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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.ra 44 —1873. Jstailtftfl|3 4. Jahrgang. Wocheil-Schrift . für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. Erscheint jeden BUtwoch. Poet» »terteljihrlich 22'/, «röschen. st, M, dmispaltige Petiqeile etci bereit Kaum 2 Var. ver«u«»rtlcher Rebakteur und HerauSzeber Rabbiner Di. 3L Lreurufel» in Stettin. --Hh- Magdeburg, 12. dtov. 1873. Lu beerben »UND •Br Buchhanblungen mld Postaaftalt«. 3üfrm*ea»Ananhnei:!■ Wt Expedition brr Israelit. Wochenschrift in Magdeburg. Inhalt. Latte«»« Urtikelt Dir Einheit brr Sxnagogengemeinben in Preußen, von Dr. 6. «oldschmidt, Rabbiner in Sohlen». — Berichte ««» S«rres»»«»en»e«r Deutschland. Stettin. Hannover. Eöln. Bipreuth. — Oesterreich: Lemberg. - Frankreich: Pari«. — vermischte ««» nattäft« M«chrtchte«r »ltona. Schwäbisch-Hall. Pes:. London. Pari«. Bordeaux. — Kantllat»«» «in Wähler erster «lasse — Inserat«. Die Einheit der Synagogengemeinden in Preußen. von!>r. S. «oldschmidt, Rabbiner in Tolberg. Seitdem di« von vielen Seite» angestrebte und von der Regierung bereits in Aussicht gestellte Verfassungsänderung der Synagogen-Gemeinden in Preußen in diesem Blatte von mir besprochen wurde (Rr. 31 u. 32 d. I). hat I)r. Philippsohn im Sinne seiner bekannten Vorschläge eine Petition bei dem EultuS-Minister eingereicht, und der „JSraeiit" hat darauf dies« Petition sowie meine beiden zur Sach« gebrachte« Artikel nebst den darin vorgeschlageuen „Umrissen und Grundzügen" zur Reorganisation der Verfassung der Syn. Ge», in Preußen von Rr. 35—41 in einer Reihe von Leuartikeln, die die Unterschrift Isaak Hirsch au» Hannooer führen, seiner Kritik unterzogen. Was nun den Ton und dir Sprache dieser Kritik betrifft, so wird weder der „Israelit" noch der freundliche Leser der W. Schr. von niir erwarten, daß ich dem J-raeUten auf dieses sein eigenste- Gebiet folgen werde Ebensowenig bin ich gesonnen, auf die mir, wie'er wähnt, nachgewiesenen „Widersprüche" zu antworten; den« jeder Kundige weiß recht wohl, daß Nichts leichter ist, als in einem längeren Artikel, und wenn seine Glüder sich ' «och so eng und logisch aneinandrrschließen, Widersprüche nachzuwrisen, indem man ganz einfach au» den entlegensten Stellen einzelne Sätze aus ihrem Zusanimenhange herauSreißt und sie mit Unterdrückung ihrer Bindeglieder lose nebeneinander hinstcllt. Solche Kunst ist heul zu Tage nicht mehr - neu und gereicht nur höchstens noch ihren Erfindern, den Jün- ' gern» Loyola'», zur Ehre. Auf mich machte übrigenvi« höchst gereizte Sprache des „JSraelit" nur den Eindruck, als ob derselbe sich von mancher durch mich berührten Wahrheit scharf getroffen fühle; namentlich schien mir daS bei der von mir besprochenen Bin NN1M der Fall. Wie ich alnr damit dennoch Recht hatte, beweist der „JSraelit" selbst in denselben Artikeln mit seinen Schmähungen gegen meine Person. Doch .schon mehr al» genug! Lassen wir alle» Persönliche und Rebensächlich« bei Seite und beschäftigen wir unS mit dem »««ersten Kern jener Artikel. Denn wahrlich, wäre der | Gegenstand, um den eS sich da handelt, nicht so fürchterlich ernst, gälte :S nicht die bedrohte Einheit unskreS Gemein delebenS, ich würde am liebsten jene gehässigen Angriffe ganz unerwidert lassen. — Wa« will also der „JSraelit" und seine Partei- Er will kurz un» bündig, daß innerhalb de« JudenthumS durch di« Autorität de« Staateschismatische Sekten gesetzlich anerkannt werden; er will, um seine eigensten Worte im Tenor seiner Artikel zu gebrauchen, daß, „da in der heutigen Jude«I»eit völlig «ntg-egengesetzte und sich gegenseitig auSschließeude Bekenntnisse existiren auch der Staat ein orthodoxe» und Reform-Judeu» thum al» zwei verschiedene Eonsessionen anzuerkennen habe". (E. 794) Da» ist de» Pudel-Kern! Warum der JS-aelit nur z w«i schi-malische Sekten vom Staat innerhalb de» Judenthum» anerkannt haben will, da er doch zu wiederholten Malen (S. 719 u. a. a. O.) auch noch von einer dritten Partei der „Gemäßigten", oder „Breslauer", spricht, und irährend er doch weiß, daß, wenn einmal staatlicherseit» ei» Schisma im Judenthum festgestelll werben soll, mau auch der spanisch - portugiesischen Jude», der Chaßidim, u. s. f. (um von den Karäern zu schweigen) nicht vergessen darf, — dcS ist mir unerfindlich. Ebenso wenig versteh« ich, wie der JSraelit mit seiner Parteirichtung da;u komvlt, den Staat niit den innersten religiösen Angelegenlieiten de» Judenthum» zu befassen, ja ihn gleichsam zum geistlichen Richter unserer jüdischen Gewissen zu bestellen und unser GlaubenSbrkenntriß der Prüfung und dem Unheil nicht-jüdischer Behörden ( '1 o'n33 mK3"ip) vorzulegen. Doch halten wir uns hier nur an die Worte de» Artikels im JSraelit, um nicht mehr Raum in diesen Blättern in Anspruch zu nehnlen, als eb-m unbedingt nöthig ist. Also nur „in der heutigen Judenhcit giebt c« völlig entgegengesetzte u»v sich gegenseitig auSschließende Parteien?" Wer die Geschichte kennt. ') Um ben Widerspruch brr „Orthodoxen" mit brm mifl f*T I“ zeigen, führe ich hier, wo es mir nöthig erscheint, kurz tote Quellen an. Bergt, also zur vtetle: Gittin 88, b. Mtimonide«, Hileh. Synhedriu 36, 7. ChoKi. Miaehp. 36. —

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