Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 29.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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231 — sichtlich. Tann sieht man den Verbot der Priester, drr an Größe dem der Israeliten gleicht, und endlich daS Heilige- und Allerheiligste. In crsterm licht niau den sicbenarinigen Leuchter, den goldenen Tisch uiit den zwölf Schaubrotrn und' den Rauchaltar. Im Allerheiligste«, welches vom Heiligen durch cine Wand geschieden ist und überdies auch noch durch einen vier Finger dicken, mit purpurfarbigen, fcharlachrothen und bimiiielblaue» Blume» verzierten Vorhang getrennt mar, üchl die Flasche mit Manna, die eherne Schlange und die- Buudeelad« mit zwei Cherubim, deren ansgeip reizte Flügel dir,' ganze Breite de» Tempels aussüllte«. (Trb.) Lemberg, 10. Juli. In mehreren Städten Galiziens ivnrdeu bereilS israelitische Local-Wahlcomite» organisirt. Tie Constituiruiig sämmlticher jüdischer Zweigeomi- NS soll biS I. August erfolgen. ftolomtd, 10. Juli. Tie Majorität der Wählerschaft wird den IM Hönigmann als ReichSralhs-Caildidatcn aufslellen. Für dcil hiesigen -Bürgermeister-Posten wird IM Rasch, ein Israelit, candivirt. > (Das.) Prst, 16. Juli. Der UntcrrichtSministcr zeigte der i s r a e - litischen DistrictSverjammlung au, daß der Kaiser die Errichtung eines jüdischen Seminars bewilligt habe. (Das.) As vre»; Di«», italienische Gesellschaft für Geschichte und AltetthNmdsnnde har den O,. Cesare Foa, Rabbiner in hdion e*;t t a/jünf '^orrejpondirendcn Riitgliede erwählt. , i ’ i - ■ . ■ (Ed. Isr.) Pari-,'10. Juli. "Baron Gustav Rothschild batte gestern rin« lauge Unterredung mit dem Schah, iu welcher derselbe sehr warm stir die Juden in Persien plaidirte. Der Schah versprach, to seinen Stmrten bezüglich der Behandlung der, Jubelt Modisicatioiicik eintreten zu lassen. Auch die Mitglied« de» CeiUrst-ConiilrS der Alliance isr. univ. mit Crcmi«ux ,m» der Spitz«, und dir beiden Großrabbinen Hallen in berselbetr Angelegenheit Audienz beiin Schah. (R. F. P.) Paris. Aus Anlaß der Rindviehscuche bringt die „Liberty" eine ausführliche und gcnanc Beschreibung des Bersahreu» bet« Schlachtern und Untersuchen des Viehes, welches znul Genüsse für Israeliten bestimmt ist, sowie über die Vorsicht»- und Conlrolniaßregcln in Betreff des Sicgelns und VerlausiS d»S Fleisches. Auch daS Eiuwüsiern nnd Salzen des Fleisches in der Küche wird noch in den Bereich der Besprechung gezogen und alles als weise Gesundheitsregel gepriesen. Seltsamer Weise ist nur das Ganze (wenigstens nach dem im »Univ. Isr." »litgetheilten Auszüge) so geschildert, als ol>^ dergleichen nur als außerordentliche Vor sichlsmaßregei während der Epidemie geschehe. Bordeaux. Die hiesige Synagoge, eine der schönsten in Frankreich, ist, wie bereits kürz gemeldet, durch eine Fencrsdrunst zerstört worden. Der Brand cutstaud durch Unvorfichrigkcir von GaSarbeitern, welche mit einer kleinen Reparatur der Röhren beschäftigt waren. Obgleich das Feuer Vormittags 11 Uhr ausbrach, Feuerwehr, Dampfspritzen u. s. w. alsbald zur Hand waren, so griff cS doch so rasch nnd heftig um sich, daß man sich sehr bald aus Rettung der Nachbarhäuser beschränken mußte. Die Synagoge ist total ausgebrannt, vollständig Ruine. Die Scpharim und Vorhänge wurden gerettet. Der Schade» ist sehr groß. Die Synagoge, 1810 erbaut, war vor drei Jahren mit einem Aufwande von 190,000 Frcs. rcnovirt und (seltsam!) nur mit 140,000 versichert. (I. World.) London. Profeflor Jacob W a l e y ist, 54 Jahr alt, in voriger Woche gestorben. Er mar uns nur als erster Präsident, und demnach vermuthlich Hauptgründer der Anglo- Jew.-Affociat., bekannt. Viel älter ist, wie mir sehen, sein Ruhm in England und nicht blo» unter den Glaubensgenoffen, wie ein Nekrolog der „Times" zeigt. Er war Jurist, anerkannt als einer der gelehrtesten Oousez-uueer (d. h. Notar, aber fpeciell für Hypothekennnd Grunderwerbsachen); er war der » .zweile Jpdt, ttzr -ind«ü Iusi^ienst (d. h. nach conlii.enlalem Sprachgebrauch) trat, der erste war Sir Fr. Golds uiö. Seine Profeffur der politischen Occoiioiiiie an dem Univeisity College batte er vor Kurzem niedergclegt. Den Gemeinde-, WohlthätigkcilS-' in d BildNugsangelegenheiten seiner Glanbensgenoffe» hat er stets ein warmeS und thäliges Jnteeeffe gi widmet. Er war ein naher Verwandler des Sir M»feS M inte fiorc und stand, wie Jew. Ehr. sagt, „in der Ge neinde wie ei» Bindeglied zwischen den ^tu.'Men4der religiösen Ansichten". Drv Chief Stül'bi w-ft-zum L^chenbSgäntzkllß von Dover, wo er sich zur. Crr.aufhält, herübergekommen. Aus Rumlinien. Einem Jaffyer Blatt wird auS Vakan mitgetheilt, daß dir Bcsördernng solcher Correspondenzober Postkarten verveigert wird, welche in hebräischer ol>cr jüd.scher Sprache geschrieben sind Wir sind gerne geneigt der Sache Glauben beizumessen, weil dies vichr die erste und leider auch nicht die letzte den Inden Annackte Chikane sein w.rd. Sollte rS etwa der SZakauer Poitineister für eine Entwü.'diguiig der Postkarten halten, daß hebräische Buchstaben daraus siguriren, so möchten wi" seinem orthodoxen Herzen zurufe», taß Christus nicht Rumänisch, sondern Hebräisch gesprochen und gepredigt hat — vielleicht besänftigt ihn dies, wenn die Cffkane mein etwa in der Neugierde oder in irgend einer väterlichen Polizeimaßregel ihren Ursprung hat. Gleichzeitig habe» wir auch einen Fortschritt zu verzeichnen. Vor einigen Jahren, als der Judenhaß die ersten Blü then zu tteiber anfing, stellte der Direktor eine? hiesigen Gym nastumS einigen israelilischen Schülern Zeugniffe aus, worin von mosaischer Nationalität gesprochen wird. Umsonst war die Widerrede, die Beschwerde bei dem Ministcrium sogar, es blieb bei de" „mosinschen Rationalität" nnd der „mosaischen Religion". — Run scheint eine Sinnesänderung in dieser Beziehung cingetreten zu sein, denn in den Diplomen der fünf israelitischen Schüler, die Heuer ihre Matur tätsprüfung mit großem Ensolge abgelegt haben, heißt cs: Rationalität: Rumäne; Religion: mo sei sch. Tie rumänischen Studenten haben gegen diesen von den Juden usurpirten Titel „Rumäne" Protest eingelegt. Aber „ihre Stimme wurde nicht erhört." Constanlinofel. Das griechische Journal „Byzantis" bringt seinen Lesern die erfreuliche Kunde, daß Re amerikanische N.gicrnng den Consul Peixotlo abgernsen habe und versüßt dieselbe durch eingehende Schilderung der Bescherten, weiche der Man» verübt, und die Lügen, welche er über die sehr edle» Rnmänc» verbreitet haben soll. — Es ft jedoch au allem kci.i wahres Wort. (Hr. P in bereits urch Bukarest zurückgekehrt und hat die Coiisulatgeschäske wieder ausgenommen. Stockholm. Am ersten Schabuothtage bei dir Lonsirmalio» in hiesiger Synagoge hat die bewunderte, in ganz Europa berühmte Sängerin. Frau Michaeli, eine Christi», gesrngen, cS ist ein 28 »»der! — So berichtet wörtlich H»rr Rabbiner Dr. Lewysoy» in Stockholm im„Hamagid." Wir sage» ebenfalls, „es ist zum Verwundern" — sowohl die Sache wie der Bericht. Philadelphia. Die hier bestehende Gesellschaft zuc Bekehrung der Juden hat einen eigenen Missionär «ng.'stellt, welcher während deS letzten Iahrrs 76 Predigten hielt, 334 Besuche machte, nnd 22,000 Traclälchen verthcil e, ohne auch nur eine» eitzigen Juden zu bekehren. (Also schreckt die „B. B. Z." Die „Detroit Post" jedoch berichtet, daß der betr. Missionär eine Judenseele gecapert haben soll. „Ob er sein hohes Gehalt damit verdiente, oder ob die beitragende» Mitglieder zufriedengestellt sind, kümmert urs nicht; cS war ihr Geld, und sie halten das Reckt, es in ter ihnen am meisten zusagenden unnützen Weise auSzugeben") (Hierzu eine Beilage.)