Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/5369809-5935020-5935746--1957-5371494
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 402 — tefpr*4c» »erde», daß bei Verfahre» der Berliner Gemeindet »an diese« sehr viele« d»rch t-nt «ms gras andere Gr»»dlatz» L.Lx^_ Wi. hi> BHtrfufi flfiir A»A«ITf« 4*kJtof*flA AMAvfof «Mmi behörden bic ganze Lgftatio« hervorgeruf^», di« Wtrrsale über »»« Alle gebracht hat. I« ähnlicher Wirtfe ist früher in Fra»kf»rt a. M. ei« Spältung so,»sagen «it Gewalt pro» »ocirt worden, Md düse tabt» Orte tilfc# nust, fü «Veit e« Preuße» betrifft, für de» Norden und de« Süden die Eentren de» AGtoftckch di, it« cküch t» Feankfurt, wo di« beide» Se- Pk7 fjaljMt f^ndlkich Men «M<»Wr mkh, erst durch di« Berliner Borgünge wieder wachgerufen worden ist. (Da» Wiesbadener Spiegelbildche» kann «»brachtet bleiben ) Insofern nun der Berliner Borstaad in seiner Denkschrift nebenher sei» Berfahre» z.i rechtfertigen sucht, »nd di« dortigen Verhältnisse in d t«fr r Absicht darstellt, hat er Sc» Gegner« eine Widerlegnag recht leicht gemacht. Dagegen muß »ach der andern Seite hin laut und energisch gegen di« Leiter der onhodoxen Gemeinden in Berlin »nd Frankfurt der Vorwurf erhöbe» werden, daß he di« Lerhälrnifse so schildern, al» ob dies« überall so wie i» ihren Wohnorten lägen, al» ob überall in den Synagogengemeinde» die Parteien auf dem Kriegsfuß« ständen »nd nur auf da» Signal ,um Kampfe, d h hier: zum Au»eiuauderg,h«u, wartete»; daß sie um ihrer Gemeinden willen Wirrsal über zahllose andere bringen «ollen, — (dieser Umstand hat nn» einmal veranläßt, von „Haman" zu reden, der wegen seine» Privat,miste» mit Einem Alle anfeiudkt) — und daß sie so Gun, al» ob nur Orthodoxe von der Freiheit de» Aas- AlAk» Gebrauch mach«» würde», um besondere Gemeinden' i» bilden, «nd nicht weit meh^ Indifferente, Zahlung«- unlusttge, Leute, welch« nach Belieben «nd nach ihren augenblickliche» persönlichen Verhältniffea au«- und eintreten möchten, zunächst aber keine Gemeinden brauchen. Den Wortführern der „Adaß Jitroel" insbesondere muß vorgeworfen «erden, daß sie dies« al» Mittelpunkt der Judenheit, al» Kern aller künftigen Entwickelung hinstellen, daß sie fast unvrrhüllt antsprecheir, e» liege gar nicht» daran, wenn «in paar hundert kleiner Gemeinden sich aüflösen, da von der „Adaß" und ihrem Meister au» schon neue» Leben für alle Juden de» Erdball» erblühen werde. Wir nehuien zur Ehre de« gen. Vr. Hilde»heimer an, daß ihm mit diesem Treiben und Schreiben jene» Wortführer», mit der Vergötterung, welche Schüler und Anbeter ihm widerfahren laffe», nicht gedient sei. Wir wenden un» zu dum allgemeinen Theile bA Berliner Denkschrift. Sie weist zunächst nach, daß „die Bewegungen innerhalb de» Judenthum» nicht etwa erst in neuester Zeit entstanden und auch bei dem Erlaß de» Gesetze» von 1847 nicht unbeachtet geblieben find.- Erster«» kann Niemand in Abrede stellen, «» ist sogar unverkennbar, daß manch« extreme Reformbcstrebangen (Verlegung de» Sabbath», gänzlich« Elimiairuag der hebräischen Sprach« u. dgl. m.) seit ,847 ganz in den Hintergrund getreten, verschollen find. Da» Letztere geht au» den §§. 5S—57 jene» Gesetze» deutlich hervor. — Daß, wie die Denkschrift behauptet, „die gottesdienstlichen Einrichtungen die alleinige ausschließliche Stoeitfrag« bilde»ist entschieden falsch. Dagegen ist e» wahr und bildet in der ganzen Frag« da» wesentlichste Moment, daß sich die ungehenre Mehrzahl der preußische» Gemeinde« Mich dt« Besetz« m 1847 ruhig, friedlich «twickelr hat, daß Gel tSegech»- hängiger gesetzgebeuder reicher tu de» Gemeinde^ M Lebe» gernft, iß, - »»d- Wj^ff wiß »tcht i - r gestellte Sefetzgebung zerstört, jedBchGG Wführdet werde«^ müßte. Statistische Nachweis» bilde» ei»e wkrthvolle^ weseat^ lichr Brgrüednng dies»» Ttzeile» der Denkschrift, obgleich flo u«vo>iU»d<ü stab. (Et ist.», a. angegrbe«. daß i» de» zwei. letzten Jahrzehnte» 54 neue Synagoge» erbaut Word«» ittalp' dt« Zahl ist zu kein, e» find p B. tu der Näh« »on Stetst» »rechtere »ich» in Rrchünng gebracht, und so wird «» auch ftir andere Gegenden der Fall sein.) Eine ausführlichere Begründung de» in der Berliner . Denkschrift Gesagten-gibt, wie bereit» erwähnt, die Akako- .wer'sch« Brochüre. Sie berichtet zunächst über die in den verschiedene« Theileu der Nonarchie geltende betreffende Gesetzgebung und theilt im Anhänge alle fraglichen Gesetz« wirk-, lich mit. Sie bespricht zweiten» die Frage: „ist ei»e -einheitlich«! Regelung wünschenSwerth, und im Bejahungsfall«/ nach welchem Systeme, nach einem der vorhandene» oder ci*^, neu» m-uenf" Die E»v«sentlichste« Sätze dieser Erörterung find folgende: „ltzegenüber de^ Thatsache, daß Gemrindeorganffatio»«» - bereit» bestehen und Irfreuliche» geleistet haben, daß auch dt« o willkürlichen Einrichtungen Wurzeln geschlagen habest, und, Mauuichsache» auf chueu begründet ist, scheint e» mir m*~3 .möglich, Die» -änzlich zu ignortren, »nd.au» irgend eineur^ Gesichtspunkte yeran» lediglich »ach de« theoretisch best«, Systeme zu frage»; vielmehr scheint e» nothnMdig, zu prüfte^ ob nicht «iu« der vorhaudenenuOrganisatioaen de» «tgMekneu Erforderniffen genügt und werth ist, mit obMohmLeränderunge» verallgemeinert zu werden. E« schemt mir n»»,^ daß glücklicherweise da» System, welche» in dem weitaus größ» ' ten Theile der Monarchie bereit« gilt, sehr wohl zur Berall« , gemeinerung Ich eignet, und mit einigen Aenderunge» sich auch mir den neueren geschärften Anforderungen an di« t»> oioiduelle Freiheit »rreiubarrn läßt. Au» der unter A. grgeldneu Darstrllng erhellt, daß in den alten, sowie in den anaeclirten Provinzen bereit» der : Grundsatz durchgeführt ist, daß alle Juden zu bestimmte»»,' unter Mitwirkung der Staatsbehörde umschrieb«- " «en Gemeinden gehören müffen, »nd diese Gemeinde» Corps», rationsrechte haben. Es würde daher die Beibehaltung Verallgemeinerung diese» Princip» nirgend» eine Neuerun herbeiführen/ Der Berf. geht dann d»raus ein, daß da» Princip von manchen Seiten au» dem Gesichr»punkte «ine» GewiffenSz» i»Vi ge» angesochten wird, „Es müffe daher einerseit» geprüft werden, ob denn ein andere» System überhaupt möglich,! und sodann ob der Borwurf berechtigt ist, und wen» «t^j et ist, inwieweit dem Uebelstand« abgeholfen werden I ohne überwiegende Vortheile zu opfern." Die gründlich« Erörterung, welche befondetü die englt» chen Ver^lrniffe und Einrichtungen bespricht und auf der«»: Anwendbarkeit für Deutzchland prüft, kostimt zu.foh Resultat: „Im Grunds ist da» Princip der Zwangs» den in Deutschland bithem nicht angesochten worden, u»»t rakteristisch genug ist e», daß e», wie di« obige ergeben hat, t» bti verschiedoüen Theile» Preuße»» \ BrÜbd der Acte verschiedoner vq, etuMMga FacwM güt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.