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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 241 — « D, höre doch, nimm freundlich hin ihr Grüßen, Da» innig Dir von Ost und West erschallt! Der Freundschaft Don, den «underbarm süßm. Der froh vorn Nord zum Süden wiederhallt. Und rneinm Gruß auch nimm, dieweil mich Sehnen') Und Hoffnungsharm wie Kerker ring» umschließt. Ach, könntm doch entström m meine Thränm Lus deinm Höh'n, wie Lhau auf Herrnon fließt. Ich gleiche dem Schakal — mit bangem Wimmem Klag' um dein Elend ich, um deinm Fall; Doch träum' ich, wie du «inst erblühst au» Trümmern, Bin «ine Harfe ich voll Liederschall. Wie drängt mein Herz nach Bethel'» heU'gm Hallen Und nach Pniel,') da« Gottesschau »erklärt. Hin nach Machnajim, wo die Engel wallm. Dm Stättm all, durch Pilger fromm geehrt.') Einst thront' voll Majestät in deiner Näh« Dein Schöpfer, der in Liebe dich erkor, Der ließ ob deinm Pfortm in der Höh« Sich öffnm mild de» Himmel» Strahienthor.') Nicht frommte dir der Glanz der Sternmheere, De» Monde» Licht, der Sonne gold'ner Schein, Da dich umgab in Herrlichkeit und Ehre Dein Gott, der deine Leuchte ward allein. Nun weh der Schmach! Wie faßt mich bange» Zagm! Du stolzes Königshaus, Du Gotte» Thron — Wie durftm trotzig feil« Knecht e» wagm Aus Herrschersitz zu setzm sich voll Hohn? Drob möchte weiumd meine Seel' zerfließm, Wo Gottte» Geist die Jüngerschaar umfloß; Möcht' pilgern» dort da« bange Herz erschließen. Wo Sehem einst sich Gottesschau erschloß.') Ach, könnt' ich doch mit qualzerriff'nrrn Herzen Mich deinm Trümmern nah'n im leichtm Flug, Ach, könnt' in Lieb' ich deinen Bodm Herzen Und schlürsm deinm Staub im «ildm Zug! Bald ’) stand' ich auch an meiner Väter Särgm, In Sinnm stumm versmkt in Hebron« Stadt, Bald pilgert' ich umher auf deinm Lergm, Bom Karmel, Libanon dahin nach Gilead.') Hier winkt der Har, da sank des Priester« Hülle, Abarim hier, da ruht dein stolzer Aar, Sie, deine Meister durch d«S Geistes Fülle, Dein Mondschein sie, dein Eonnmlicht so Nar. 2) Nach Lu,., —TDK. doch ist die Variante rnpn'K, weil biblisch (Secharja 9,„), nicht zu verwerfen. 3) So richtig nach Luzzatto; L. A. Frankl hat nach der L.-A. ^K ’JD1?! übersetzt: „Rach Bethel schmachtet «S, dort will ei klagm, und Gott all' seinm trefm Kummer klagm." 4) L. A. Fr. hat hier wieder nach einer der falschm LeSartm 'M3 »der '"TJB übersetzt: „Wo Martyrthum die Heiligen erfahren." <G. läßt es ganz unübersetzt.) Die richtig« LA. ist, wie L. angiebt: 6) „Snadmthronen" ist bei L. A. F. wohl nur Druckfehler für „Gnadmthor en. 6) Der Uebers. hat die Strophm S u. 9 umgetauscht; ob de» besserm Zusammenhanges wegm, oder einer anderm Ausgabe folgend, wiflm wir nicht. Geiger beobachtet dieselbe Neihmsolge. 7) Die Steigerung, die in dem '2 rjK liegt, ist weder hier noch bei G. «iedergegebm; nur bei L. ». F. „Erst wenn durchschauer ich in Hebron'» Näh«, di« theurm Patriarchmgräber sähe!" (Erst ---- Wie erst.) 8) Hier fehlt bei G. u. F. (u. auch bei vielm hebr. Editioner) die obm (nach Luz) wiedergegebme Strophe: '21 ipr*?» tuipki •fjo-oi *pra -iöpk Welch' Seelmlabung sind doch dein« Lüfte! De« Lande« Hauch, von Lebm ring« erfüllt! De» vodmt Staut — Gewölk voll Mhrrhmdüst«, Die Flüsse Dein — nur Honigseim, der quillt. Wie würd' tröstmd meine Seele labm. Dürft' barfuß ich betreten dort dm Ort, Wo unter Tempeltrümmern liegt begrabm Auf Cherub:m der Lad« heil'grr Hort. Dort würs' ich von mir, bitt'rm Unmuth nährmd. De» Hauptek Schmuck, verwünschmd jme Zeit, Da Fremde einst, dein reine» Land mtehrmd. Der Nasiräer') heilig' Haupt entweiht. Wie kann mir da noch Trank und Speise mundm, Da Rabenbratdm edlm Aar verschlingt? Muß nicht t a» holde Licht mein Aug' verwundm, Wenn Hundimeut' dm Löwm siegreich zwingt? Halt' «in! Schon wühlt in rneinm Singeweidm Der Wermu: hstrank, gedmk Samarims") ich. Bi« auf die Neig' leer' ich dm Kelch der Leidm Dmk' Oholiia'« Gla?, ich, der verblich. » » » Bist Zion nicht noch heut der Schönheit Krone, Ein Bild, de» Lieb' und Anmuth hold erregt? Ist nicht mii Dir verknüpft in jeder Zone Der Kinder Herz, da« dir mtgegmschlägt? Wie sind sie froh, wmn du vom Glück umfangm. Und schmerze csüllt, wmn Du verstört und bang. Warst Du n.cht stet« ihr Sehnm und Berlangm In Kerkersmuht, im heißm Flehmsdrang?! Wohl sah mim oft die treue Heerd« drängm Rach fremden Höh'n,") doch nur der Hürde dein Sie dmkt, urd strebt zu deines Land's Abhängm, Rach deinen Palmm strebt sie nur allein. Dmn kann Egyptens heidnisch« Verehrung, Kann dir sich gleichm Babels Wah zeblld? Gleicht der Orakel Lüge und Bethc, ung Der Thummim Kraft, der Urim lichtem Schild? Und deiner Dichter dauernde Gesänge', Wem gleich' ich die, der Seher heil'ge Gluth? Wem deiner Fürstm") ew'gm Ruhmesklänge, Wem Levi's Stamm voll Trm und GlaubmSmuth? Drum wird i.er Heiden Reich einst untergehm. Und all der Götzen Pracht zersällt, verdorrt. Doch deine Herrschaft wird hinfort bestehm; Auf ewig thronet deine» Helles Hort! Dich, Zion, hat dein Gott zum Sitz «rkorm, O, Hell dem Manne seiner Gnadmwahl, Der nahm dcrf und ruh'n in deinm Thorm — Er harrt und hofft bi» einst erglänzt dein Strahl, Bi» flammeni einst dir glüht ein neues Tagm, Und neues Glück di« treu« Schaar erfreut, Wmn Jubellc ut ertönet statt der Klagen, — Wmn dir bei t Gott der Jugend Glanz erneut. Warschau im Thamus 5633. 9) ipTM ®- „Ruhmgekröntr", F. der „Geweihte" Der Dichter hat jedmsall« dm Haarschwuck de» Rasir im Auge; Luz. liest ausdnn Vordersätze des Gegensatzes wegen nach dm meistm Manusrriptm'ff?) 'izqzz 10) „Ohola" ist poet. Bezeichnung für da» Reich Israel „Oholiba" für das Reich Juda. 11) Der llebersttzer glaubt, daß hier di« Höhm de» Götzindimstm» gemeint seim; da« g ebt zwar einm recht schönm Sinn, entspricht aber dem hebr. Text« nichi, in welchem nicht« von diesem „drängm" steht, ob man ,n?Bni ob* sunt Luz.) Wenn liest. 12) Hier ist gegen Luz. "^TSF! statt 'xfs gelesen.

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