Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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— 298 — Da» eigentliche Ziel jenes Lnkruf» ist auch kein an, dere«, als da», die Sammlung von Beiträgen für da» Woisenhau» durch eine andere Sammlung zu durchkreuzen und zu vereiteln .t-t« "f? C3 iS 02 Ob da» alle Herren Rabbiner, «eich« unterschrieben habe«, wiffen, «ollen wir nicht behaupten.*) Wer aber die Mittel und Wege kennt, die ein« gewisse Partei in Erreichung ilirer Zwecke und besonder» in palästinensischen Angelegenheiten anzuioenden pflegt, konnte keinen Augenblick in Zweifel gerathen, wa« mit jenem Aufruf beabsichtigt worden. E» gehört ein Maß von Selbstüberwindung dazu, diese Mittel öffentlich zu bezeichnen Aber — wie schon bemerkt — e» giebl doch keine« anderen Weg, um Jahrhunderte alt« Mißbräuche an ihrer Wurzel anzogreifen, al« de» der Oeffentltchkeit, und grade diejenigen, die sich täglich mit Innigkeit wiederholen: sHtznN' NM N^VM *6 OM •finoü WCi bv- "'üffen e» al» ihre Pflicht ansehen, jeder an seiner Stell« und nach seine« Kräften zur Herstellung beflerer Zustände beizutragen. Man wird e» der »erehrtichea Redartion dieser Blätter Dank wiffen, wenn sie die Spalten derselben auch ferner einer unbefangenen, sach- und wahr« heitgemäßen Besprechung jener Zustände offen hält (Hierzu find wir sehr gern« bereit. (Red.) R Frankfurt a. M., den 6. Sept. (Or^Lorr.) Zur Ergänzung Ihre» Bericht» über da» neu« vutterfabrckat erlaube ich mir, Ihne« mittzutheilen, daß, wie mir schon längst et« Freund au» Brüffel erzählt hatte, dott eine solche Fabrik besiehe, der Name de» Fabrikanten ist mir jedoch entfallen. Die Berkausopreise ft» Fabrikat» siehe» dort denen der gewöhnltchen Butter gleich. Wen» aber solche Fabrik«, die situ« große» Herstelluimtkoste» erfordern, in Deutschland errichte» werden, wo di« Butttrpreise enorm hoch sind, so hat die Orthodoxie rechtliche Veranlassung, jede verkäufliche Butter zu verdächtig«, w«u ihr nicht ein Lrspruug»ze«g»iß. betgeleg» ist. Wird nun aber eure solche Butter von koscherem Fett« ,'abri« cirt, so ist die Frage zu beantwort«», ob eine solch« ans chemischem Wege au» Fett extrahirte Butter i» der jüdischen Lüche eine« Fettextract, als» dem Fleisch« gleichzuhalte» sei. (Wir könn« dies« Mitttzeilung nicht ^mil einem Strohhalm zurückschieben/ aber die Preise vo» Riuderfett uud Bitter stehen i» naturgemäßer Beziehung zu eiuander, und r» ist «icht wohl abzusehen, wieso i» Europa künstlich au» erster» Substanz sabricirle Butter billiger sei, sollte, al» »alürliche. Ander» — bei au» Amerika impprtirter, kostet doch augenblicklich hier da» amerikanisch« Schmalz kaum '/, soviel wie Butter. I» Hinsicht auf die zweite Frage de» Herrn Lorr. wäre zunächst auf Jore Desh 87, 3 zu verweise». Red.) eifiita». Am 23. v. M. feierte der Beterau vo» ISIS Herr Mose» Ulmer Hierselbst mit seiner Ehegattin Jeanette geb. Nathan da» Fest der „goldene» Hochzeit.- Schon am Borabende hatte« fast alle Bewohner der ganze» Straße ihre Häuser mtt Flagg« uud Kränzen reichllch geschmückt, und brachte der hiesige MLuaer-Gefaugverein dem Jubelpaare vor deffen festlich geschmückter uud beleuchteter Wohnung eine Serenade. Am Morgen de« Festtage« zog da« alte ehrwürdige Paar, begleitet von 7 Linder» und 22 Enkeln i» feierlichem Zuge zu der im Blumenschmucke prangende» und mir paffeude» Inschriften versehenen Synagoge. Eiu Enkel ft» Jubilar», Herr ReligionLlehrer S t e r n au» Limburg a. d. L«ne. hielt die Festrede. Hierauf überreichte der hiesige Religion»- lehrer Herr Hirschhahu nach einer würdevollen Ansprache dem Jubelpaare da« chnen von Ihrer Majestät ftr Königin Elisabeth gewidmete Geschenk, bestehend in eine« Prachtexemplare ftr hl. Schrift im Urtexte. Zu Thräne» gerühtt, »ahm da» Greisenpaar da» schöne Geschenk in Empfang. Bon Seiten der vehörde« erschienen der BezirkS-Eommandeur Herr Oberstlieut«a»t v. Donat und Herr Frieden«rtchter Degen. Eia« ») «ir l-tzmu für uns,« Person auch Kt (nMnt fii M hi«, «1* Ziel «,-eftutete ad. (Res., Deputation ft« Hinzen »kameradschaftliche» Verein«, geführt von Herrn Oberst MÜlenz au» Bonn, überreicht« eine Gratulation in Form eine» schön auögestatteten Festgedichte» mit Beziehung auf die Theilimhuwft« Jttbtlar« an den Befreiungskriegen; gleichzeitig übergab Justizrath Wurzer ein Gratulalionlschreibeu Seiner Excellenz de» General» von Mali»«wky, Präsident der Jnvaliden-Stiftung „Nationaldank" in Berlin. (D. 0) Sohn». /Aufruf) Tief bewegt von dem Trauerfalle, welcher die Gemeinde Sohra» durch da» Ableben ihre» hochverehrten Rabbiner», ft» Herrn David Deutsch, betroffen, von inniger Theilnahine durchdrungen für da» Geschtck der vier unversorgte» Töchter de» Berewigte», und endlich erfüllt von ftr Anerkennung de» lautere» und edle» Charakter« und ftr umfaffenftn Gelehrsamkeit jene« verdienstvolle« Iftaelitrn. ftffen Dahinscheift» »ou ftr jüdische» Gesammtheit al» et» schwerer Berlust empfinden wird, sind dt« Unterzeichneten zu eine« Comiiä zusammrngetreten, «eiche» sich di« Aufgabe stellt, in «eiteren jüdischen Kreise» et» werkthätige» Jutereffe für die schutzlo» und unversorgt hiaterbliebe»«« Töchter de» verbllchenen ftrbetzuführen, da di« eigene Kraft ftr klein«» Ge- «etuft Sohra» zur wirksame» Htlf»ge«ähr»»g nicht auüretcht. Vertrauen»voll ««»den wir un» daher an bi« Güte unserer Glaubeu«genoffeii, deren Mitgefühl für uumrschulftte» Unglück ul« vergeben» «ugeruse» wir», mtt ftr Bitte: da« Andenken «st» Gerechte» t» Israel durch Beschützung seiner mrlaffenen Kinder zu ehre». Die diesem Zweck zu widmende» Bett läge*) wirb ftr miwnterzeichnete Königliche Eommercienrath vr. Ariebütttber in veuthe»v./S. eiugegennehmeu und über ihren Eingang -ffeutlich gutttttru. o Sohra» O./S, ft» 3. August 1873. . Da« CoMiU , zur Unterstützung der Rabbiner Dentsch'fche» Hinterbliebene». S#«t» «vier t* 6 |«• u, Rittergut«- ns» Kofttttesitzer. Dr. Cit» ArttbUtttter « Beuttze^, Nftttl. Lommereienrattz IN» Bonquler. «. Hamburger i» Sohr««, Mitterguts. mu Brmtereisefi»»,. ». choüilnber i» Leotzschlltz. «m» zosrttsefitzer. Dr. Joel is 9,«•!•■, JUMsur. G. », Olrfchne» M Losten, JUsfaMM. «MW Mohn i» Plest voöguter. I. «uOtg Mosntt, «onquiee. Dr. Motenttzol in Meuthe». »«»Kner. Dr. Most» l» vre«, l o u, Lehrer a«jii»ilch.the»t»-isch«» Seminar »eselbft. EckMUel Staub in Mystotvitz, Mäste»tescher. G. U»tl« in vreslan. üsntal. Lenorassiner. A. tu Matts»», JtasfauM. Dr. «boluer »» ibteiottz, P»«ktiseh«r Arzt. OeEerretlh. L. An» Ealizie», 7. September. (Org.-E»rr.) Die jüdisch« Einigkeit, die sich jetzt i» Galizien vollzieht, hat de» Neid uuserer Feinde i, hohem Grad« erregt. Di« polnische» Herren scheinen ein« zeitlaag im Wahne gelebt zu habe», daß ftr Berei» Schomer?l»rael entweder ftr Polltck ganz eutsagt habe, oder, e» war chnen dtt Eventualität »och plausibler, daß er unsere jüdi.chen Jnttreffe» dem poluische» Ratttnalgott« opfer n werft. — . Allein.Liese» entschiedene Auftreten setten» der Bezirktwahkomitet, wie z. B in Kolomea, har dtt Szlachzizen außer sich gebracht. Die Jude» werft» »»» all« mtt de« Eollectivaame« Szomeri«ci, Mescheruffe und in alle» mögliche» Tonarten in ftr, edle» nicht weniger al» geistreiche» poluische» Journalistik augegriffe». Dtt Jämmerlichkeit ftr Gift, und Gallesprieuden der polnischen Presse wird vo» Tag zu Tag evidenter. Bach sucht man litt Leser z» bearbetten, eine Art Austreibung k la Rumän en in Scene zu setzech! lüde« dtt Inden all« Eftlgüter in ihr« Häuft eoacentrtte», dtt ettuft» Schomeri»«i i» Lemberg besetzen dtt Promenade», daß «i» ordentlicher Mensch dies« näht «ehr zu passt«» i» Stand« ist. Aber auch da» ministerttlle Organ ZiemialkowSki'», da» an- ,«r «M» K« JUh. ». ». tOUxt sich E»»f>wW»Üw> UM Pet. tr«O« »ereü.. :.-;M ■. t