu Schutz de» hohen Hause» gegen eine solch« zerstörend« Maßregel an, welche z.-hlretchen seil Jahren segensreich wirkenden G-nofsi «schäften den Untergang bereiten und die Existenz Tausender von Familienvätern uubeilvoü gcschrden würde. Um so u»hr vertrauen wir der Weieheil Eine» hohen Hause», al» dasselbe di.sen Schutz anderen Kuchengenofienschaslen und Kirchendienern b.i vorkoullnender Veraulastuug stet» gewährt hat." Unsere Leser im allgemeinen, wie die zum Unterschreiben der Petition aufgeforderten EultuSbeamten insbesondere dürsrn verlangen, daß wir mit unserm Urtheil über diese Petition nicht zurückhalten. Wir begnügen un» auch nicht damit, hier auszusprrcheu, daß wir für unsre Person diese Petition wegen de» zweiten Alinea derselben nicht unterschreiben kennen, und daß gewiß nicht wenige Rabbiner und sonstige Eulluabramte achtbarer Geuieinden in derselben Lage sein werden, weil man damit gegen die Gemeinde wie gegen die eigene Person ein Mißtrauensvotum aussprechen würde; sondern wir sind im Falle noch einige andere Ausstellungen gegen die Peti.ion vortragen zu müsien. Es haben mehrere hochgeschatz.e College» die Freundlichleit gehabt, thells um unsere Ansicht über die Petition bei ui» anzufragen, theil» ihre Anschauung un» mitzutheilen. Wir geben einige Sätze au» diesen Zuschriften. „Wenn ich auch die Einheit der Gemeinde als etwa» Heilige» und Erhabene» betrachte, so kann ich dennoch, »der besser: darum diese Petition unmöglich unterschreiben. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir nicht berechtigt, Hundemausende zu Steuern zu verpflichten. Ti« Einheit der Gemeind« ist etwa», wofür mau sich begeistern kann, aber nur »«lauge, als keine persönliche Interessen sie trüben. Die Wcheit der Gemeinde ist der Stoben, auf dem allein die Ein- Hnt: m» da» Ansehen deS Judenthums gedeihen kann, sie ««ch daher out aller Kraft oertheidigt werden, nur acht mit Giemnden, die sie au» der ideal:» Höhe in den Staub gewöhn- Sütnr jnink, ziehen." Mi» dem Schreiber vorstehender Zeilen stimmt ein an Gmmr Hr. fefegt fo wesen.lich überein, daß wir auch seine GttmswUdm: LLoae mittheilen, eben weil die Beiden sich nicht mtäm «mtinnder baden .Wir beamteten Rabbiner, di« wir Gd »» alllgimmme Beste .... strebe» sollten jetzt da» Odium mt mm iUaan, alt « «» iuu> nur um unsere Pfründe zu Mm ' «er Lftmtr ichem» mir weder gerecht noch klug zu sein. »» ch mUd -mnvr, Nach mir n« unsere» lieben Brode» willen «ft Etstdet mr Gioweime nreden, und wäre e» wahr, so Frransmlk tarn gerechte. Und daß e» unklug ruvanui nold aainai Gegnern eint solch« Waffe « m tun» pl »riln. Uegt aus der Hand." — MM «Mumm Oman ftiiiirii«|fi bei, aber mit einer DMftd» MmiMmMiwA Ixt ldente Standpunkt ist in dieser M» «Mst n« allliai» twrchwMe. und di« Gestchr, daß wd d-MMh mäm Auixulbtamxc .«ermchiet oder doch äußerst me&nmm xmmtr — amt tat Haom, sich auSdrückt — Mmchm» mk §m Lmnsnche Ixt Mische Cultu» ft*«»* m» Mo miear Manch, der mnteriellen mr mch, j, Huitixtf Beioldimg oder mstch« and m Vftxne und Praxi» ha : W» MtjmH, Mststn» watftx, ti int «iabrhnu- Mr xemttmm vmWstm Win, nrfyfrtni nnb best, m PmstlSm. kchtcheir tla. tat «ft ka'» u. f. «. zstgt et un»; daß aber bet plötzlicher, radiraler UmgestaUuskg der Semeindeverhältniste viele LuUuSbeamte in Roth gerathen und zunächst geradezu brodto» «erde» müsse», kann auch keinem Zweifel unterzogen werdcn. Wer will nun bei aller Idealität verlangen, daß solche da« drohende Schicksal ruhig über sich Hereinbrechen lasten? Wer kann e« ver- »Lnstigerweise verargen, wenn die gesetzlich und moralisch zulässigen Mittel der Abwehr versucht werden; Warum darf, wer seine Existenz gefährdet glaubt, nicht petitioniren, und warum soll euwnd verpflichtet fein, eher zum Bettelstäbe zu greifen, als die Frage von der idealen Höhe herabzuziehen; Ebenso ist e» klar, daß eine Verdächtigung der Petitionirenden, als sei eS ihnen nur um ihr« Pfründe zu thun, doch nicht gegen solche Beamte erhoben werden kann, bei denen, selbst hyperbolisch von einer Pfründe zu rede« unmöglich ist. Demnach kommen wir aus den Satz: .Eines schickt sich nicht für Alle." Rechnen die Sprüche der Väter e» zu den Kennzeichen eine» Weisen, daß er seine Stellung richtig erkenne, so müssen die EultuSbeaniten nach dieser Erkenntniß streben und nach ihr handeln. Mr dann seiner Person, seiner Stellung, seiner Gemeinde nicht» zu vergeben glaubt, wenn er die Petition unterschreibt, den wird darüber kein Vorwurf treffen können. Andere dagegen werden es Unterlasten müssen, well sie sich der Verdächtigung der Unterschiebung rein selbstsüchtiger Motive nicht aussetzen können, well sie sich schädigen würden, ohne der Sache wesentlich zu nütze». bln. Magdeburg, im März (Or.-Corr.) Da» hebräisch« Gebet für diejenige», die sich mit Geuieinde-Augelegrnbeitea be—Emuna beschäftige», ist zwar au» vielen Synagogen geschwunden, doch nicht die Anerkennung und Dankbarkeit für dieselben. Selten läßt eine jüdische Gemeinde eine Gelegenheit, die solche Kundgebung erheischt, unbeachtet vorübergehen. Vor wenigen Monaten berichteten wir in diesem Blatt über einen solchen Act, der sich in hiesiger Gemeinde vollzogen, und auch iu diesen Tagen hat ein ähnlicher Act stattgesunden. Herr Hoflieferant F a l k e n b u r g hat sich au» unabweisbaren Gründen gedrungen gesehen, au« dem Vorstand«, dem er eine sehr lauge Reihe von Jahren angehörte, auszuscheiden. Sei» Austritt aus dem Vorstande wurde allgemein bedauert. Mit seltener Treue, Ausdauer und selbst mit Hintansetzung seiner eigrnen Jnreresten hat H. F. sein langjährige« Amt verwaltet. Bon manchem herben Schicksal heimgefucht, fand der brav« Mann seine Beruhigung darin, di« ihm nur karg zugemeffenen freien Stunden gemeinnützigen Zwecken seiner Gemeind« zuzuweuden. Bescheiden, geräuschlos in seinem Auftreten, wußte er stet», wenn e« nöthig war, vermittelnd einzuwirken und manche- Unebene au«zugleichen. Die hohe Achtung und Anerkennung, «elche ihm stet» gezollt wurde, ftnd bei seinem Auttritt au» dem Vorstand«, durch di« K-rper» schasle» de» Vorstände» und de» Repräsentanlen-Lollegiu«», zum volle» Ausdruck gekommen. Di« Verdienste de« H. F. wurde» durch eine sehr anerkennend« Adrest« und einen höchst prachtvollen Pokal, welch« chm durch eine Deputation beider Eollegirn überreicht wurden, gewürdigt. Wir aber schließen mit dem Gebete: r 012V ‘rra'p'n rwona "N2'2 '2122 cpovr ’a ^21 ftirakrg. (Schluß.) Der .Fränk. Kur." fahrt fort: .Da» über allen gedruckten Gesetzbüchern stehend« Gesetz der Moral sagt, daß rin siebzehnjährige» Kind, wenn r» eine» so folgenschweren Schritt zn thun im Begriffe steht, der Einwirkung der Eltern nicht entzogen «erden darf, und die» Gesetz habe» die Herren in Reubettel»au mit Füßen getreten. Wir« in diesen Regionen nicht da» RechtSgesühl durch den Wtigiftien Fanatismus erstickt, so würde «an die Kinder nnder Mutter geschickt und e» der älter«« Tochtrr Hab«», sich in Odessa, unter de» Schutz deck ans-