Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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7*Qß v^eiiUtlQB. ^. JT D«k Bwxr. - 4) (Fortfetzung)'.. »Sie Wollen nicht?n Ihre« ßvnW fragte Ephraim fester. »Ich Hab« geschworen. Deine Schwell« nicht g» überirrten. »Nu«, gut! — Ihre Tochter wird vielleicht erst in einer Stnnd» weilerfahren können. Wenn Sie schon Ihren Schwur halft« wollen, de« Regen müssen Sie sich deshalb nicht au»- fetzen.- Ephraim zeigte auf eine harr an der Thür stehende Bank und kehrte dann zu dem Mädchen zurück. Mirjam hatte sich von dem Schrecken eine» unerwarteten Wiedersehens erholt. Sie lehnte halb entkleidet im Bette und hü« kaum auf da» gutmürhige Geplauder der Magd, die mü juthnnlicher Freundlichkeit bat, sie möge einige Tropfen von de« Tranke nehme», der noch.bei jeder Krankheit geholfen habt *- Sie «chft «S ja nicht, daß dem Leiden Mirjams mit Tropft« nicht z» helfen sei. Da» schöne Mädchen mit de« bleichen Antlitz« bot einen er. reiftnde» Anblrck. Da» dunkle Auge schimmerte feucht, aber die Thntne« Menen sich nach innen zu ergießen; um den Mund zuckte'«» schmerzlich, aber die Lippen bliebe» geschlossen, al» «ollft» sie de» sich aufdrängenden Wehruf ersticken, und als Ephraim eintrat, ging « wie ein leise« Zittern durch de» Körper de» Mädchen». Der Bauer trat bi» hart an da» Bett und sagte dann: »,,ft Dir bester, Mirjams -Ja" »Gut. Wen« Tu etwa» wünschen solltest, befiehl nur, e» wird geschehen. Ruhe noch eine Halde Stunde, dann mußt Tu weiterfahren, — Dein Bater will nicht »itter «einem Lache weit«»." Ephraim sprach ruhig, aber man hörte e» a» dem Klange seiner Stimm«, daß er sich Zwang anchat. Dan» sagte er »och: »Lebe wohl, Mirjain!" berührte leicht die Hand de» Mädche»» »nb en fernte sich. Al» sich die Thüre Himer de« Fortgehen geschlosten hatte, bedeckte Mirza« da» Ge,uht mtt beide» Händen und weinte. xa Schmerz, von dem diese Thränen erpreßt wurden, mußte «in btttertr sein, — sie wotlken gar nicht versiege«.- Wieder saß Ephraim, wie früher, am Fenster, aber diesmal hörte er nicht auf den noch immer strömende» Regen; ihn befhäftigte» Gebauten minder friedlicher Ratur. Da» Borgesallen« hatte alle Geschichte» haranjbeschwören; fein« Vergangenheit trat vor ihn, mtt all ihre« sreuftge« und düster» Blldo». Er gedachte der Zeü, die er in: Häuft der Ellern al» Kind perledt, »0« einer lieft-^«u Mutter aus Hände» getragen. — Er gedachie der Z «ft er al» zwölfjähriger Knabe am Sterbebette dieser Mutter «einte, über eine« Verlust, de» er viele Jahre später erst recht zu würdige» verstand. — Er gedachte der Hell, wie ihn der Bater"-nach de« »Bar-Mizwah" zu sich in» Zimmer gerufen, chm zu seiner religiösen Bolljahrigtett gute Lehre» gegeben, indem er ihn gleichzeitig ermahMe, von nun an auch dahin zu trachten, sich im Leben die Selbstständigkeit zu erringe». Zn diese« Behuf« händigt« er Ihm eine kleine Snmme ein, bannt er -»haufiren^ gehe und sich fein vrod erwerben lerne. Doch schon »ach ««lügen Tagen kam der Knabe mtt thränrn feuchten mW doch von Zorn und Erregung blitzende» Augen nach^Hans«. De» mit allerlei £ram gefüllte» Kord verächtlich bei Seite werfend, erklärte er seine« Later: er »erd« nicht »ehr hansiren gehen, möge anch daran» entstehe» was dg w»La.,^ Der alte Abraham sah erstaunt, säst «ntfttzt ans da» nngebeftfte. Treibe» seine«- Sohne». Dft Hiftde znsmmnen». schlagend rief es: »Aber Ephraim» «0» M -SaSi. wen» Du nicht hansiren gehen wtlyt. w»wtt wirft trod verdienend f Der «nabe blick» auf: »Ich wer!» anbeite» »Wa»k" — - »Ich weiß es nicht, — e» wird sich schon «in« kett finde» dft mich nicht aneckelt." »Ei, sehet doch. Du möchtest wohl am iftbste« ein großeel! Herr sein?* »Rein, ich will arbeiten, aber irgend Etwa», besten ich mich nicht zu schämen brauche. — iJch wollte stndirrn, D» meintest, e» ging« nicht, weil wir In wenig reich ftim; ich: wollte «in Handwerk lernen, da» l best Du wieder nicht z» und schicktest mich haufire«, — al r ich ertrage da« nicht, ich will mich nicht immer von de Gastenjnngeu verspott«« lasten!- »Aber Kind, da» thun ja nur dft Andersgläubige»- »Rur? Ist der Hohn nicht s bitter, wie der unserer GlaubenSgenosten?- »Du bist noch zu jung, mein ind, um über solche Dinge mü Dir zu reden. — Aber ich wi Dir sage», warum D». trotz Deiner Abneigung haufire» rißt: Studire» km« ich Dich nicht lasten, weil ich nicht so «hlhadend bin» mw da» ,hun zu können. Ein Handwerk la: ich Dich nicht lern«, well im yrft kein jüdischer Handwe er ist, «nd zn eine» Ehrt- , sie« gebe ich Dich nicht, well ich «, daß Du dem Glaube» ':y, Deiner Väter treu bleiben soll:,. ■” 1 verdftnst e# zwar nicht, aber ich will Dir den Grund sagen Ich Uh ein alter Rann, nnd seit Deine Mntter gestorben i bist Dn meine einzige - Frrnoe. Ich will nicht vereinsamt eben, in Kummer nnd > Sorge nm Dich. Deshalb und wei Dn doch Dein vrod verdienen mußt, wirst Du heule wiedei hansiren gehen, «ft D» e» aestern aetban bat. — — —1 Am andern Tage ging Ephra» wieder hansiren, mtt? schwerem Herze» zwar, aber er ginz doch. Und er chat da» a noch sechs lang« Jahre, wenn am mtt Ekel »nd Wider- 's, willen. . j y Aber de« Wunsch und dft Hof mm. sich einst doch einer anderen Erwerb»thLtigkett zuwenden l könne», brachft, er nicht au» seinem Kopfe. Wenn er Tag» der ft den rirfUpMtaflf ^0 Dörfern mit sttrnn Krame zu Mai; war. dann saß er spät in der Rächt in seine« kleinen Stübchen und la» oder '"H lernte. Richt schnlmäßig und zu e« bestimmten Zweckt, sonder» «ft ihm der Znftll gerade Dt» Buch ft dft Häftde führt«. Heute den Phädon und oder Abhandlungen über wistenschas fremd waren, wft spanisch und griHfch. etnerseit» für ihn war, so hatte « selbstständig denken ftrnte, und sich neft, ohne ft eine andere Schuft gi »Sheder" seine» Dörfchen».- «in« Rittergeschfthft, Themata, dft ßh« ft ' (So nachchetlig dft» den Bortheü, daß er Zettel Wiste»' oneig» -Y z» haben, al» bcüi * 2 De» Böllern wurden' wieder Frieden» überlästig, sie wollten Krieg versuche«. Deutsche und reu, au» Liebe zu ihre« ist übrigen» möglich, daß auch 1 So wft kleine Ursache» oft gen, so wirke« hinwieder große < Einzelne zurück. Ephraim »nrd« al geristen, well dem Könige »0» Jtall Adria gelüstete. — Wa» hatte er ' Er mußte doch Soldat wert «er ftme» Vater« ging, so lieb chen war, er verließ ei mit froh Welt sehe» und brauchte nicht . F bft Segnungen de» - Abwech«l»ng mit de« lageir sich ft den Haarj sagte «an. — 8» .v iive vorhanden waren, z > Wirkungen hernordri»- aus da» Kleine n»d >? seinen, stillen Dörfchen > l nach der Königft derzn schaffe«? nah« ihm der Knw- _ fest» kleine» Dörf- « ftllft ft M «che».