Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 5 (1874)
- Issue
- 5. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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»>.'• --y ■ i; i ii r I .UhMßetk MiiRta, b« <t jedoch üachtzaß, chat '«an Wlchllch K »i* n «ölte. %H*U*0 bUbtte dies« Gegenstand den Gespräch»ftoff im Orte. Schadenfreude und Theilnahm« — den« auch die UjUreiftplk chm nicht -an» — Wetteiferten den Stoff ouNrltze». >i»«r Frennd »ie Feind waren überzengt, daß er mit feine« wahnsinnig:« Projekt« -an» rniniren müffe. Di» nächste Hochwasser «ird ja den sch«ach«n Dann« gartschwämmkn, »n beste, itutführnng tr sein kleine« «fittchr» dt« »um volle« Verth« belasten mißt«. Der Frühling tarn, mit ihm da« Hochwasser, da« den »on Uprat« erbauten Dam« spaziere« sichren sollte; da« vaffer waa aber minder schadenfroh sein, al« die Menschen, denn der Damm btted stehe» und er steht «och heute. >«f de« fetten Loden aber wuch« schwerer Weizen und üppige« He». Und al« dt« Saat eiugehestnst war, da berechneten «h» «Jene, di« Ephraim« Beginnen für Wahnsinn er» klärt hatten: Da« Erträgniß de« ersten Jahre« müsse nicht nur dß», Kesten de« Damme« gedeckt, sonder« auch einen nicht unbedeutenden Uederstnß »urückgelaffen haben. Da kratzte« sich.freilich so Manch« di« kahlen Köpfe «nd — schwiege». Da« nächst« Jahr kan und da» »wettnächste, der Damm «Wer blieb; unter seinem Schutz« «ttsptoffen dem Loden reiche .CruitK »nd Ephraim wurde «in «dhlhabender, mithin geachteter Mann. .Rur Hirsch Leeb wollt« von einer Versühnung nicht» wissen: er war dem »Lauer" noch so feind, wie an he« Tag«, an welchem er ihm seine Tochter versagt und sein .Han» verbot»» hatte. »Und wenn er so reich «ird wie Rothschild," pflegt« er zu sag«,, »und ei« vaner bleibt, so bekommt er »ein« Tochter nicht." Mirjam aber schwtea. Sie hatte. Ehhraim seit jenem .Tage «igt gesprochen. Sie kannte di« Uaversöhnllchkeit chre« -Barer«, hoffte aber bcRnodj von der Zeit rin Zurückkehren P, da« alte Geleise, und wir« jeden Freier ad, zum großen Merger Hirsch Leeb«, der in solchen Füllen immer sagt«: »Wenn D, «in« att« Jungfrau werden willst, — ich habe nicht« dagegen, aber den -edanken an Ephraim laß Dir vergehen, denn wicht «nr ,v lange ich lebe, auch nach »eine« Tod« wird der .Nicht Dein Man» sein, dafür habe ich schon gesorgt." Mirjam aber schwieg »nd — wartet«. . . . 'Nn all da« dachte Ephraim, «ährend er am Fenster sitzend in die finstere Nacht hinau«starrte. Stunde um Stunde »erging, der Regen hatte anfgehürt, der Morgen begann sich »bah» zu brechen und Ephraim saß noch immer flnnend am ^Fenster. Pserdewieher» «ad Rädergeraffel weckten ihn au« . wachenden Traume. Er sah ans, ein Wagen fuhr am Her vorüber. Hirsch Leeb kntsqfirte und neben ihm saß ja« tn einem Mantel gehüllt, den Kopf tief auf die Brust daesenkt. — Ephraim sprang auf, rin krampfhafte« Stöh- .len jittrang sich feiner Brust, daun «Ute er htnau« und Km Wagt« nach, lange, laug«, bi« er ihn au» de« Le« ficht« verlor. »Ja, so stehe» die Sachen", sagt« Hirsch L«eb-»» dem H« gi ge «über fitzenden Ephraim, »at« wir nach jene« Rocht, t» chm.«ich «in Jrrlhum i» Dein Hau« geführt, nach Hans« tuui», erkraukt« Mirjam. Unser >rzt fand Mstwg« da« UM» nicht bedenklich, »ach 'einigen Tagt» wurde c» jedoch s» schlimm, daß er «etul«, wir sollte» einen anderen Arzt . Zonsgifiren. Ich ließ Vr. Müller an« der Stadt hole« — - d«r sprach zuerst davo» Du glaubst es wir ans« Won, da« tch'«o>-M«lach«e. »der e« wurde immer schlimmer »ad al« ft'. m «rofeffor, de» ich au« de» Restdenzi komme» ließ» da« ft Ochsch» («ft< da entschloß ich «kch,-freilich «tt schwere» ~ Ephraim htttk während 'vär^ ganzen Zeit, 'kn der chm Hirsch Leeb AL«, weitläufig auteinandersetzte, daß er sich entschlossen habe chm sein« Lochtor zn geben, «» ihr da« Lebe» zu retten, da« «ach de« »»«sprnche der Rerzte an «inen Fade» htrg,, den nur ein« nnerwaNet« Freud,!, ein grvße« »nverhosstw Glück, vor einem rasche», gewaltsamen Riß bewahren ÜmNte, geschwiegen: er hatte auch geschaiiegen, al« Hirsch Leeb offen gestand: »Du weißt «», ich kan« nicht heucheln, den Knmmer, den Du mir »nd «einem Kinin gemacht hast, v«r»:ih« ich Dir nie. Ich gebe Dir meine Tochter nicht freiwillig, sondern gezwungen. D» wirst e« daher begreiflich finden, daß ich einen freundschaftliche» Verkehr nicht wünsche. Lebe v» mtt Deiner Foau glücklich, aber Da «e ntgsten« betrittst »tei« Han« nach der Hochzttt nicht wieder — meiner Töchter will ich da« nicht wehren. DM Du darauf ringehen k" Die gesag., hatte Ephraim auch darauf geschniegru. Ll« aber Hirsch Leeb seine Frage wiederholt«, stand er auf. sein Körper'schi.m tz« wachse«, da» bleich« Gesicht wurd,: noch btäffer und dl« blitzenden Auge» ans-Hirsch Leeb geistchtet, sagte er: »Rein, darauf geh« ich nicht «in! Sie sagen, daß Sie mir den Kemmer, den ich Ihnen berettete, nichi .verzeihen könne«, ohne zu fragen, ob ich Ihne, dt« mir'und Mirjam arstohinlen Jahre vergebe. Denn einer von uit« beiden et« Unrecht ayzubtttrn hat, dann'stnd Sie B, Nlc-t ich. 93a» haben Sie denn gegen mich, daß ich ein Lauer bin? — Ader Sie b:le« ja öfter« t« Jahre um dt« Wielxrherstellnug de« jüdschtn Reiche«; tzlatweu-Sie vifileicht, laß tn einem solchen Slientand zu säen «nd zu ackern brauche? — Abgesehen jedoch davon, nehme ich kein Mädchen zur Frau, deren Later mein Feitw ist; ich will nicht, daß mein Weid mtt dem erste« Schritte Vitt dt« Schwelle Unfrieden in« Hau« dringe. Sntwelnr dafnr Sie vergdffm da« «ergangem, so wie ich, oder iö, gthr.so «iei ich'gekommen bin." »Wenn Mirjam m» börte." »60 wüßte ste, daß ich sie «ebr'liebe öl« ihr Vater. Ich Hab« nicht oeciangt, daß dieser ei« Vaner «erb«. rste ich, wen» sein Kind meine Frau werden soll, trotzdem «ach meiner Uederzengung dieser Stand wett ehrenhafter ist, al« der eine« Schacherer«! .... Genug darüber; entscheiden Ste!" Ein harter Kampf spiegelte sich im Gesichte Hirsch Leeb'». Rach einer Panse sagte er: »Komm, wir'wollen zu Mirjam gehen und da« klebrige der Zukunft überlassen." Sie traten Beide in da« Zimmerchen Mirjam«, Ne dttf einem schneeweißen Lette lag und schlummerte. Ephraim setzte fich ans den Rand de« Lette« »nd betrachtete mit Blicket inniger, rührer.der Lieb« da» bleiche Gesicht der Kranke». Mirjam mußte die Näh« Ephraim« fühlen, denn st« erwachte. — Einen Moment blickte st« erstaunt, fragend,'auf den neben ihr Sitzenden, gleichsam al» wolle sie fich über^gen, daß sie nicht träum«; ta«« fich aufrtchtend und chm mtt einem glückseligen Lächeln dt« Hand reichend, sagte sie: »List Da endlich das — Ich habe so lange ans Dich gewartet! . . . ." Mirjam erholte fich rasch von ihrer Kraukhett, und einige Wochen später war st« dt« glücklich« Gattin Epf raim«. Hirsch Leeb war der Einzige, der an Mirjam« Ehren- 'tage nicht recht froh wurde. Sr tonnte den Lauer «üht verwinde«. 'Selbf: da« Mück seine« Kinde» «nd de: stet,» wachsend« Wohlstand Ephraim« vermochte« chn nicht ganz au«»usöhaeu. Erst «l« rin Enkel ihm von Mirjam« Schos« ratgrgenlächelte, «I»autei e« tu seine« Herzen auf, «nd almältg lernt« er den lllanro Ephraim so achten, wie dir« bereit« sein« Mitbürger läaz.st thnten. Ephraim and Mirjam aber lebe« glücklich »nd zufrieden von einer Schear jünger Lauern «nd lvänerinnea u> »geben. Mägen 'ste ihr« Stamme«- und Glaubeü«gr«offen et» so leuchtende« LelsM «werden, wie e« ihr Later ist! —