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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 206 — VN (Btlijlra. (Ueberfall eim» Rabbiner«.) Wie man der „V. F P." mittheilt, wurde gestern der strei-rabbiner Halberstamm, der bei einem Gut-pächter in Limanow (KretSgericht Neusand,c, Galizien) seinen Landaufenthalt g«' noß, am hellen Miliage von etwa vierzig polnischen Bauern übelfallen und in starbarischer Weise mißhandelt. Ein Theil der Dienerschaft, welche sich in Begleitung de« Halberstamm befand, ist verwundet, eine Person tödtlich verletzt. Wa« Hald»rstamm an Habseligkeiten besaß, wurde geraubt. Die Regierung, welche durch ein an einen hiesigen „HoswechSlrr" gelangte» Telegramm von diesem Borfalle stenntniß erbalien hatte, hat sofort die nöthigen Weisungen an den galizischen Statthalter gelangen laffen. Arabien. Sin Feuilleton der „N. Fr. Pr." von H. v. Maltzan bringt un« stunde von einem „neuen MesstaS," welcher in SüdAradien, in der Gegend von Sana, aufgetreten sein soll. M'«. Bericht fußt auf der Erzählung eine» J-raeliten, und man muß gestehen, daß weder in dem Ganzen, noch in den Detail» etwa» Unwahrscheinliche» liegt. Ein gelehrter und in da- Studium der stabbalah vertiefter junger Mann wird ob seine» asketischen Leben» und durch zufällige Umstände erst von den Arabern für einen Wundertbäter gehalten und dann von seinen Glaubensgenossen selbst für einen Messia» oder Vorboren erklärt, e» wird ihm diese Rolle sozusagen octroylrt. So stellt Hr. v. Maltzan die Sache dar, er zeigt dabei auf gute Bekanntschaft mit jüdischer Geschichte und mit einige« Sätzen der stabbalah; aber er weiß nicht, daß ein Jude keine stameelmilch trinkt! Neu-Seelavd. Den Borsitz in den» neuen Lander-Ministerium ist Herrn Juliu» Vogel, einem Israeliten, zu Theil geworden. (I. Ehr.) Feuilleton. ItnfMrtfrare Afeffel«. (Fonsetzung.) Aber wa« war da«? Hay« ließ plötzlich seinen Halt fahren und stürzte mit einem derben Fluche hintenüber. Bill sah nur noch, daß vetsy Brau, sich auf jenen geworfen, dann sprang er mit der Schnelligkeit de« Gedanken« hinten wieder in den Wagnt und schrie dem, von dem ganzen Vorgänge nicht« ahnenden Jim in'» Ohr: die grüne Brille! Jim fuhr zusammen und versetzte im selben Augenblick dem Pferd« «inen furchtbaren Peitschnchieb, daß e» mit einem plötzlichen Rucke vorwärtsprang, der di« beiden um ein Haar abgeworfen hätte, und fauste dann im gestreckten Galopp über die Haide. Die ganz« Prozedur von der Berhastung Bill« bi» zu dessen Flucht hatte nutzt eine Minute gedauert, und doch hatte Schottwell den Bersuch gemacht, sich auf den W igen zn schwingen, al» er den theilweise unglücklichen Au»gang bemerkte. Unglücklicher Weise, wurde er von dem plötzlichen Sprünge de» Pferde« einige Fuß hiuweggeschleudert und zwar ziemlich hart, so daß er einige Zeit braucht«, sich aufzurichten. „Hay«, Du großer Flegel," rief er dem Detrclioe zu, „wa» ist passtrt, wie kannst Du mich um einen so schöne» Erfolg bringen?" „Die Metze," schrie Hay«, „warf sich mir entgegen, hob mich an den Beinen, und da ich eben dem sterl das stnie auf die Brust setzen wollte, warf ste mich hintenüber. „Jetzt rasch!" rief Schottwell ihnen nach! „Da kannst Da lame laufen," sagte Hay» mürrisch. „Wer sagt Dir, dag ich laufen werde," rief Schottwell ärgerlich, sich scharf umschauend. „stamm, Hay»!" ries er schnell und war mit einem Sprunge auf einem dortstehenden Einspänner, ergriff di« Zügel und sich umschauend und Hay« aufsteigen sehend, schwang er die Peitsch«, und da« Fuhrwerk raste die Haid« hinab, garad« al« die Verfolgten um die Daldecke bogen, und Billy, wie zum Abschted»grub«, höhnisch sein Taschentuch schwenkte. „Da« sollst Du mir bllßtst, tzallunke," knirschte Schottwell und versetzte dem Pferde eintn «üthende» Hieb. Hinter den beiden Deiective« erhob sich «tu wirre» Geschrei. Pferdediebe! Pferdediebe! rief und zeterte man von allen Seiten, und eine« der Boggie« nach dem anderen füllte sich, und die Bersoigkr sahen bald ein« wild« Jagd hinter sich herbrausen, die verkehrte Welt spielt« sich hier ab> die Polizei wurde al« Dieb« von Dieben verfolgt. Billy« Pferd war ein guter Renner und wurde bet dieser Gelegenheit nicht im Geringsten geschont. Schlag auf Schlag traf auf seine Weichen, mit Zungenschlag und Zuruf wurde nicht gegeizt, und da« brav« Thier griff au«, daß die Funken unter seinen Hufen stoben, und da« leicht«, aber fest gebaute Gefährt kaum den Brden berührt«. Al« da« Buggie der Polizisten die Waldecke erreicht, oettieß da« der tzallunken die letzten Bäunie und schoß pfeilarltg auf der noch nicht lang erbauten Plankroad dahin. „Teufel!" sagte Billy, sich umwendend, „sie haben bei Gott John Sayrr» alte« Rennpferd erwischt un» «erden un« zu schaffen in ichen. Ein jeder andre der Gäule dort wäre mir luder auf meine Ferien al« diese alte stracke. „Wie so?" fragte Jim, „da« alt« Thier mit seinen vier steifen Beinen» wirst Du doch nicht fürchten, gegen Dein feurige» junge« Pferd?" „Du kennst da« Thier nicht," rief Bill laut, um sich hö bar zu machen, „John Sayer« Pferd war «inst da» beste in der Rennbahn, jetzt ist e« steif, aber wenn e» warm geworden und ein Buggie vor sich sieht, wird e« rasend und ist viel gefährlicher, al« ein junge« Thier. „Sieh! nur steh, e» bat seine Ungelenkigkeit hinter sich, e« dampft — ist warm geworden — und seine alte Glorie erwacht noch einmal ln chm." Jim schaute sich um, und beide vergaßen ihr« schltn,me Lage, um da« AuSgreifen de« alten mageren Thiere« zu bewundern, die Wettlust, die alle an sogenannten Sport Gewöhnt« ergreift, ließ sie hier fön-'ich in Hitze gerathen. „Bully for Kim," schrie Ilm jubelnd, „er läuft wie der Teufel, sieh Bill! sieh! Ich wette fünf Dollar»- der Bengel holt un« ein." „Geh' zur Hölle," brüllte Bill, der wieder zu sich kam, „wenn er un« einholt, haben wir die längste Zeit staroffe« gefahren. Du Tölpel! Du freust Dich »och, daß da« Gefährt näher kommt." -. „Bei Jinko, rief Ilm," auf s«in Pferd hauend, „e« ist wahr, ich halte ganz vergeffen, wo wir find und frnttt mich über da« der alten Schindmähre;" und fort ging e» im schärfften Trabe. Die Beifalger hatten bi« vor sturzem mehr Terrain eingrbüßt, al« gewonnen. Schottwell fluchte mörderisch. ^Daß ich auch so ein Bieh war," rief er einmal über da» andere, „diese alte strake zu nehmen, wo ich doch die Au-wahl hatte. Richt allein, wir holen die Spitzbuben nicht mehr ein, wir werden sogar noch eingeholt werden und von dieser Band« im Triumph al« Pferdediebe behandelt." Und wirklich waren di« Berfolgrr der Polizei in ihren leichten Wägelchen näher und näher gekommen, besonder» zwei von ihnen waren keine Pistolenschußweite mehr entfernt und stießen bet der Wahrnehniung der Facta ein Hurrah au«, welche« von der ganzen Meute, dieser sonderbaren Jagd, jubelnd wiederholt wurde. Doch hier spitzte der alte Gaul Schottwell» die Ohre», und eine Erinnerung seiner schönen Jugend und der Rennbahn mußte in ihm auflauchen, denn er griff plötzlich au« und flog mehr, al« er lief, über die glatte Plankroad dahin. Bon dieser Minute an blieb die Bande immer wefter zurück, während sich der Abstand zwischen Bill« und Schottwell« Fuhrwerk imuicr mehr minderte, so daß nach einer kleinen Weile jene am Horizonte verschwanden, während die zwei Letzteren allein im tollste» Jagen auf der Straße dahin sausten. Während Jim alle« Mögliche that, um sein Pferd zum schnelleren Laufe» anzuhalten, bedurfte e«, nachdem da» alle *

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