Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 48.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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k r.. iV fr. Wy W- ¥ % <- fr K'-' fc'■ •Vk* ~A & ftxü. art «« al« Lehr« beinahe 80 Jahre abwechselnd ip Waage GÄnch» und -hier, so daß er »it Recht Hehrer von d«i OkMfation» Benannt werden tonnt«. (I. G. u. Sch. Z) Im, 88. 9lo». Sestern Abend find di« verhaudlunde» Rationalmsthk der di« von Glaube»«- und Gewissest und An«, ng de« Gottesdienste« handelnd«« >r» «8' und 49 der Bnnde«verfaffung »ach dreitägiger Det« beendigt worden. Mit durchschnittlich 70 gegen <0 t««en wurde in fast vier Stunden daurrnder Abstimmung M» der.Eonnnisfion beantragte Redactio» zum -Bkfchlnß »hoben. Art. 48 lautet: „Die An«üdung bürgerlicher oder gotttticher Siechte darf durch Keinerlei Vorschriften, vedingun- >»Whtz»r.4M: itthgtöf« ItzotV/beschchnkr worden.^ A» IS. RovMhgr ftarb, 78 M« alt. Laut« ,off«hetm, Chef de« Banhause« BischoffrjtzMkkologe rühmen seine treue Anhänglichteit au seine Religio«, welch« er mehr al« oberflächlich tnnnte und bei jeher Gelegenheit veyheioigte, upd seine P)ohlchätigkett. ^bidyrhtz" «i, .sonst ge-ich nicht tzchensreuMiche«: Blatt, sagtt „er wür- «inMann, dev von eine« riesigen Ber- «ägen (e« wird auf 60—80 Millionen Frc«. geschätzt) den edelsten Gebrauch uiachte und mit dem Geschäfitleben hohen Onnstgeschmack vereinigt,^ . Gr, hall«. frsthl^ ist ^APsteicham gewohnt und dort durch eine von ibm gestiftet« Erziehungsanstalt und einen Darlehntsond« sein Bedächtniß verewigt. Seine» Reichthum hat er stn Verein u»U.seinen».Schwager Ooldfchmidt selbst erworben. Er war Schwiegervater de« H«r» Jul. Beer, «ine» Neffen Weyerbeer», sein Bruder ist Senator in Brüffel. In Pari« hat er verschiedene wohlltzätige Lustalteu gestiftet, oder bei Lebzeiten, wie letztwillig, .roich Hedncht. Unter anderen ist kl«, ursprünglich nur girr Aichührung voil WohsthätigkeitSconcerten u. dergl. bestimmte Atheuäe-Theater sein Wert, und der nevgegründeten Pariser -(Kr.) Oemeindecafs« hat er S0.00V Frc«. vermacht. Gr war Mitglied de» Eentral-Comite der Alliance J«r. Univ. — Die Blätter berichten al« Curiosum, daß die Rolle lerOeimelFArc in bäm gleichnamigen neuen Skälte von Barbter^nnd Soltuod von erner Jüdin, Lia Felix, Schwester der „Röchet", gegeben wird. Feuilleton. Die i« Nlgter vor drei Jahrhunderte« ««d heute. (Schluß.) Jntereffant find die Gostümregeln der Juden von Algier, «G sie »u tzaedo'« Zeit bestanden. E« war die« die Zeit, in welcher die barbarische Sitte der Judenabzeichen fast in «Ken Länder» der Christenheit sowohl wie de« J«lam« blühte. Kiese Zeichen waren in, jedem Lande verschieden. In Frankreich j. v., wo sie 1269 der heilige Ludwig zuerst rinführte, bkpnNdeu sie in einer runden Scheibe von blauem Tuch auf de« »«ersten "Gewand«, In Aegypten hatte (um 1010) der Knackte Chaltf At-Häkim befohlen, daß jeder Jude ein Abbild de» goldenen «albe« an einer stelle um, den Hal« frage. Unter de» Llmohaden in Rordafrika (1100—1260), ivelche eigentlich gar keine Inden duldeten, loudera all« entweder «ttgttrieben oder > zum llebenritt zum J«lam gezwungen hatten, «nßteu gleichwohl selbst diejenigen Inden, welche de» Islam angenommen hatten (aber im Geheimen stet« Inden geblieben «are»), eine emstellende Tracht aolegeu, schwer« stleider mit lanOen Mermeln, «etche beinahe bi« z« i den Füßen reichten »nd statt der Turbane grobe Tücher von der häßlichste« Form (tit 'Wesentlicher die noch haut zu Tage i« äußerste» Weste» Rordafrita'ü übliche jüdisch-marokkanische Tracht). .Stäche »erpflegten mb M| jwmBcr betzubehalten, selbst Knz« sie an« de« Laad« aß«»üyden waren, in nwkche« dt« «in« Gastüinregel Gostungsär Sa chald», nnd in «in andere« fisnen, wo ein andere« Abzeichen voegeseutebsn war. Di« «»»«mischen DeOpoten nameattich gestatteten den fremden Juden .oft, ihr« alte» Abzeichen Leizubehalte» »nd di« neuen nicht »nzunchmen, wa» diese gern rhast». ju» sich von den Einheimischen, dt« im Ganze» » der Cuttur tiefer standen, auch äußerlich zu unterscheiden: zuweilen anch gefielen sich diese Fürst« darin, selbst solch« Costüm-Differenzm für di« verschieden»». Abtheilunae» der Judenheit aufzustelle«, je nach der Ratio nstlstät de« Lairde«, au« welchem sie «der ihr« Vorfahren zug« wandert waren. So scheint e« auch zu Haedetz Tagen tu Algier gewesen zn hin. Der Anzug war zwar Ürr.alle Inden gleich: ein laltger schwarzer Kaftan, wie «Me Sntane, darstfi r ein schwarze« vurnu», ferner kleine weiße Hosen und schriarzr Schuhe (dir» also noch nach der Berschrist der Almohadcn, «m di« nmn sich indeß in NlgsNen in steterer Zeit nicht nah.- kümmerte, denn z« Anfang diese« Jahrhundert« trugen d>e.dortigen Juten eine dem Zuaveacostüm ähnlich« Tracht) In Bezug auf die stopfdedeckung verri.'th sie tzdych die versc-iedene Provenienz der Juden, ihr Vaterland tm Exil, wenn man so sagen kann. Die einheimischer aigierischen Israeliten mußten «ine rvttze Mütze mit einem das»« gewickelten Fetzen Helle» Stoffe- (keinen eigentlichen Turban) tragen, aber die Paie« lang wachse» Lasten, .zosthreud tie spanischen Juden sie mit der Scheere vnnirzten. lAbranre» gestattet da« jüdisch« Gesetz nicht). Die spanische,. JSraelitt» trugen eine kleine weiße Piquähaube; die französischen tttit Art von Matrosenmütze in Fvrm eine« umgekehrten Strumpfe«, deren End« auf 'den Racke» cheratffiel; chie lütkifche» einen gelbe» Turban. Die iveiße Piquähanbe der an« Spanien stammend» Juden war in Tuni« bizum Jahre 1882 Börschvst, und ich selbst fand die« Judenabzeichen auf uieurer ersten Rege dort noch bei allen sogenannleu Grana (öwpharde») im Gebrouch, bie sogar stolz darauf waren, weil ,e« ste vo« den afrika rischen Jude» uuterschird; jetzt, dürfe» süh diese Juden kleiden vie st« wolle». Bezweifeln «ächte ich üluigen« tue Angabe tzaedo'«, daß di« «iaheimi»ch-algierisch«n Jsiaeiiten »othe-Msttzen tragen durfte». Roth an Kleidern ga.t stet« für ein Privistgium der Motlem«, und viele alten Algierer haben mir »er'ichert, dgß die Juden vor 1830 sch warte Mützen hätten tragen muffe». In 'Marokko ist es nmh heut zu Tage so.!S«n« auch der jetzig« Kaiser, Sibi Mohummed, durch ein sogeimnnte« Toleranzevict den Juden gestattet hat, sich zu kleide« wie sie wollen, so lßKz-fiztzoch. der Finali«- mn« de« Botkeil meistencheii« nicht z», und nur iu dyr tzgfenstädttn können st« e« wagen, von dieser Ertaubniß,G brauch zu nmchen. >S« ich i« Jahre. 18S1 zu« «rstenmal iit Marokko reifte, hätte kein Jude den Mulh gehabt, eine röche Mütze auszusc-e». Wie mtzt Geri» der Fanatismu« der Araber geht, davchi l wurde ich «inst auf einer Ueberfahrt van Tanger nacy GidraVar Zeuge. Ich machte diese Fahrt auf einen» marottauisHe» Srgetdoot; dt« Mannschaft bestand au« Arabern, die Paßygier« waren größtentheit« Juden, alle in der häßlichen ikaftaytrachl und ntit schwarzen Mützen, aber alle sühnen rothk Mätze», wohlversteck» bei sich, einige auch bunte Anzüge, um.sie tu Gibraltar, wo natürlich kein« lilostümvorschrist gstt, anzulegen. Eia Jüngling konnte jedocnicht so lauge warte a, hi« wir in Gibraltar einliesen, »ad wagte e«, die, rotheAliitzt anszusrtzea, al» wir noch weit vom Hafen waren. Dke» bekam chm indeß Übel. Denn kaum hatten die arabischen Watrosen diesen Lostümoerstoß gesehen, at« ein wahrer. Aujruhr nuter ihnen. entstand. At« wären fle Me persönlich beleüngt worden, stürzten sie auf den Jude» los, der, ehe wir ism zur Hülse «llen konnte«, schon selue Tracht Prügel weghat;« und beschämt bit roch« Mütze wietur einsteckte. Eigeut ich.war er ganz in seinem Rechte, der» wir befaudeu un« ß nicht mehr in Marokko. Ader der Fauali«»»» kümmext sich wenP um de«, was ofActÜl erlauhi oder uneriaubt fei» U. Jti&j s - r.