Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 13.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 105 — Bachurim ben physischen Durst, «ad nun geht» in« S. Stockwerk, um bei dem Talmud-V»fliffenen Maggid zu lernen. — Die Synagoge der portugiesischen Gemeinde ist ei» einfaches, aber geschmackvolle» Gebäude. Der Euliu» dem Ritu» gemäß, sehr würdig, und da diese Gemeind« keinen Ehacham hat, v rrichiet der Ehaiau den ganzen Gottesdienst. Di« Gemeinde „Aniche-Ehesed“, die schon im Sterben lag, btt sich wieder durch Namensänderung gerettet, — wird sie nicht mehr genannt, sondern jv2*) Sie hat klug gehandelt, sich mit der Gemeinde des Dr. D. Einhorn zu vermählen. Dieser Gelehrte wird oft die Gelegeaheit nehmen, die Bedingungen zur Erhaltung einer Gemeind« vor- ,»hatten: „ji DflUO NP^P 07 7l'2 TP MOV' K1?!" Doch haben die jüdischen Gemeinde» in Amerika auch sehr fchutzcnSwerthe Lichtseiten. Sie errichten WohlthätigkeitSanalten. Kranken-«und Waisenhäuser, unterstützen Fallend« und nd aibetlsaia und fleißig — In ganz Amerika ist der Orden rB3ne Beritl»“ verzweigt und verbreitet. Derselbe zählt jetzt in Amerika 200 Logen unter sieben Distritl-Großlogen und einen höchsten Körper, dir EonstiluiionS-Großloge genaimt. Dieser Körper besteht auS einem Delegaten von jef der Loge und versainnielt sich jedcS fünfte Jahr in Eonoentionen, dieje» Jahr in Chicago „Äohllhätigkeit, Bruderliebe und Eintracht“ sind dir Haupte igeuschaste» dieses Orden». Nicht nur geistige Nahrung und Belehrung bieten die Logen, sondern anch für schwach und krank gewordene Brüder wird gesorgt. Bei Todesfällen werden die verstorbenen Brüder in würdiger Weise bestallet, und die Zurückgebliebenen erhalten gegenwärtig au» dem Fond der Loge die nicht nnbedeutend« Summe von etwa 1200 Dollar. Zu dieser Unterstützung der Wiltwen und Waisen tragen alle Brüder bei, der Reiche giebl nicht mehr und der Arme nicht iveniger. Bor etwa 30 Jahren ist dieser Orden durch Männer jüdischer Religion und deutscher Abkunft gestiftet worden, und ntmnil täglich zu. Wohl ist er der Freimaurrrei stark nach- ' gebildet, er neun: sich auch geheimer Orden, allein er ist ein echt israelitischer Wohllbätigkeitsverein und hat schon viel Treffliche« und HeitsaineS bewirkt. — Die Männer, die ihn gegründet haben und die ihn heute noch ivarm unterstützen, find in jeder Beziehung schätzen»- und achtenSiverth Henry Jone«, so hieß der Mann, aus Hainburg gebürtig. der sich um den Orden 11 B. große Verdienste erwarb. Schreiber dieses kannte diesen Biedermann persönlich und beklagt bebte noch den zu frühen Heimgang eine» für Wohlthäligk.it» Bruderliebe und Eintracht, von ganzem Herzen, au» ganzer Seele und mit allen Kräften wirkenden Manne«. Gottlob, der Orden B. B. ist nicht verwaist geblieben. Die Freund« de» verstorbenen Henry Jone«, al» der würdige GreiS, der gelehrte Dr. C Friedlein, Julius Bien, Moritz Ellinger u. st w. wirke» iin Sinne des Verstorbnten fort und erreich»-» bedeutend« Ziele. Vermischte und neueste Nachrichten. Otl» (Schlesien), 18. März. (Or.-Sorr.) Die hiesige Gemeinde hat durch die Energie ihre» Rabbiners e» nun auch erreicht, daß durch eine Verfügung de» Königlichen Provinzial-Säml-Eollegium« zu BreStau (an den hiesigen Gymnafialdirecior sowie an den Rabbiner Dr. Cohn) ungeordnet wird, daß Letzterer bei Feststellung der Erusuren für die jüdischen Schüler de» Gymnasium» zugezogen und sein Unheil über deren Fleiß, Fortschritte und Führung in die Zeugnisse, wtlche von, Rabbiner niit der Bezeichnung al» „jüdischer RetigiouSlchrer“ mit zu unterschreiben sind, aufgenonimen werta, soll. Daß ein Gleiche» in Bezug aus die jüd. Schüler “) Wie im vor. Blatte gemeldet, hat« die Semeiud« >. LH. und Xif Jatttuuim sich Mttiaigt «u» k« Mm« Bethel angawmm«. (**■) und Schülerinnen der Stadtschule durch di« Schuldeputcition angeorkmet ist, haben wir bereit» in Nr. 6 d. Bl berichtet. Dirschg». Der diesige Rabbiner. Dr. Giro, versendet einen PeiitionSenkwurf an die Gemeindebeamten, der im Anschluß an die dietbezügllchen Denkschriften und Petitionen in Sachen de» Auttritt« an» dem Gemeindeverbande r» noch besonder» betont, daß. fall» jene Bestimmung im Sinne der LaSker'jchen Resolution GesetzeSkrast erhielte, die Existenz gar vieler Gemeinden und ihrer Beamten gefährdet würde. Bukarest. „Arch. J»r." berichten jetzt ebenso wie unser Lorreiponoeat in Rr. 10, daß da» europäische Publikum durch die Telegramme, welch« den Beschluß der Verleihung von Bürgerrechten an die Inden Rumänien» verkündeten, »nystisicirt worden ist Die Erläuterung de« Jrrlhum» Dtxfe der Täuschung — welche Arch. JSr. geben, stimmt genau mit d»'r in unscrm Blatte überein. Euoco. Der hiesige Rabbiner, Prof. G. E. Levi. hat «in Rnnoschreiben an seine AmtSgenossen gerichtet, in welchem er deren Aujmerlsamkeit wie auch die der Vorstände in den einzelnen Gemeinden Italien» auf da» Thun und Treiben der angeblich bevollmächtigten Sendboten an» dem hesi Lende lenkt. (Bei uii» zu Linde hiben wir dafür den bezeichnenden Ausdruck „Schnorrer“.) Wir gebe» hier den Wortlaut diese» Schreiben», welche» im „Edncatore“ und „Eorriere" veröffentlicht ist, in getreuer Uedrrsetznug wieder: „Seitdem in Italien wohlweislich die Einrichtung gettoffcn ist, daß den Abgesandten au« dem heil. Land« die Mühe erspart wird, die verschiedenen Hauptgemeiilde» aufzusnäien, um daselbst da« Erlrägitiß der Sammlungen und Beiträge für die dortigen Anstalten in Empfang zu nehmen, indem man nunmehr die Gelder direct an ihre» Bestimmungsort gelangen läßt, wie da» schon seit Jahren hier und an vielen Orten geschieht: sind gleichwohl immer in bestimmten Zwischenräuincn Sendboten aus Jerusalem aufgetaucht, angeblich beauftragt, für irgend welche neue, mehr oder minder philanthropische oder jüdisch-religiöse Institution zu sammeln, und mit den feinsten Kunstgriffen haben sie so inanchen Groschen abzulocken gewußt, der besser zur Erhaltung oder Reubelebung localer Institutionen und al» Beitrag zur GrllOdüng von Anstalten zur Förderung de» Gemeinwohles, zum Nutzen des Cnllu» oder der religiösrit Belehrung, die gegenwärtig ein tiefempfundene» Bedürfnlß ist, verwendet worden wäre. Ich würde gewiß nicht meine Stinime erheben, um Tadel auszustreuen und Mißtrauen zu erwecken in Betreff dieser Sendboten, wofern man nicht wirklich einen Betrug zu befürchten hätte, von Seiten der Mandatar« sowohl als auch der Mandanten. Die italienischen Rabbiner, sämmtlich Männer von gutem Glauben, deren Gemüth sich stet» für die edelsten (öt* fühle »er Religion und Huntaniläl begeistert, lassen sich leicht der Eine durch den Andern, einer langen Kette gleich, in da» Retz de» Betrüge» hineinziehen und werden so, ohne;» auch nur entfernt zu wollen, betrogene Betrüger. Die jüdische Presse warnt nicht vor diesem Uebel und beruhigt sich mit de,n guten Glauben der Rabbiner. Ich habe bereit» an Mehrere ineiner Eollegea in dieser Angelegenheit geschrieben, and jetzt drängt ntich oiein Gewissen, alle israelitische Gemeinden der italienischen H»tlbi»sel durch Bermittelun.' der wohllübl. Gemeinderälh«, an die ich mich wende, hiermit aufzuforbern, aus ihrer Hut zu sein, jedem ich die Anwendung de« Prinzip« empfehle, keinem au« Jerusalem kommenden Boten Vertrauen zu schenken, unter dessen Diplomen «der Documentra nicht ein« besonder» aulheittische Empfehlung oder doch wenigften« ein« einfach« Bidtmi» rung von Seiten eine» der beiden Männer sich befindet, die mit dem Lichtglanze ihre» Ruhme« da» moderne Judenthum bestrahlen, Mose» Montefior« au» London und Alben Loh» au» Pari», Männer, welch« beide die heilige Stadt genau kennen, und derselben di« Schätz« ihrer unerschöpfliche« Sohlthätigkeit habe« zuftrömeu lassen.“