Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 258 — bruche von Epidemien (wie der schwarze Tod) die Juden, weil sie wegen ihrer mäßigen Lebensweise meist verschont blieben, unter dem Vorwände,daß sie die Brunnen vergiftet hätten, auSgetrieben, heutzutage. Sohra« (Ober-Schlesien.) Heute, am Tisch» b'Ow, haben wir unfern allverehrten Rabbiner David Deutsch, der vor 3 Tagen auf der Rückreise von Salzbrunn plötzlich verstarb, zur Erde bestattet. Der Allmächtige heile den Riß! (Wir bringen über dieses schmerzliche Ereigniß in nächster Rr. eine ausführliche CorreSp. Red.) Speyer. Der „Mainzer Anzeiger" schreibt: „In einem Dorfe bei Bingen erschlug vor Kurzem der Blitz die Kuh einer alten Witlwe, deren einziger Reichthum das Thier war. Am anderen Morgen fand die trostlose Frau zu ihrer nicht geringen Freude eine neue prächtige Kuh im Stalle. Woher diese? Durch Zufall und auf verschiedenen Umwegen erfuhr sie, daß der israel. Geschäslmann R. dieselbe heimlich in den Stall geführt und der Frau geschenkt habe, um ihr die Möglichkeit z>t bieten, auch fernerhin ohne drückende Sorgen leben zu können. Und vas war ein Jude! Möge dieser schöne Act der Humanität und Nächstenliebe alle Jene versöhnen, welche intolerant genug sind, stets an das Göthe'sche. „Am Golde bängt rc." zu denken und welche gar zu gern bereit sind, für die Handlungen Einzelner eine ganze Confcssion verantwortlich zu machen." Wie«, 4. August. Heute fand im großen Prunksaale de« academischen Gymnasiums die Eröffnung des ersten europäischen Blindencongreffes statt. Nicht nur aus Oesterreich und Deutschland, sondern auch aus England, Belgien, Italien, Spanien, Schweden, Dänemark, Rußland und aus drei Staaten Amerika's waren Blinden Lehrer und Lehrerinnen erschienen. Zum Vorsitzenden des Bureaus wurde der Schöpfer dieser Congreß-Jdee, vr. Ludw. Aug. Frankl, gewählt, der auch die Eröffnungsrede hielt. Er ging von dem Gedächtuißverse aus, wie nach verschiedenen Zeitpunkten die Blinden im Alterthume verehrt, später ernährt und erst in jüngster Zeit belehrt worden. Darauf stützt sich die geschichtliche Entwicklung der Blinden-Institute. (Der Redner berichtigte Ni dieser Gelegenheit die historische Annahme, daß Ludwig der Fromme von Frankreich daß erste Blinden-Asyl begründet habe; es sei vielmehr das Verdienst eines deutschen Fürsten, Herzog Wels's VI., der selbst erblindet war, das erste Blinven-Jnstitut im Jahre 1178, also 82 Jahre vor Ludwig dem Heiligen, errichtet zu haben.) Freiherr Moriz v. Königswarter giebt dem Conareffe am Dienstag in den Sälen der Gartenbau-Gesellschaft ein solennes Bankett. Wie«, «. August. He ile Vormittags traf in Laxenburg eine Deputation der Alliance isra£lite in Wien ein, um vom Schah von Persien in Audienz empfangen zu werden und demselben die Bitte zu unlerbreiteu, die harlbedrängten Juden in Persien in Schutz zu nehmen. Die Deputation, welche vom Hojrath Weil geführt wurde, und aus den Herren vr. Güdemann, Ladenburg, Baunigarten und Singer bestand, wurde vom Großvezier Mirza-Huffein Khan in überaus freundlicher Weise empfangen. B vor er die Deputation entließ, gab er derselben das Versprechen, die Adreffe genau zil lesen und der Alliance iora^Iite eine Antwort schriftlich zukommen zu lassen. New-Hork. Einen nickt unintereffanten Beleg zu dem, was wir im Leitartikel un.er Rr. 27 über den Gegensatz zwischen dem Judenthum un» dem Heidenthum in der Gegenwart gesagt haben, bietet eine kleine literarische Roriz, welche wir dem „Hebr. Lead." enr ehnen, der sie seinerseits aus einem nicht-jüdischen New-Yorker Blatte abdruckt: „Unter dem Titel „Die New Aorker Presse" erscheint seit dem 23. Juni, herausgegeben von der German Preß Society of Rew- Aork, ein neues deutsches Tigeblatt in großem Format, welches den übrigen an Reichhalligkeit des Material» und geschickter Redaction nicht nachsteht. Die „Preffe" befürwortet in ihrem Programm bei Zugrundelegung der Ideen des allgemeinen ChristenthuniS, ohne Berücksichtigung der konfessionellen Schranken, Bekämpfung besser, war sie „das moderne Heidenthum" nennt, und erblickt die Hauptursache der zunehmenden Corruption, der Gesetzverachmug, de» Verbrechens, in den« Verschwinden der Religion und Moral, — freilich ohne diese Begriffe genauer zu destnireu. In politischer Beziehung verspricht sie einen von allem Parteiwesen unabhängigen Standpunkt einnehmen zu wollen, um ohne Scheu der Corruption die Wahrheit ins Angesicht sagen zu können — gewiß ein sehr anerkennenswerther Vorsatz. In Paragraph 2 stellt sie sich die Aufgabe: „Bekämpfung des sogenannten Materialismus und Pantheismus, welche nur aufgewärmte Thorheiten aus der alten heidnischen Zeit sind, und deren Verbreitung einen Rückschritt der Menschheit bekunden würde." ES ist klar, daß, wie wir am angegebenen Orte weiter ausgesührt haben, daS „allgemeine Christenthum" de» fraglichen Programms eben das Judenthum (ohne das Rilualgesetz) ist. Die orthodoxen Christen von allen einzelnen Confessionen werden dagegen das „allgemeine" Christenthum eben nicht al» solches anerkennen, sie taffen nur ihre specielle dogmatische Definition als Christenthum gelten. Inserate, »t« bis Sonntag früh «et der Expedition in «agdebnrg tintrtffen, finden in der nächste» Skummer »»ch Ausnahme. Um deutliche Aamensnnterschrift Wied gebeten. Bekanntmachung. 384) Tie erledigte Kantorstelle in hiesiger Gemeinde soll baldigst besetzt werden. Vorbeter, die einen Chor leiten und die Schechita selbstständig ausüben können, wollen mit Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Vor- ,lande sich recht bald melden. Das Einkommen besteht in einem Baargehalt von 300 Thlr., freier Wohnung, Nebeneinkünften und dem nicht unbeträchtlichen Ertrage aus der Schechita. Landsberg a. W, d. 6. Aug. 1873. Der Vorstand der Syragvgengemeiade. 1D2 Restauration -r: Seebad Schmiipi bei Haag. Holland. I. Kyt. Aeizerstraot 131 Bekannt als streng religiös bei unserem Ehrw. Herrn Oberrabbiner ßerenstein, empfiehlt sich die obige Restauration des Hrn. J. Kyl aufs Angelegentlichste und verspricht reelle und aufmerksame Bedienung. Pensions-Anzeige. 375] Knabe«, dl« die hiefige« berühmte« Schulen besuche« und nach de« Grund» sah« r jnK *p*r cp n"fi HC erzogen werden solle«, finde« in «einem Genfio» «al srenndlich« Aufnahme. Dr. FrSfclieh, Rabbiner in Habe a. d. G. Gesucht wird für ein junges gebildetes Mädchen, Israelitin, eine Stelle zur Stütze der Hausfrau oder als lÄcsellschaflerin. Es wird mehr auf gute Behandlung als auf hohes Gehalt gesehen. Offerten unter Chiffre R. R~ Nr. 1873 r'mmt die Exped. d. Z. entgegen. 382) Aeineri verehrten Freunden die MittHeilung, daß ich nunmehr aus Italien zurückgekehrt bin uns deren specielle Aufträge allmälig zu erledigen nich bemühen werde. Born 15. August an wohne ich in Frankfurt a. O., Schmalzstraße 3, vom 1b. October an aber wieder in Berlin, GhpSstr. 12a. Warnbrunn, (Schlesien). Dr. Berliner. Hierzu eine Beilage.