Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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■m 26. - «879. Asrsrlrtitchr <. Jahr«-««. Wochen-Schrift für die religiösen und socialen Jntereffen des JudeuthumS. G«sch«iu» jedai Mittwoch PrM »««»liähkllch 22'/. |lt M> krit*«lrif* »der kma Kaum 2 6flt. Veranao»cUich«r Redakteur und HerarHgeder Rabbiner vr. JL Lrenenfel» in Stettin. Magdeburg, 2. Juli 1873. ^u oejie-eu »urch »L» vuchhandlungm und Poitanßalee». t» M Lkvedition der Jlraelit. Locheischrift in Maideburs. Inhalt. Lall««»« Artikelr vom deutsch-ieraelitische» «emeindebund«. — Bericht« und L«rresp»n»«»»enr Deutsch!an» Stettin, «logau. Osterode. Jnowraclaw. »u« Leftpreußen. Nopnin. »u« dem Elsa'». — Oesterreich: »u« Sali,iea. Lemberg. — Frank, reich: Pari«. — Sroßbritannien: London. Manchester. — >er«tfcht« NN» nrnest« Nachrichtent verlin. München. Wien. Lu« chaltzien. Lratien. Leu-Seeland. Nentll'etan: Unsichtbar« Fesseln. — Auserate. Dom deutfch'i-raelitifchGn Gemeinde buude. Luf eine private Anfrage über den gegenwärtigen Stand der Thätigkeit und der Erfolge de» Kemetndebunde« ist unlängst von kompetenter Seite ein eingehende« Referat erstattet worden, au« dem wir, mit Genehmigung de« H. Berfafier», hier «inen Lutzug veröffentlichen. Leipzig, Ende Mai 1873. -Da« von Ihnen bekundete lebhafte Interesse für di« Sach« de« deutsch«israelitischen Gemeindebunde« verpflichtet un« Ihnen zu aufrichtigstem Dank«; denn nicht« kann un« willkommener sein, al« unbefangene wahrheitsgetreue Berichte über Stimmungen und Auffassungen in den Gemeinden. Wir wissen darum den Werth Ihrer Eröffnungen uni so höher zu schätzen, al« wir un« der Schwierigkeiten einer, dem allgemeinen Wohl gewidmeten Thätigkeit überhaupt, wie speciell derjenigen un« bewußt sind, welch« wir zur Wahrnehmung der verschiedenen Jntereffen de« jüdischen Gemeindewesen» in Deutschland übernonimen haben. Wenn wir un« au« reinster Hingabe für die gute Sache aller Mühe» und Opfer an Zeit, Kraft und vermögen mit «ergnügrn unterzogen haben und unterziehen, so leitet« un« dabei die Zuversicht, daß un« die wohlwollend« Unterstützung aller Einsichtsvollen unter unseren Glaubensgenossen nicht fehlen werde; daß man überall, die Gesetze der natürlichen Entwickelung aller tndividuclleu und gemeindlichen Berhältniffe lutncub, vor überschwänglichen Erwartungen «elterschütternder Thaten unserersert« sich frei halten werde; daß Jeder von der Ueberzeugung durchdrungen sein werde, daß der Einzelne für die Gesammtheit und di« Gesammtheit für den Einzelnen zu siredeu und zu wirken habe; daß e« endlich weniger darauf unkomme, ob jede einzelne Gemeind« au« jeder einzelnen Maßregel und jedem einzelnen Vorschläge einen unmittelbaren Nutze» ziehe, al« vielmehr, daß da» Sohl der Gesammthett, der Majorität dadurch gefördert werde. Unsere» L«»d« gehören ja auch solch« Gemeinden an, dt« sich in der glücklichen Lage befinden, a»S dem Anschluß an andere wenig oder gar keinen direkten Nutzen zu ziehen. Sie wurden aber und werdeir zum Beitritt durch die unbestreitbare Wahrheit geleitet, dcß da« einzelne Glied um so gesünder sei, je größeren Woh! befinden» die übrigen sich erfreuen, sowie von dem höheren P'iichtgefühl, daß der Gutsttuirte sein Sehersletn zur Hebung urd Verbesserung der Lage der weniger Gutfltuirten beitragen »nüsse. Wo alter Schutt wegzuräumen, Vaustein an vauftein zu fügen ist, da kann man billigerweis« nicht «rckdrten, binnen kürzester Frist da« ganze Gebäude fix und fer:lg dastebcn zu sehen Wir haben auf jedem Gebiete de« GemeindewesenS nach den Verhältnissen und Bedürfnissen der etrzelnen Gemeinden eingehend zu forschen, da« nolhwendige Material (Sie wissen, wa« die« bet der Indolenz und Schwerfälligkeit vieler Gemeinden besagen will!) herbeizuschaffen, für seine besonderen Zwecke zu sichten und zu ordnen. E« ist begreiflich, d»ft Alle« nich! auf einmal geschehen und verwerthet »erden kan:,; der Weg, den wir zu gehen haben, kann nur der de« langsamen Foitschreilen», der allmälige» Verbesserung und Vervollkommnung unserer gemeindlichen Institutionen und Verhältnisse, mit steter Zuhilfenahme der inzwischen gemachten Erfahrungen und reifer gewordenen Erkenntniß, sein. Im Spril v. I. ist der Gemeindebund constituirt worden. Wir habe» sofort der brennendsten Frag« „Verbrsierung d S Armenpflegemesen« mit Beseitigung der Wanderbettelet" (§ 1, Punkt 3 der Statuten de« D.-J. GemeindebundeS) un« zugewandt. Da« Schicksal unsere« „Organisation« Entwurfs" ist Ihnen bekannt; derselbe wurde allgemein al« eine wertvolle Arb. it anerkannt, der aber zur Zeit noch, j,ur Verwirklichung ihrer Gesichtspunkte und Vorschläge, die unerläßliche Borau»fej nng: da« Vorhandensein gerigneker BerwaltnngS- Organe und Loraleinrichtungen, fehlten. Di« hierüber eingelaufenen Privat- und öffentlichen Gutachten (unter denen auch da«'vor. Ihnen abgegebene besondere Beachtung fand) haben un« von der Rolhwenbigkeit überzeugt, für da» Armeupflegewesen erst den Grund zu lege». Inzwischen hatten wir auch, in Semäßhiil de« g l.