Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 44.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Harret nur au» auf dem betretenen Pfade, «ad «4 sollen ihn«» jene Rechte verliehen werden, die so lange ihnen vorenthalten sind, eine noch festere Parteiorganisation, und e« führt sicherlich zum Ziele. —> Br» allen Seiten laufen Berichte ein, daß mcn gesonnen sei, der jüdischen Solidarität auch eine feste Basis zu geben durch Gründung von Filialen des „Schomer Israel." Allein da« Recht, solch« Filiale zu gründen, muß erst beim Ministerium erworben werden. Ihr Berichterstatter wird nicht ermangeln, diese hochinkeresiante Angelegenheit, wenn sie bei der im Rooemder statlfinvenben Generalversammlung acceptirl wird, milzulheilen, und dann wollen wir sehen, wie da» LerfaffuugS-Miurslerium sich zu dieser Angelegenheit verhalten skro. C« ist diese» eine sehr verläßliche Sonde und eine Skala zur Bestimmung de« Grades der Verfassungstreue unsere» Ministerium». Frankreich. Päris. Am 23. Oktober hat eine bemerkenewerthe Versammlung hier staltgesunden. Sie bestand au- Mitgliedern de« Konsistoriums, den Rabbinern, Vorstehern mehrerer Synagogen, israelitischen Vereine und WohlthätigkeitSanstalten und vielen:)totab«ln. Baron Gustav v. Rotschild präsivirte. DaS Thema der Verhandlungen war die Bildung einer Kaffe, welche au« Beitragen der Gemeindemjtglider bestehen und au» der Kultus-, Unterrichts- und WoblthätigkeilSzweck,' gefördert werden sollen. E« soll, wie die Berichte sich auSdrücken, aus der jüdische» Bevölkerung von Parieine Gemeinde gebildet werden. Dre Bevölkerung wird aus 70,000 Seelen geschätzt, eurtehn aber jede- Zusammenhanges, wa» nicht durch da» Staatsbudget geleistet wird, ist entweder nicht vorhanden oder auf jedesmallge freiwillige Beiträge angewiesen. Es soll nun eine Gemein de lasse gebildet werden. Zu Eultu»steuern ist in Frankreich Niemand verpflichtet, gleichwohl scheint voi» obligatorischen, jährlichen Beinägen aller panser J«ra<litcn »ach den resp. BermögenSverhäl kniffen die Red« gewesen zu sein, d. h. also von einer Besteuerung. Die Berichte drücken sich über diesen Punkt so unbestimmt wie mögl.ch aus, klarer geben sie an, wozu man fragliche Beitrage vertvendeu könne, wolle und solle. DaS Resultat der Berjamntluug war die Erwählung einer Commiffion zur Prüfung der Fragen und Anzeige des Vorsitzenden, daß er 100,000 FrcS. für die zu bildende Kaffe geben wolle. Camondo zerchnele hierauf 10,000 FrcS., nrehrere Andere — der Beruht in der „Rev. iSr." uennl die Herren Ed. Cohn, Reinach, I. Albert u. A. — zu 5,000 Fr».; e» sind in dieser ersten Berjautmlung bereit» an 150,000 FrcS. gezeichnet?) Das ist unbedingt ein sehr schöne« Resultat dieser Vorberathung und «in orcloerheißeuder Ausang zur Sache. I _ Vermischte unD neueste Nachrichten. Altona. Ende Oktober. Die hiesige hochdeutsche JSraelitrngemetude scheint in iteuefter Zeit, zumal seit Einführung de« Oderraddiner« Dr. Löb, eifrig bestrebt, ihr Schulwesen zu refocmiren und zu reorganlsiren und dasselbe wieder auf den Standpimkt, d. h. der Frequenz der Gemeirdeschule zu dringen, aus welchem dasselbe früher gestanden. Rach einer Seile hin ist diesen Bestrebungen freilich ein« Grenz« gezogen durch den § 57 de« Gemeindestatul« vom 26 Juli o. I , in welchem deitimmt wird, daß di« «osten de» Schulwesens, soweit sie nicht durch eigene Eiilnahmen der Schule, durch die Ertvige der für di» Zwecke derselben auSgeseyleu Legate und durch einen Zuschuß der Kommune gedeckt werden, durch einen au« der Geineindekaffe zu leistenden Zuschuß bestritten werde», welcher indeß den dritten Theil der für da« lausende Jahi: auSgeschriedeuen Gemeindesteuer nicht überschreiten darf. 1 Ai» t>» der »Reo. tSr." »»gedruckt«« Schreiten de« Herr« Penoit itmf läßt et» aou« »taut du stoulissen schaue», und emhäU »umche rtchltz« Brtaertunze». Wir k»«me» ta nächster Xmsut dar aus zurück. Nicht«destow :niger hat die Echnl-Kommissivn nicht nur versucht, für die Seineindeschul« durch Gewinnung nener tüchtiger Lehrträsle zu sorgen, sonder» e« geht dieselbe auch mit dex Absicht um, zum 1. Januar k. I. einen «indergarten für Kinder von 4—6 Jahren zu errichten. Bei den deschränkteit Mitteln kann natürlich auch diese» Unternehmen nur bei ausreichender Beiheiligung in'« Leben treten, da die« Institut sich wird sei bst erhalten müffen. Schwälisch-Hall. Auf der Anklagebank befand sich am 26. v. M. oer 63 Jahre alte israelitische Handelsmann Isaak Ehrmann vo n Mittelehrenbach, k. bayerischen Bezirksamts Forchheim, unter der Beschuldigung de» Gebraucheiner falschen öffentlichen Urkunde zum Zweck der Erlangung rechtswidriger Vermögensrortheile und je durch dieselbe Handlung verübter Vergehen d«S Betrugs. Die Urkunde, deren sich der Angeklagte bediente, war ein auf k. bayerische Behörden au-gestellles falscher DürstigkeitSzeugniß, u. A. de» unwahren Inhalt«, daß im Krieg von 1870—71 einer seiner Söhne gefallen, de: andere schwer verwundet zurückgekehrt und er dadurch in seinen Verhältnissen gänzlich ruinirl worden sei, und wurde ihm ferner zur Last gelegt, durch Täuschung mittelst dieser Urkunde sich Geldbeträge in verschiedenen Orten Süden Unlersti tzungstaffen hilfsbedürftiger Israeliten, beziehungsweise durch Veranlaffuag von Sammlungen unter den Mitgliedern solcher Gemeinden verschafft zu haben. Die Geschworenen erklä ren jedoch den Angeklagten nur de» wiffenschafrlichen Gebrauchs einer falschen Urkunde zum Zweck seiue» besseren Fortkommens und zweier in Hall und Crailsheim verübter Betrug-Handlungen schuldig, worauf der Angeklagte zu vierwöchige, Haflstrafe und zu einmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt wurde. (W. St. Auz.) Pest. Fast ein Viertel der neu erwählten Stadlrepräsentanz besaht aus Juden. L»«dro. Der Gemeinderath der City von London hat dem Herrn Albert Saffoon, dem Chef dezu Bovlday resiöirenden Hauses, da» Diplpm eine» Bürger» der E,ty von London i» prachtvoller Ausstattung bei seinem jüngsten Aufenthalte in der Haupt,ladt England» überreichen taffen. Die vielen Ben eise gemeinnütziger und wohlthäriger Gesinnung, welche dies,» Hau» bereit» gegeben, bewirkten diese Auszeichnung. Parit. Bei Gelegenheit einer Adreffe, die dem Deputirten Feruy für fein Festhalten an der Republik überreicht wurde, halte der „UniverS" (v. Beuillot) sich darüber moquirt, daß fast die Hälfte der Unterzeichner jener Adreffe „Juden" seien Im Journal „lv XIX. Siftole" erwiederr hiergegen Herr Avou und sagt unter Anderem: „W.nn ««wahr ist, daß di: Juden die hartnäckigsten Feinde der legilimistischen Restauration sind, dann bedauern wir aujrichng, daß der Zufall der Geburt unS nicht ebenfalls Juden werden ließ." (Rev. JSr.) Bordeaux. Der Oberrabbiner Levy ist zum Ritter der Ehrenlegirn ernannt worden. (Reo. JSr.) Feulleiton. «t» BMI« erster Al «ff«. Der wohlbeleibt«, gurmüthig blinzelnde st. m 0. tritt al« allein erschienener Wähler erster »lass« seine« Bezirk« an de» Wahltisch und wähU sich «ibst. „Einstimmig gewählt" spricht lächelu» der stommissar und fährt «mn fort: jii sin» demnach folgend« Dahlautnner in diesem Bezirk «rwiihlt: erster «lasse, Herr L. —“ „Berßaihen S«, Herr Prä. sedent," rut st. und verbeugt sich, „ich nehme di« Wahl mcht an!" Mit graoir »tische» Schritt verläßt er dt» Versammlung. (Der Schluß der Novell« ta nächster Nr.) ' -l. . , ,, . i>b * ..-CL.' V. s.