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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 39. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 39.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 317 — Vermischte and neueste RrchrHkn. Stettin, 85. September. Schon in Nr. 27 d. Bl. war darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Wohnungswechsel des 1. Octoder in diesem Jahre auf Jom kippur falle, und daß deshalb Schritte bei den Behörden und zwar am besten gleich bei der Centralstelle geschehen müßten. Cs soll die» auch in Berlin geschehen sein; da aber ein Resultat nicht bekannt geworden ist, so scheint e» ein ungünstig.» gewesen zu sein. E» blieb also nicht« übrig, als bei der Lxalbehörd« vorstellig zu werden. Da» hiesig« Polizeipräsidium verwies jedoch auf einen früher in analogem Falle erthellten adschläglichen Bescheid. Auf ein« Eingabe beim Oberpräsidium ist uuu eine günstige Verfügung ergangen und heule durch va» „amtliche" Blatt der Polizetbehörde pudlicirt worden. Obgleich diese Bekanntmachung Auswärtigen nicht mehr von Nutzen sein kann, so ist der Abdruck doch für spätere Fälle wichtig. (1875 wird der zweit« Lag Rosch hasch»,na auf de» 1. Oktober fallen, ebenso trifft ja einer der Peßachsesttcige zuweilen aus den I. April.) ES soll auch «in Erkenntnrß de» Odertridunal» vorhanden sein, wonach ein israelitischer Mie- »her an jüdischen Feiertagen nicht rxmittirt werden darf, und für den ichlimniften Fall genügt auch da». Stettin, den 24. September 1873. Bekauntmachung, betreffend die WohnungSräuniungen beim bevorstehenden Quartalswrchjel. Da der 1. Oktober in dieiem Jahre auf einen hohen israelitischen Festtag fällt, so ruht in Gemäßheit de» § 3 de« tziesctze» vom »0 Juni 1SS4 an diese« Lag» die Verbindlichkeit des MietherS, di« Räumungen der MiechSwohuuugen finden vielniehr diesmal erst a,n 2. Oktober d. I. statt. Selditversrändlich schließt diese Bestimmnng.cn eine anderweitige gütliche Verabredung und Emiguug der Partheien nicht aus. namentlich bei Umzügen, welche sich mit denen von Israeliten nicht kreuz »u königlich« Polizei-Dlrect.o» I. B. Atannkopff. Berlin. Die hiesige jüdische Gemeinde, welche bekanntlich bereit» ein umfangreiche« Krankenhaus beftzt, hat da« Rachdargrundstück augetauft, um dajelvst ein ebenso große« Siechunhau» zu errichten. (B. K. Z.) Coburg, 20. Eeptenlber. Heute ist hier die zur Synagoge hergcruhteie frühere Ricolaikirche chrer nuniurhrigen Bestimnrung feierlich übergeben worden. Den» EinwechungSacte wohnte eine Commiffion de« StaatSministerium» und des ÄtagistraiS bei. Wor«S. lieber die in einer früheren Nr. b. Bl. berichtete Pfnngft-Sttftung erfahren wir, daß die Hinterbliebene» beschlofjen haben, von de« Lage an, an welchem ein jüdischer Lehrer an der hiesige» christlichen Coinmunalschitle leine Anstellung findet, ein größere« Capital dem hiesigen Genieinderalh zu übergeben, deffen Zinsen demjenigen Lehrer der Communalschule zufallen sollen, brr am End« fr:« Schuljahr« die mustergültigste Classe in jeder Beziehung innehalieu wird. Stuttgart, 4. Seplenlber. Gemeinderath Leoi erhob dagegen Reklamation, daß die israelitische Kirchenli«höi:d« keine Etnlabung zur Theilnahme an der kirchlichen Feier am 2. Sept. erhaUen habe, war er unl so mehr bedaitrre, al» dir Israeliten »och gewiß sich als eben f« gute Patrioten beivährt halten, wie dre Anhänger anderer GlanbenSbekenntrsiffe. Es wurde die« mit Bedauern für ein Versehen erklärt, gegen dessen Wiederkehr 0r. Levi seine 5:.clamation zu Protokoll zu nehmen hat. (Jüd. iSolksz.) Hslsich hat.bekanntlich t»mr große Rücksicht auf die religiösen Ansichten der Unlerthani »enommen Der KrieaSmintstrr hat soeben Ordre gegeben, daß de» Mischen Soldaten voller Urlaub für die nächsten Feiertage gmvthrk werde. Diejenigen, deren Eltern oder Verwandt« in der betreffenden Garnisonstatt wohnen, dürfen die Feiertage in ihren Familien feiern. Diejenigen, deren Ungehörig« in andern Städten wohnen, sin'» dienstfrei vom 18. September bi« 15. Oktober. (I. World) Brüffel, 21. S/H>^nik>»r?>,„», starb Pmil« a„tk->f SHUt« de» Leopoldorl,^ üeffen Geständniß Sie von' mir in Belgien, nach l^^^^ ich la« in einem Buche, da«' Jahre al». . ' (Für tie ßütigiuaftrailt tzen Gegenstand »nur ihrer' sprechen w>- unserr^ „griff da. Buch, öffnete e« und sah. au». Red.) £ Moore» herrlich« Gedichte waren. Uoganl. AuS^ diese« Buch verstehen?" ''ragte er! Vorstad tzeitg": „ , .. .. die Verluste an Mtr^« da» Mädchen, „und daß ich ftanzomer wüthende Epid^* unb rann, ist eten meinbrklagenSwesther ist gemüth anzeficht« t Aberglaube, sittliche, meiner früheren Herrin, die werden von diesem s Süden entgegen, unterrichtet und Feind entfesselt, und e» l,k re»n «rao an »semulys- und Geistesbildung vorhanden, welche der allgemeinen Verwilderung die Wagschaule halten könnte. Ein Fall, gräulicher al» alle andern, soll beredter sprechen, al« diese kuip; Rell.-xion: Ein Landmann verspürte Uebelkeilen und trank, um bit Krankheit im Ke ine zu unterdrücken, beim jüdischen Torfschänker ein Seidel ungarischen Treberbranntwein, eine D»si«, welche leider genügt, um ihn der Epidemie verfallen zu taffen. Da« >3olt war nun davon überzeugt, daß der Jude ihren Rachlmr vergiftet habe; mit Dreschflegeln und Heugabeln bewaffnet gingen sie auf ihn lo« und schlugen ihn auch richtig todt Der Pfarrer und rin Gutsbesitzer, dir das durch einen Walm beihörte Volk bezüglich feines Jrrthum« aufklären wollten, konnten nur mit Roth einem ähnlichen Schicksale entgehen. Man telegraphtrte um Militär; :he die 50 Mann ankamen, hatte der verthierte Pöbel bereit« die Wittwe de« Erschlagenen sammt deren Kinder ermordet. Auch die Soldaten wurden angegriffen, und da» unglückselige Dorf beruhigte s.ch nicht, ehe nicht eine starke Besatzung Mord- und Blutthaten hintanzuhalten veroiochte. Serbien. Aus Belgrad, den 5. September, schreibt man der Wiener „Presse": „Fürst Milan ist entschloffen, die bürgerlichen Beschränkungen, denen die Serbische« Juden nnterworfei» find, aufzuheben. Ob ind ffen schon der diesjährige» Skuptschiua eine bezügliche Vorlage zuxehen wird, ist sehr fraglich, weil die Zeit dafür zu kurz ist. Jnnmächsten Jahre dürste aber gewiß auck diese Anauuüie — eine traurige Erbsckafl traurige Zei.e,. — ihr Ende gesunden haben. Agra», 22. Septemb-r. (LandtägSsitznng.) Das Gesetz im Betreff der Smancipatiim der Juden wird in dritter Lesung angenommen. Re« V»rk. I. M. Wise in Cineinnati kündigt in seinem Blatt au: „Der Redacieur dieser Blätter hat seine D»inission al« Rabbiner »er Bene-Jeschnrun-Gemeinde von Cincinnati eingereicht, ,m Ende September al« Rabbiner der Ansche Chesed Gemeinde von New-Uork einzntreten. Genannte Gemeinde hat denselben definitiv angeftellt mit achttausend Dollar« Gehalt de« Jahres, fünzehntausend Dollar« LebenSoerficherung, und fünfjehnhundrrt Dollar« jährliche Pension, wenn durch Alter u. s. w. derselbe seine Pflichten nicht mehr eifüllen kann. Roch nie und nirgend» sind einem Rabbiner solche Bedingungen gesellt worden." Wahr, aber — markschr-irrisch. Enplsib. „I World" widmet dem Aufblühen jüdischer Gemeinden i« Capland, in de« Diamantfeldern, einen Leitartikel. 5)ie Zahl der Israeliten in jenen Gegenden steigt, und sie schließen sich an einander, nm ihre religiösen vrdürfniffe zu befriedigen. Besonder« Verdienst« erwirbt sich in dieser Bejahung Leer Josepf Wallach i« yultfontein. Hierzu eine Beilage.

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