Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- journal issue
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/ m 33, -18?3. Asrsrlrtitchr *• 3«»»«-«« Wochen-Zchrift für die religiösen und soeiale» Interessen des Jnd 'nthums. Erscheint jeden Mittwach. Prrt, »terteljthrlich 22'/, «röschen. tu Mt M|p«Iiifc Pettyeil« oder deren -säum 2 «ar. verantwoctlicher Redakteur und Herautgeder Rabbiner vr. X Lreuenfrl» in Stettin. ——*- Magdeburg, 20* August 1873. AU «qieqen »utaj all« Buchhandlungen und Poftanstaltea. Inseraten« An nah »e o>»« Irpedition der Israelit. Wochenschrift in Magdeburg. Inhalt. reitend« Artikelr Der Schah von Persien ,md di« Juden — Bericht«»«» T«rrefp«n»err>enr Deutschland: lllagde. dura. Lu« Oberschlesien. Pasewalk Drelden — Oesterreich: Bon der Donau. Pest. — Frankreich; Pari«. — vermischte Mit» «««eist« Nachrichten: Stettin. Prag. Amsterdam. Pari«. London. Italien. Nowno. Tanea Jerusalem. Sincinnati. — Keuilltion: Der Impsang de« Lentral-Iomlte der «All. Jsr. Un" beim Schah von Perslen. Unsichtbar» Fesseln. — Inserate. Der Schab vou Versten und die Juden. Berichte und Anekdoten über die Reise de» Schah, ohne Zweifel mit einer nicht geringen Dosis voik Erfindung und Entstellung versetzt, bilden seit Monaten eine stehende Rubrik 4u den TageSblättern. Wer in der ZettungSlectüre mehr als leeren Zeitvertreib sucht, hat sich gewiß die Frage vorgelegt: « «itd ^iese Reise dem Perservolke Segen Dringen, wird der Schaß atollisatiNisch« Gedanken, Mursürderude ljUWüsse nach Hause mitnehmen, wird die Wanderung zu einer Handlung werden, und ein erste« Aufleuchten neuen Morgenroths für Persien von diesem Ausfluge de« .Herrschers datiren? E« liegt so nah«, eine Parallele zwischen der Reise des Schah und der einst von Peter dem Großen unternommenen zu ziehen — aber die Unterschiede zwischen beiden Männerir, ihren Zielen und Bestrebungen, ihrer Art zu reisen und da« Neue kennen zu lernen, liegen leider noch näher, sind so gewaltig, daß der Vergleich ganz unv gar zu einem negativen wird. Man wird die Hoffnungen aus ein sehr bescheidene« Maß zurückführen müssen, und in diesem Sinne haben sich auch die Organe der öffentlichen Meinung, etwa einige französische Joumale abgerechnet, ausgesprochen. An dieser Stelle interessirt un« die Specialsrage: wird die Reise x« Schah und werden die Audienzen, welche er europäischen Juden gewährt, die Adressen, welche er von il,nen entgegengenonimen hat, ein günstige« Resultat für die persischen Gla bcnSgcnossen erzielen'/ Die Erwägungen, welche die Antwort eingeben, sind ziemlich dieselben, die beider allgemeinen Frage in Betracht kommen. Zu sanguinischen Erwartungen haben wir leinen Grund. Aber von vorn herein durfte man die Hoffnung hegen, daß schon der Anblick, der Empfang jüdischer Deputationen einen günstigen Eindruck auf den Schah machen müsse. Sah er doch mit eigenen Augen, daß die Israeliten in den Eulturländern eine den übrigen Landeskirdern gleich« Stellung einnehmen, daß es in Deutschland, England, Frankreich Juden gebe, die ein menschenwürdige« Dasein führen, und die, gleich Andern, e« wagen können, ihm unter die Augen u treten, ohne sich von dem Glanze seiner Majestät vernichtet zu fühlen, ohne die Stirn in den Staub zu drücken | oder das Haupt tiefer zu neigen, als die ander» Europäer, mit denen er zu verkehren hatte. Es wurde ihm ad oculo* demonstrirt, daß „die Juden auch Menschen sind", und diese ihm vielleicht ganz neue und unerhörte Wahrheit könnt:, ja müßte eigentlich den Anfang zu weiterer heilsamer E.nsicht bilden. Wenn null der Schah mehrmals mündlich erflärt oder schriftlich hat Hetheuern lassen, daß ihm jener Satz bekannt sei, daß er alle seine Unterthanen, ohne Unterschied de-: Re- ^ML^Ugbt. s "ijß man .nnn solcher officiellen Phrasen recht viel abziehen, und eS bleiöt doch genug des Erfreulichen übrig. Die Heuchelei, sagt der belannte Spruch, ist die .Huldigung, welche da« Laster der Tugeild darbringt, und wei: Gerechtigkeit, Humanität im Munde führt, wer vor Europa nicht als nackter Barbar gelten möchte und einsieht, daß eS sozusagen zum guten To« gehöre, von Gleichberechtigung Aflw u. dergl. zu reden, der hat ohne Zweifel schon einen erheblichen Fortschritt gemacht. Andrerseits verhehlen wir nicht, daß wir mitunter auch gefürchtet haben, die Audienzen und Adressen könnten den Juden "Persiens schade». Ist es auch nicht wahr, daß der Schah über Rothschild? Ansprache zornig gewesen sei, so ist es doch vollkommen constatii-t, daß er gegen jede Anspielung auf Druck und Elend, unier dein die persischen Juden seufzen, mincr energisch protestirt hat. Wie nun, wenn er zurückgetchrl, die Aennsten eS entgelten ließe, daß sie gewagt haben, zu Nagen? Und wenn er in Paris gesagt hat: „die Juden in meinem Lande werden Ihnen gewiß schreiben, daß sie keine Ursache zu klagen haben", '» könnte da«, wenn man will, cbensogut wie eine Drohung, denn wie eine Verheißung Ningen ... Indesien sehen wir nicht zu schwarz, und schenk«n wir den Worten des Schah und den "Roten seines diplomatisch:» Gefolges so viel 2'trtrauen, wie dergleichen analog auch bei andern Leuten verdient — die Ausdrücke, welche der Minister Malcom in feinem Antwortschreiben an die Anglo-Icwiib- Assoctatton in Manchester gebraucht, und die wir hier unten folgen lassen,*) können doch nicht ganz als nichtssagend bc *) «8». Maj:ft»t ivill aus da« vesttmmteste, daß ,wischen I** wr> schied,-»«» Ilasse» seiner Unterthanen kein Untersthied in Betreff Äe»