Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 24.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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thesi „bot übrigen Landiübewohnern in Hinsicht «af Dienst« Pflicht gleichgestellt", und ei solle» chre .Geburtsregister nicht mehr von den s. g. Kronrabbiner», -sonder» »on -der allgd, meinen CioilftandSbehörd« geführt werden. Die,.r>chsischsiNtz> völkerung ist in IS Klassen getheilt, welch« -in militichistchlicher Hinsicht verschieben« Rechte und Berpflichtnntitü hchbM« Obwohl nun die Juden zum überau« - grüßten Th«il«,>i» Städten wohnen, sollen ste doch bei der Landbevölkerung ein» geschrieben werden, wodurch ste von vornherein um eine Stufe niedriger gestellt weiden. Sie werben sodann — man kennt ja russisches Beamtrnwesrn vom Hörensagen — «»ihie-Hände von Funktionäre» gelieferte di« sie gar nicht kennen. D«S Schlimmste ist jedoch der Umstand, daß unter dem Vorgeben, die bisher von de» Rabbinern geführte« GeburlS- und Seeii lenlisten seien ungenau, de» RecrutirungSeommisstonen üOheimgegeben wird, zur Couplelirung der Recrutenzahl n«. zehn Jahrgänge zurückzugreife», d. h. ,b«i den Zud«p<: Auf russisch nennt man dad Gleichstellung. ES Müsse» also all« dirjenigm Juden vom 21—31 Lebensjahre, welch« sich. bi< jetzt längst für gesetzlich mllitairsrei hielten, gewärtig sei«», noch einmal aufgegriffen und unter das Militair gesteckt z«f werden. Zedermann weiß» »aß dies« 21 —.31 jährige» mUfcr tairfreien Juden in Rußland fast ohne Ausnahme oocheirathet und Familienväter sind, und so mag mqu sich die Angst den» kcn, in der sie leben. ZumL,lück ist dgS fraglich«.Gesetz »och Entwurf. Hoffentlich kommt eS nicht so zur Vollzirh«ng. „ _:n Vermischte und neueste Nachrichten. - >-'•>'• Magbelarß. Der Hr. Oberrabbiner Dr. Z. Frankel, in DreSlau hat sich emschlosse», seinen. Eommemar zu» Tal»' mud jeruschalmi, die Resultate eingehender Forschung und zwanzigjähriger Epecialstudien auf diesem Gebiet« enthaltend, unter dem Titel fHC durch den Bereit „Mekize Rir» i amim" erscheinen zu lassen. Alle Freunde jüdische« Kissen, schaff werden ob dieses Entshluff'eS des greis« VrrsafferS. und der grsch. Leiter d«S vere ni sicherlich höchst erfreut sein, und sich umsomehr veranlaßt sehen, ans die BereiaSschriftea. zr abonniren, als mit der Veröffentlichung obigen Covmentars, dem der Zerns. Talmudlot («ach der oenetian. Ausgabe) b»gegeben werden soll, noch in diesem Jahre begonnen wird, i'aä Abonnement beträgt nur 2 Thlr.; eiazusenden — per T-ostkarte — an den Redaktoir des .Hamagid", Hrn. Rabb.- L. Silbermann in Lyck in Pr. Leipzig. Der rührige Ausschuß des Gemeindebundes bereitet ebenfalls Schritt« in Betreff d«S in Aussicht gestellten, - di>: Zntegrität der Gemeinde» bedrohenden neuen ZudengesetzeS vor. Dieselbe« sollen sich gauz besondergegen die von falschem Gesichtspunkt ausgehenden Luslassungm und Borschläge des Abg. Lasker richten. ^emterg, 11. Zuni. Bon dem Stadlwahltezirke Brody- Zixzow soll vr. HönigSwann, von der Brodyer HandelSkartmer Kallir als Kandidat für den ReichSrath ausgestellt weiden. — In Zurawno wurde der ZSraelit Seelig Ornßein zuni Bürgermeister gewählt. ' — 13. Zuni. Zn der gestrigen Sitzung de« iSr. Senttahvahleomite'I iwuld« der Animg. rin üompromiß mit dem Mlnischrn Wahlcomite einzugehen, abgelehnt und folgend« Re» satution beschlossen: Da« Präsidium wird ermächtigt, dem ostgalizischen, Lentralwahlttmite den Lusammenrritt de« Sen» tralwghleamür'« der -Jade» .Galizien« osfieiell anzuzeigen und di« -Lereitwtlligkeff,derselben zur Berständigung auSzudrücken. v.,: i, v ....;; <i w.t li' .. * Feuilleton. . , i; i'- . ’ tlnfichfhare Fesseltl. n,i. ' ■'.* ■'.* ... r J Srnüfm «apttel. «»tzt «ancher, der sich gebargm -«glaubt . U»d lachend aut seinem Schloß sah. Er «ich nicht mtgehen dem richendrn Strang De» Zorn« Vardarossa'». Hein«. . Wir find unfern Lesern einige Aufklärungen über die soeben erzählte Katastrophe schuldig und müssen ihnen auch die beiden, Personen oorstellen, welch« sie handelnd erblickten, de« Großen.jinb.|lb<a Kleinen mit der grünen Brille. So folge uudenn^.der.Leser nach dem alten GerichtSgrbäude, (weiches jetzt längst verschwunden ist,) in'S Erdgeschoß; dort sind (oder parm^) zwei mittelgroße Zimmer, an deren Thürnr ein Blechschild angebracht war, mtt der Aufschrift „New-Aork Geheimpolizei." Zn dem vorderen der beiden, durch eine BeÄndungSMr zusammenhängenden Zimmer, lief «ine Balustrade, — sogemmnte Var, — durch die ganze Länge desselben; hinter, dieser Bar, saß auf einer Erhöhung der Kapital», oder in besten Abwesenheit der Sergeant der Gehrim- ’»I{*rir.V‘',;.n,V c...t I«. , Dai nächste Zimmer, war-zum Aur'enthalSorte der Geheimpolfzisirn, oderDetgctioS.bestimmt, welch« eine Polizeimacht von vierzig bis fünfzig Mann repäsentirtrn. Unter diesen warm zwei zu vermerken, sie hießen Hays und Schottwell. ... . , HayS war ein Coloß, sechs Fuß hoch und von fast unnatürlicher Stärke, welch« physische Kraft aber seinem Geiste durchaus keinen Eintrag.ehar. Schottwell dagegen -war ein kleiner schmächtiger Mann, der beständige ein -schwarzer Pflaster über dem Luge trug und über dies«« eine grün« Brille.- Sein wirkliche-Gesicht kannren selbst sein« intimsten-Freunde nicht. 8« passirte oft, daß er in einer Gpelnnkch Pch «on einem Ätz« erhob,' auf dem man ihn vorher gar nicht gesehen, ‘ auf einm Mann zntrat, ihn am Kragen faßte und stillschweigend »tt ihm verschwand, (kr hatte seine. GefichtSmuSkeln so in der Gewalt, daß er Stundenlang im verlranltchm Gespräche bei einem oder mehrerru Dieben fitz« konnte, di« er schon mehrere Mal arretirt, ohne daß sie ihn je wiebererkaant. Da saß z. v. ein fremder Man«, mtt eine« deemmrn Gesicht, an einem Spieltische und ließ sich rupfen, ohne dt« Miene zu verziehen. Plö^ich war dieser Mann verschwunden und da» schwarz« Pflaster mtt der furchtbar« grünen Brille starrt« dm erschrockenen Spitzbubm in'S Gesicht, eiue spinnmfüßige Hand streckte sich auSr Com« my fneod! sagte Herr Schottwell und sott ging»,-