Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 209 — länglich gleichsam gemShigts »nb Ukrt'e 3>nbeit}>m vertreten Hai, tan« nicht nu$r «It bet* Jndenhaffe hinter bea. Berge halten «nb bringt in einer feiner Rnmmern ei» ttzefihichtche», da« zu boshaft klingt, als bah «an «S als bumm btteufren könnte. In Mtkolaje«, einem Städtchen bei Stry, ,»o bir Mehrheit Inden «ohne» (eben unrichtig, «eil bloß feit «enigen Zähren die Juden, gegen 10—30 Familien stark, da« Wohnrecht erhielte«) hat ber JSr. LultuSvorsteher beschloss,*, einen an Tholera dahingeschiebenen Israeliten mit Fetzen »u wasche» «nb diese Fetzen lammt Lahrawaffer über ba» christl che au»>!>eschrotete Fleisch zu githen, bi» e» mit jenem Leichengifte nhtbirt erscheine. Bedenkt man, welche bittere und traurige Stimmun; stch der non her Epidemie so schauerlich heimgesuchten Landleute bemächtigt, bedenkt «an ferner, sah Galizien noch tnmer an Rumänien grenzt, und der Tultnrgrad ein so niediiger ist, so wird man wohl errathe», «a» der liebe — feetsttmlge — ministerielle Redakteur mit dieser (Ente bezwecken will. Ruf Veranlassung de» verein« erhielten «tr von dort au» et« »o« Magistrat Unterzeichnete» Dementi, weihe» die Verlogenheit der gebrachte* Notiz doknmentirt. Eine achtbare Person au» Mtkolaje« schreibt: Bei un« hat man die Ungeschtckllchkett begangen, da» Tholera-Spital in demselben Hause mit der Schlachtbank »usammeazuwerfeit. tfun, Me Gemeinde hat kein Fletsch genossen, bi» da« Spital von dort «u» btöloctrt wurde, bi» dahin muhte da» geschlachtete Vieh eingesch >rn «erden. Wa« aber auch alle Drohung und jegliche Hetze der Journalistik auf da» (liemlith unserer treuösterreichische» -tanbenSgenoffen in Galizien nicht «emoofte, da» versuche* Me 11 Beamten, welche von ihre« LaudSmann, Minister ZiemalkowSK, zu nicht« Besserem verwende , zu «erden scheine», al« die polnische Politik aufrecht zu erhalten. Beamte de« Schlage» unserer Hethnalionalea würde , ja sonst nicht» prostttren, wen* nicht der poetische Popanz in Szamara »ad Konfedratla ansgesteilt würde. Getreu dieser tl,rer Extstenzdedtngnng terrortstre» und drangsallre» sie auch die Juden «ach Herzendlnst, da chne» da« Land auf Suade und Ungnade htngegeben ist. Wir hoffe» aber, dah sich auch diesmal bet nn» da» netdenSwerthe Geschick, da» den llegpptern nicht wenig Nummer bereitete, wiederhole« wird: „jemehr sie e« peinigten, desto mehr erstarkte da« Volk." Tarnopok, 4. Septbr. Da» hief. i«r. Wahl-gomite hat an da» Lemberger Eentral-Tomite folgende Zustdrift gerichtet: „Da «tr die jetzt zu Recht bestehende verfaffnna al» da» einzige Bollwerk unserer Rechte und Frecheite» anfrecht- »nerhalte» und in liberaler Richtung zu entwickeln bestrebt sei» nulffe», so könne» »ir unseren Vertreter nicht au« der Ritte derer entnehmen, welche die Verfassung zwar de jure «»erkenne*, dieselbe aber aus verfaffun^mählgem Wege in Galizien zu beseitigen bemüht sind. Wir wünschen daher nur eine» solche» verfassungstreue» zu unserem Bertrebr zu wählen, der da gleiche» Jutereffe hat, die verfaffunsi auch in unsere» Lande aufrechtzuerhalte». Da aber di» letzt unter unsere» christlichen Mitbürgern eine derartig proncncirte verfaffnngStrene Partei nicht existirt, so find wir zu unserem Bedauern gezwungen, für jetzt unsere» Tandidaten nur unter unseren ReligionSgenoffen zu suchen, wiewohl wir feierlich erklären «*b bet frühere» Wahlen e» auch seelisch bewiesen hadeu, bah wir in politischen Angelegenheiten keim: - Rücksicht auf ReligionS-Genoffenfchaft kennen. Ja Bezug aaf die Person hat sich da» Tomlte erklärt, den Dr. Lohn, Präsidenten de» Vevrtn» „Schomer Israel," al« Eandidaten norznschtage». Abgesehen von feine« sonstige, Eigenschaften, ist seine gegenwärtige Stellung am beste» geeignet, ihn sowohl liier al» in Brzezan bei« Volke populär zu machen. Vr. Loh» hat also die «eiste» Chancen, hier zu reusfirru. Dir glemben aber auch, dah fetue polstische» »»sichten de» soeben von un» präeisirte» Wünschen vollkommen entspreche*. Die» vorausgesetzt, sehe» «tt stiner darauf bezügliche» «anffestatto» seiten» de» 0r. Loh» entgegen, woraus «ir demselben die Tandlda» tnr förmlich antragen und über die Mittel und Wege zur Dnrchführaug der Wahl schlüssig werden" Krnnkretch -ari l. (Bericht her TL J»r. vnto. für August.) Neue Mitglieder find angemeldet 86, darunter au« Deutschland 54. Unter den <Skb*n bemerken «ir diesmal 1200 Frc». von einem üngenamre» in Part» und 1000 von B. H. Goldschmidt in Stnltaart. von dem Board of Delegatt» in Rew-Äork sind für die ALcbaufchule in Jaffa 500 Doll, angewiesen worden. — 9)i! Berichte über die Schulen bieten diesmal wenig besonder« tntereflame Notizen. Wir erwähne», dah Hr. NaSd. Astruc in Brüssel auf die Frödelschen Lindergärten aufmerksam macht; er hält e» für rathsam, solche mit deri Schulen im Orient zu verbinden und schlägt vor, Lehrerinnen zur Ausbildung nach Belgien zu senden, wo e» viele derartige Ltndergärten a< fxi. Der Vorschlag wird in Erwägung genommen. I» Sonst-mtinopel find zwei neue Schule«, «ne für Lnaben und eine für Mädchen, eröffnet. — In Rnftschack herrscht reger (Elf* für da» Schnlwe.e», ein Lomtle c.n» der Ge meinde ai bestet für die (Erweiterung de» Bebäube» und hofft recht bald den Umbau beginne« zn können Die jfranen tmeresfiren sth für Gründung einer Mädchenschule daselbst, und Hr. Parbmte, D-rector der Alltance-Schnle, hofft auf Erfolg. — I» L-ästtmla hatte die Gemeinde und natü.ltch auch die Schule durch die Seuche gelitten; die Reich« hatte« die Stadt verlaffen, tie Armen blieben doppelt hülflo» zmück. Großer Dank gekührt Hrn Risst« Tonfint, der in der Lndt geblieben war und >»te Armen »ach Möglichkeit unterstütz:«. Der Gesundheitszustand ist jetzt besser. — In Smyrna ist ein neue« Schulhau» vollendet und sollte nach den „Drei Wochen" etngewetht rnrden Die europäischen Tonsule schenke» den Schulen überall reje Thetlnahme und leisten ihnen Vorschub, wo sie können Weittr hat sich der Bericht diesmal mit verschiedenen Ge «altthSU Seiten gegen Jude« in beschäftige» Die erste de risst verhältntunähtg eine Lleinigkeit: Slenererpreffnnge.. Seiten» de« Gvunrneur« von Betreut gegen einige Inden in Tiberias, welche dilmrch ganz an den vdtclstab gebracht worden find. Da die Betreffende» unter französischem Schutze stehe«, und die Sie» erfordern»- ungesetzlich ist, i» soll die Intervention de» EoüulS angernfen «erden; da» wird genügen Die Au aelyachiit des Nahmam in DamaScu», welcher eine« Mordes beschuldirt »nd bereit» zu« Tode vernrtheüt worden war (wie früher belichtet), ist noch nicht erledigt. Man bittet da» Tentral-Toniie, sich dafür z» verwenden, daß der Prozeß nach den (günstigen») Lande«-, nicht nach den NeligionSgefetzen geführt werden nöge. — Ein jüd. Haufirer au« DamaScuS war im vor. I. in einem Dorfe ermordet worden, von Untersuchung oder ga> Bestrafung war keine Rede. Im Juni d. I. wurden mm der Bruder »nb der Schwager bei Ermordeten in demselben Ixitfe ermordet, beraubt «nd ihre Leichen in eine Hohle geworfen: Israeliten von DamaScn», die die Unglücklichen suchten, f rüden ihre Reste, sowie diejenigen deS Esel», den sie mitgestUrt hatten, »nd brachte« dieselbe» al« vtweiSmiUel vor die Ort.tk*hörde, die aber auch hierbei vollständig gleichgültig z» bleiben schien, ein Verhalten, da» »« so erschreckender ist, al« die ,reisten JSraeliten diese« Lande« nur vom Hansirhan del lebe» und auf diese Weise der Habgier ihrer Feinde sich schnnlo« preisgegeben sehen. Unter diesen Umitände» können die 3»tidüen vo» DamaScuS nur vo» einer Jnteroenion der Alliance bei der dortigen Regierung Schutz st.r ihre Person und ihr Ligenthum erwarten Man wird sich deshalb nach Tonstantinopel «enden — Ei» Jude in Meschb (Persien) ist ei» Op!ec der Habgier de« Gouverneur» geworlten Während der Hn rgerSnoth hatte dieser ihm ansgegebeu, Me Armen seiner Straße z» ernähren und dann da» ganze Stadtviertel zu verprovjatlttren Da Me« selbst für Geld nickt zu ermöglichen w«, ,*kbc jst». Han» geplündert, niedergeriffe«, pvei seiner Linder getödtet, »nd der Man», der ca. 4000t» Frc». besessen hatte, ist al» Vnttle, «tssehen «ch besindet sich jetzt in Ton-