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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 29. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 29.
Article
Beilage zu Nᵒ 29.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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234 f. fo, das ist wahr," sagte Berrha und lächelte glücklich, aber gleich daraus fragte sie: „Wo ist denn der gute lieb« Bärchen?" Jetzt zitterte Brlah wirklich, denn daß Bertha, ehe sie nach Pater und Verwandten fragte, sich nach dem Freunde de» Doktor Moritz erkundigte, war sehr gefährlich, und Belah erkannte den schlüpfrigen Pfad, den Bertha betreten, um zum Ziele zu gelangen, trotzdem freute sie sich des wiedererwachten Scharfsinnes der Kranken. Sie antwortete daher so gleichgülttg als möglich: „Bärchen ist mit Onkel Moscheh in'S Land gegangen, um zu prddeln und kehrt vor SchabbeS Chanuta nicht zurück." „So! so," murmelte Bertha, fragte aber nichts mehr, ein Beweis, daß ihre Geisteskräfte vollständig zurückgctehrt waren. Sie erwartete noch etwas Weiteres von Belah zu hören, als aber diese sich schlafen stellte, schloß auch sie die Augen und nahm sich vor, die Tante Jutta am nächsten Tage über eine wichtige Person, die sie nicht an Belah verratlien wollte, auizuruhen. Tie Genesung Bertha'S machte von diesem Tage an rasche Fortschritte, und nach drei Wochen war sie vollständig hergestellt. Aber mit ihrer zunehmenden Gesundheit nahm die deS Herrn Deemoore's wieder ab, d. h. in Bezug auf seine fixe Idee; der Frosch hämmerte wieder nach wie vor, aß doppelte Portionen, und Herr Teermoore wurde in Folge des Essens wieder wohlbeleibt, und faß den ganzen Tag wieder im Hinterzimmer — Samstags ausgenommen, — wo ihm fein Freund, der wirkliche ächte Stonehill, Gesellschaft leistete. Dort unterhielten sich die alten Freunde »on alten Zetten, und oft wurde da« Gespräch auf den verhängnißvollen uns bekannten Gegenstand gebracht. Eines Tages erschien Stonehill im Zimmer DeermooreS und brachte ein großes Dokument, die Abtretungsurkunde alles Eigenthums, welches Teermoore beschuldigt war, von der Harrisonplantage heimlich mitgenommen zu haben, Bertha natürlich eingeschlossen. Diese» überreichte er dem Freunde, von dem eS mit sichtbarer Freude entgegengenommen wurde. (Forts, folgt.) Geistesgegenwart. Bei dem Krawall, welcher am Abend de» 25. März ganz Stuttgart in Aufregung brachte, hatte der Sänger Labatt ein Abenteuer zu bestehen, welches leicht von unangenehmen Folgen hätte sein können. Der Künstler sang nämlich an jenem Abend den Eleazar in der „Jüdin" mit dem größten Erfolge. Während noch die letzten Klänge der Oper im Hause ertönen, verbreitet sich dt« Kunde vom Krawalle, der in der Stadt loSgebrochen. Da» Publikum entfernt sich, und Labatt, neugierig, wa« e» denn plötzlich gebe, nimmt sich keine Zeit, da» Kostüm adzulegen, sondern stürzt wie er geht und sieht auf die Straße und mitten in das Volksgetümmel hinein. Plötzlich brüllt eS ihm entgegen: „Ein Jude, ein Jude! Haut ihn nieder!" und kaum erscholl dieser Ruf, al» sich schon der wülhende Haufe de» erschrockenen Manne» bemäckligt halte und Lynchjustiz an chm zu verüben suchte. Zn« Glück gewann Labatt rasch die Fassung und rief mit dem ganzen Aufgebot seiner Stimmmittel: „Aber ich bttt', meine Herren, ich bin ja kein Jude, ich bin der Sänger Labatt." „Da» könnte Jeder sagen. — brüllte ihm der Hause entgegen — Beweise, Beweis,!" „Sogleich meine Herren, — erwiderte der Bedrohte, reckt sich aus, der Pöbelhaufe bildet einen Krei» um ihn, und der Künstler wiederholt die Bravour-Arie: Gott mein Gott, hör' mein Flehen!, die er erst vor einer Viertelstunde auf der Bühne gesungen. Da verändert« sich die Scene plötzlich, und der Künstler wird schließlich unter laute« Beifallrgrichrei «ach seinem Hotel getragen. Israel. Tochter-Institut. Fnuiktot m. 91. 349] Unser Institut sucht Töchtern i»r. Eller», neben der wohlihätigen Einwirkung eine» Familienlebens auf religiöser Grundlage, «ine den Anforderungen der Zeit entsprechende Bildung zu gewähren. In der mit demselben verbundenen höheren Töchterschule stehen un» die besten Lehrkräfte zur Seite. — Außerhalb der Unterrichtszeit englische und französische Konversation. Referenzen, Prospekte und nähere Auskunft durch Dr. II. Ileinemann, Dorothea Ileinemann gb. Japhet. 366] Die Stelle de» ersten Cantor» und Hilfs - Schächters in unserer Gemeind«, für welche ein fixirte» Gehalt von jährlich 5 50 Thlr. außer den üblichen Nebeneinkünften festgesetzt ist, ist vacant, und soll des Baldigsten wieder besetzt werden. Bewerber um diese Stelle, welch« deren Befähigung als Cantor und Schächter, so wie über deren musikalisch« Kenntnisse sich auSweisen können, wollen ihre Meldungen mit Beifügen deren Zeugnisse bei dem Unterzeichneten baldigst einreiche«. Reisekosten werde» nicht vergüligt. Jnowraclaw, 9. Juli 1873. Der Dnrsiand hiesiger LyuagogemGemeinde. Rapheel Schlesiuger. Wir suchen einen Cantor, der zugleich Schächter und mp bvz ist und spätestens zum 1. Septbr. d. I. die Stell« antreten kann. Festes Gehalt 450 Thlr. p. a. und sämmtliche mit dieser Stellung verbundene Nebeneinkünste. Probevortrag ist erforderlich; jedoch werden Reisekosten nur dem Anzustellende» vergütet. Meldungen nebst Zeugnisse nimmt entgegen der Bvrtzand der Fiiial- Syn«go..n>-Ke«ki>de. 252] M. Rosenbaum. Laurahütte, den 1. Juli 1873. Bekanntmachung. 348] Die Lehrerstelle an der jüdischen Elementarschule Hierselbst mit einem Jahreseinkommen einschließlich der WohnungS- Eutschädigung von 200 Thlr., welche» jedoch bei zufriedenstellender AnitSführung de» Inhabers bi» zu 300 Thlr. erhöht werden soll, wird am 1. Juli cr. vacant. Qualifizirte Bewerber, welche gleichzeitig befähigt sein niüflen, die erste Kantorstelle an der Synagogengemeind« zu verwalten und hebräischen Leseunterricht zu erlheilen, wollen sich unter Vorlegung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten Schulvorstande schleunigst melden. Mit dem Kantorate ist neben den Einnahmen au» den Offertorien ein JahreSgehalt von 125 Thlr. verbunden, auch findet ei» tüchtiger Lehrer vielfach Gelegenhett zu Privatunterricht. kosten, 12. Juni 1873. Der Lchnlvorsiand. 371j Um Jrrtyümern vorzudeugen, >eh«n wir un» zu der Erklärung veranlaßt, daß die von Herrn Caspar Lachmann im „JSraelit" ausgeschriebene Bacanz einer Radbinerstelle hierorts nur eine PriBät» stelle ist. In unserer Gemeind« selbst wirft seit 11 Jahren in orthodoxem Sinn« als Rabbiner Herr vr. Rosen st ein. Graudenz, den 17. Juli 1873. Der Norsiand der Tynagogengemein-e. Die Stelle eines Lehrers für di« zwette Klasse der hiesigen i«raelitifchcn Elementarschule ist vacant und alsbald zu beietzen. Dotation 300 Thlr. nebst freier Wohnung. Geeignete Bewerber wollen ihre Offerten an den Unterzeichnete» Vorstand schleunigst richten. Nicolai, im Juli 1873. Der Synagogen Vorsiand. 368]_«5. Kirschuer_ Bacauz. Die ersie Lantorsiell« der hiesigen Gemeind« ist vacant und soll spätesten» zum 1. September d. I. besetzt werden. Feste» Gehalt 500 Thlr., frei« Wohnung und sämmtliche mit der Stellung verbundene Nebeneinkünfte. Qualifizirte wollen sich bis znm 15. Juli cr. unter Beifügung ihrer Zeugnisse und eine« selbstgeschriebenen Lebenslauf» bei un» melden. Bromberg, de» 26. Juni 1878. Der vorsiander SyttßvgeU'Vnuriüde.

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