Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 42.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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rc M 42. -1873. IfCatltfiMf ^Jahrgang. Wochen-Zchrift fit die religiösen «ud socialen Jnteieffen deS Anden «rfch-t» sib« Pwi« rtotrfWrt« 22*/. «rpiifan. 3afnrtfraH*M3r M Mf bwhlilrty Petichitt« *tcr bmn Raum 2 «gr Berannvorilicher R«bafMut unb £traubgrbct Rabbiner Dr. A. Irmsftl» in §-Lettin. — —«■- Vkngdebnrg, 29. Oetbr. 1873. Hu bcjicucn mir» ttU Buchtzonblungen unb Pvftan stallen. Jifmtn VimIw h Ul Sxpebition brr Israelit. LochensHrlst in Aa-beburg. Inhalt. Latte»»» Artikel» Jüdisch« Gemeint everhrltniff« in Nordamerika. Frankreich unb Deutschland. — Berichte «ab Laerafpeabeabeu r Deutschland: Stetlin. Berlin Berlin. — Oesterreich: Nu« Böhmen. — Rußland. — Vermischte »«» »etbeche Machrtchn-ear Berlin Hannover. Lember» Brody. Saalburg. Pest. Ä mf. London NenuAork. — Aemilletenr ll ». sichtbare Fesseln Original-Novelle von I. N. Lichtenderg. — Imsernt«. Jüdische Gemeindeverbültni sse t« 8korda«erika, Frankreich n. Deutschland. Wie die Deutschen im Allgemeinen oft und gern Ausländisches auf Koste«» dr» Eigenen gerühmt und überschätzt haben, so haben auch die deutschen Israeliten zumeist die religiösen Bochältnisse ihre:: Brüder in manchen andern Länl>ern doch über die eigenen gestellt. Wir sagen: die religiösen Verhältnisse, wir meinen da» Semeindewesen, die synagogale Verfassung — denn daß wir in Hinsicht auf bürgerliche Stellung und Berechtigung keine Ursache hatten, un» de« Eigenen zu rühmen, ist freilich unbestreitbar. Die amerikanischen Glaubensgenossen wurden cllso wegen der durchaus freien und durch Reichthum, Opferfähigkeit und Opferwilligkeit großartigen Entfaltung ihre» Gemeindrleben» bewundert; die französischen da- ‘ gegen umrden w:gen der Leitung und Unterhaltung ihre» gelammten CuÜuSniesen» durch den Staat beneidet. Man konnte allerdings nicht übersehen, daß da« amerikanische und das fruuztfische System zu einander in diametralem Gegensätze stehe«, daß man nur da« eine oder da« andere rühmen und für un» wünsche» dürfe. Einsichtigere waren auch gegen die Mängel beider Systeme nicht blind — aber gar mancher deutsche Jude sagte: wir haben weder da» Eine noch das Ludere, unsere Synagogen-Verfaffung hat nur Schattenseiten. . Und so fühlten wir un» den genannten Glaubensgenossen gegenüber klein und gedrückt, mußten schon unter un» blicken, nach Rußland u. s. w., um Gott für das. wa» wir haben, zu datckrn. Wir sind heute in der Lage, etwas zur Berichtigung dieser Voruriheile herdeibringen zu können; herbeibringen, denn wir »ollen «usern Lesern keine allgemeine Betrachtungen und Erörterungen diele», sondern lediglich bezeichnende Tharsachen, und wir berichten über diese Thatsachen nur mit den Worten von Amerikanern, rrsp. Franzosen, so daß auch von einseitig-befangener Auffaffung oder durch mangelnd« Sach- und Ortrkunde entstellter Darstellung der Lechaltnisse keine Rede fein kann. Di» Rew-^Aorker »Je«. Time«" rom 12. S<pt. bringt einen Leitartikel: ^kostspielige Religion." Dersell« ist ver- > ' ' muthlich durch die an demselben Tage vollzogene Einweihung der Synagoge der Ansche Chesed (Rabbiner Wise, — s. untei „d(ew-Aork") reranlaßt.wir lasten daher auch alle»,« e r m u t h l i ch aus feinoselign: Stimmung gegen die Person des tstabbincr Wise hervorgigangene Raisonnement bei Sette und geben nur die thatsächlichen Schilderungen wieder, welihe weder übertrieben nrch falsch sein können. Ter Artikel gibt zuerst eült beredte Schilderung der „Einsachhrst, Ansf' uchrlosigkeit und Bescheidenheit", welche noch vo» einem viertel Jahrhundert bei den amerikanischen Juden geherrscht Habe i, der Musterhastigkei ihres häuslicher. Lebens, ihrer stillen Wohlthätigkeit und der diesem allem entsprechendeil Einfachheit ihres Gottesdienstes*) und aller zum Cultu» gehörten Jnstttutionen, der Synagogen, der Begräk niste u. f. w. Dann folgt eine Darstellung de» Glanze» und der Schaustellung, welche jetzt zu Hause angestrebt («örtlich: angebetet, worshiped) werden, „und diese werden nun voin Hause in der Tempel übertragen." In the parlor worship is held every Sunday, when visitors happen to drop in, or wher. soine other occasion drinxo * «allere" to the house; in the temple worship is held on every Sabbath, wiien the "callers* are not vory rrunerom. (Wir lasten diesen in seinen Wortspielen nicht gut wiederzugebenden Satz unübersetzt.) „Wenn die eine Gemeinde einen prächtigen Tempel austhut, so kann die benachbarte sin derselben Stadtj nicht zurückftehen, sonst würde sie ikire Kundschaft verlieren. Ihre atten Mitglieder, von denen einige reich geworden sird, verlangen eine glänzend« Hall«, sie können nicht mehr andächtig sein in der alten, ehrwürdigen, durch die Zeir geweiheten Synagoge. Lu diesem Auswande verlangm sie auch nach einem jashionablen Prediger. Was nützt es ituen, einen ehrlichen, aufrichtigen Mann zu haben, einen Mann von Eharakier, von Principien, als Führer zu einem tugendhaften Leben? Er ist, leider, kein Mann, der eine safhionable Zuhörerschaft anlocken kann! Sie müsten einen haben mit guter Stimme, mit einem lfharakter von genügender Schmiegsamkei.t, um den *) Für etwa» vergeßlich« Leser bemerten wir, daß .I. X“ <ln Organ der «rtschitdenften Reform ist.