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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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.1» 31. 1873. searlilisch« ^.Jahraana Wscheo-Zchrift für die religiösen und sorialen Interessen des Judenthnms. « Erscheint jeden Mittwoch. P«M «iaÄjLhrllch W>/, Sroschen. |*l Mt »reispaltize JMiipU* «der deren Raum 2 Sgr. Beramwoktlicher Redakteur und Herautgtder Rabbiner vr. i. Lreaenfeis in S tettin. -♦- Magdeburg, ff. August 11873. An oeziehen dun» olle Buchhandlungen und Postanltalten. 3*((tKn» V*mI »nee ki In Expedition der Israelit. Woäenscheift in Magdeburg. ...V ' Jnbalt. Leite«»« Tletiketr Die verfasiung der Synagogen-Semeinden in Preuhm. — Bericht«««» <orresp»n»e«i«», Deutsch, land: Berlin. Berlin. Au« Württemberg. — Oesterreich: Wien. Au« Krakau. — Frankreich: Pari«. Lyon. — iiußiand. — BreMtfchl« ««»«e««n«-tachrtchtemr KSnig«berg t. Pr. München. Darmstadt. Wien. Pest. London. — A«H»ill«t»»r ansichtbare Kesseln. — J«ser«te. , Die Verfassung der Gyuagogen-Gemeinden tu Preusten. Bon vr. 8. Goldschmtdt, Rabb. in Eolberg. I. (Vorbemerkung der Red. Manche Leser der * „Wochenschr.", mögen schon seit Monaten eine Besprechung de« oben bezeichneten Thema'«, unsrer brennendsten TageS- . frage, hier erwartet haben. Wir haben mit Absicht gezögert; —MAb «sjll^n die ztztth-ch», ich ^tznige» ,a«d«rn Blättern artt" E^MUchinuid« LeiöeÄchemiiehkeit gisnhrtev'Debalt« eMmfnt * Ond*zugleich abwartes/ ob nicht einer der HH Collegen da« Wort ergreifen würde. Wir' mögen nicht immer nur * —stk>s«re Meinungen vortragen. Daß Hr. vr. G ohne jede '-Msteidtnschaftlichkeit nur zur Sache und sachgeniäß spricht, wird Niemand bestreiten können. Wir vertreten nicht jeden seiner Sätze, sind aber mit der Hauptsache, seinem Vorschläge, umsomehr einverstanden, al« wir bereits im Jahrg. 1870 ganz dasselbe erörtert haben. Wir kommen daher darauf zurück und werden dann auch die von den ieidenschasliich Kämpfenden ganz übersehenen Momente beleuchten, nämlich: die Bedeutung der Gewissensfreiheit nach den> R i t u a l c o d e x; den Unterschied zwischen denjenigen, welche aus der Gemeinde austreten wollen, um einen neuen CultuSverband zu bilden, und denjenigen, welche letzteres nicht wollen, sowie den fauch von Hrn. Vr. G. berührten) Unterschied zwischen Eultusverbänden und Gemeinden.) Seitdem unsere Regierung die neue Aera ihrer Kirchenpolitik begonnen hat, ist auch die Frage der jüdischen Gemeindeverfassung eine brennende geworden und in Fluß gekommen. Zwar ist die individuelle Gewissensfreiheit und die Autonomie der Gemeinde bei unS bereits so weit gediehen, daß die liberalen Männer der christlichen ReligionSgenosienschaften schon aus die bestehend« Verfassung unserer Synagogen-Gemeinden wie auf ein verheißene», gelobte» Land Hinschauen, da» sie zwar von der Höhe ihrer vorurtheilSlosen Gesinnung mit eigenen Augen sehen, und da» ihnen freundlich entgegenwinkt, wie da» Ziel einer längst geträumten Hoffnung, da» aber mit eigenen Füßen zu betreten und völlig auch sich zu erobern ihnen leider vorläufig versagt bleibt; und man hätte demnach meinen dürfen, daß da» jüdische Gemeinde- Leben ntchf im Geringsten von dem häu»lichen Streite, der gegenwärtig in den christlichen Kirchen so flagrant au»gebrochen ist, berührt zu werden brauchte. Aber Ixnnxh sind auch wir m Mitleidenschaft gezogen und in einen fremden Kampf, der eigentlich un» Nicht» angeht, verwickelt, und daß wir e» sind, haben wir den erhitzten Geistern zu verdanken, die, anstatt einem fremden Kamps« mit ruhig kritischem Auge zuzuschanen, e» sich leider nicht versagen kinntrn, von ihrem erhabenm Zuschauersitze in die Mena hiaabzufteigen, sich in.den §!auj> de» Kampfe» zu mische^ unt auch ihre LauM I».frechen. Wer, dem dä»,Wohl und»Wehrst« jüdischen Gememd,verbände» nicht gleichgültig ist, — wer hat nicht «tit tiefen Bedauern jene bekannte Red« de» sonst s» verdienstvollen und mit Recht gefeierten Laster bei Gelegenheit der Debatte über da» Gesetz, betreffend die Kirckenzucht, gelesen? eine R«be, in welcher da» Judenthum, fast möchte man sagen, gewaltsam bei den Haaren berbeigezogen wurde, um e» mit den Übergriffen der Kirckenzucht bei der christlichen ReligionSgenossrnschaftrn zn idenlifiziren? Und wei: mußte bei allem schmerzlichen Bedauern nicht dennoch unwillkürlich lächeln, al» er da eine jüdische Synagogen-Zuchi au»gemalt sah, die, schon für die Längst-Bergangenheit übertrieben, heute aber begraben und vergeffen ist und den Ohren unserer jüngeren Generation wie ein Märchen au» längst virschollenen Zeiten erklingen muß? Mußte da sich nicht jeder Unbefangene, der die heutigen Zustände unserer Gemrinden kennt, bitter sagen, daß durch eine solche Rede der jüdischen Sache, für die Herr LaSker trotz Allem immerhin doch arch noch «instehen mag, nur geschadet werden könne? — K.in Wunder, daß da da» stlesetz über den Austritt au» der Kirche, da» un» wirklich angeht und auch auf un» seine Anwendung findet, einen Sturm im jüdischen Lager hervorries, de r unsere ganze Gemeinde-Verfaffung, da» innerste Leber, fast aller preußischen Gimeinden, vielleicht mit Ausnahme!)«r wenigen wirklich großer, auf» tiefste bedroht! Und dennoch hätte bei befferer ttinficjt, bei kälterem Blute, bei geringerer Selbstsucht und bei unbefangenerer Prüfung der Sachlage dieser Stunn un» «rspart bleiben können; denn frag: min nach dem wirtlichen Grunde, der ihn veranlaßt hat, s» kann man sich leider der schmerzlichen Wahrheit nicht verschließen, daß er nicht Gei»tffen«zwang, fanden»»Selbstsucht und Partei-

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