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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 23. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 23.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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St«die»teförder«»g» Hflerei«. Wien. Zehnter und elfter Jahresbericht de< Vereinzur Unterstützung miliello,er iSr. Etudirender — für 1870/1 und 1871,2. Di« Zahl der beitragenden Mitglieder betrug im ersten. Jahrgang 153 mit 1941 fl., im zweiten 160 intt 2031 ft. Beiträgen. Unterstützungen wurden gegeben im ersten I an ---- - 178 - i * untergebracht und später drei Knaben neu ausgenommen, zusammen also 8 Linder. Di- Einnahmen He:rugen^T04 Thlr„ die Ausgaben 1»Ü Lhlr.. (Sw den fittrtfVBlen bet Iahrcs Kindurch.nur b—ß Kinder oeäpststgt^indh.so.betrag^ die Kosten pro jtopf «eit »ehr^tz iGÄt.dßei ä^Mchnt« großen Städten; man muß sreinch >tt< Betracht ziehen, daß bezahlt werden muß, aber auffallend ist es doch, daß die Berplegung einer Waise in einem Städtchen wie Schippeubeil veit hmer kostet als in Königsberg. .,- 5. Paderborn. Fünfzehnter Jahresbericht der isr, Waisenerziehungsanstaft für Knaben und Mädchrn in We^- phalin und Rheinland. Diese ihrer Entstehung und Ausbildung nach merkwürdigste Anstalt,, welche der GründeAi, Pflegerin, Leiterin, kurz der ganzen Seele derselben, Fräulein Fanny Nathan, unvergänglichen Ruhm filtert — zählte am Jahresschlüsse 36 Zöglinge, 22 Knaben. 14 Mädchen, gegan 39 >23 Kn. 16 M.) im Vorjahre. Die Einnahmen brtru, gen 6579. die Ausgaben 6183 Thlr.; es geugr also.auch die relativ geringe Ausgabe für weiblich-sparsame, aus kleinstem Anfang an gutes Haushalten gewöhnte Leitung. (Wir fand:n unlängst in einem amerikanisch-jüdischen Blatte eine Charakteristik des Wirkens und Schaffens der Frl. Rathan, viekleich: von einem ihrer ehemaligen Zöglinge und Pflegkinder, jedenfalls mit Liebe und Verehrung und nach eigener Anschauung geschrieben; wir gedenken sie gelegentlich mich»- , theilen.) I 6. Schwerin (Mecklenburg). Der zweite Bericht d«S! isr. Waisenhauses für 1870 —72 ist uns nur durch anszüg» j lil^es Referat in rändern Blättern bekannt. DaS Vermögoa' der Anstalt hat sich in den drei Jahren von 701 Thlr. auf 1487 Thlr. gehoben. Erwähnenswerkh ist, daß der bekannte' Abgeordnete Moritz Wiggers der Anstalt 100 Thlr Überwiesen hat, und zwar aueinem Fond, den ihm die Juden d«S Landes in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um ihre Emanzipation zur Verfügung gestellt hatten. 7. Magdeburg hat — wie in d. Bl. bereits mitgetheilt worden — auf Anregrug feines Rabbiners im vor. Jahre einen „W a i s e n - und W i t t w e n - UnterstützungSfonds" an gesammelt, der jetzt bereits eine Höhr von nahezu 7000 TNr. erreicht hat. Außer den Zinsen dieses Grundfonds' ste'ien noch jährliche Beittäge von 6 — 700 Thlr. * zur Verfilzung. Der Grundfonds wirb so lange angesammelt, biS er die zur Gründung eine« „iSr. WaffenhauseS in Magdeburg" erforderlich« Höhe erreicht hat. B<« dahin wird setten« des C rratoriums diefeSFonds den hilfsbedürftigenDaisenderGemeind« durch monatliche Geldunterstützungen, die theils an dieMütter,theils an die Vormünder gezahlt werden, die nöthige Fürsorge zug'-wendet. Es sind, — wie uns brieflich mitgerhellt wird, ein g .druckter Jahresbericht ist noch nicht erschienen —- acht Waisen und etliche Wittwen, für welche auf diese Weise gesorgt wird. - fffi _ i** . kff «.* * * i * f* J+ * 175 Studirendk 3122 fl., im zweiten an 173 Studirende 3240 fl. Die EinMheiten der Vechheiich^ZWh dem Berufe uchb Dem Gsixstützit, »«W^nur unbedeute», ^wir Hbet^dsher^der.jrßrze rtzegM dMDetail nur für I8fl£. M wftrdG HiterftsP 13« HthOnde der Medizin, 24 Hörer der Rechte, 9 Techniker, 2 Raobinalskansivaren, jMLWLrUKALÄ» nach waren die Petenten: aus Ungarn 81, aus Galizien 34, au« Mähren 26, aus Böhmen 15, auS Oesterieichifch-Schlefien'8, aus der Bukowina 5, aus Oberösterreich 2, aus der Moldau uud aus Siebenbürgen je Einer. Aus»'Dien selbst also keiner, im Jahre 1871/2 jedoch zwei. — Der Verein besaß am Schluffe deS letzten Rechnungsjahres Obligationen im Nominglwerihe von 10500 fl. (Schluß, ftzfgt ) Berichte und Korrespondenzen. •:,>l ,0'lf Deutschland. Aerki», 3. Juni. Der Vorstand der hiesigen Gemeinde hat sich ermannt, und folgendes höchst wichtige Circulär an sämmtliche preuß. Gemeindeoorstände gerichtet: „Daunter dem 14. Mai promulgirte „Gesetz betreffend den Austritt aus der Kirche" findet ’ laut $. 8 „auf alle Religionsgemeinschaften, welchen Korporationsrechte gewährt sind"/ mithin auch auf dir jüdischen, Anwendung. In den ministeriellen' Motiven zu der betr. Beftnnau»»^ wird bemerkt, daß „wie das Gesetz sich nur ans den Austritt aus der Kirch e, nicht auf den Austritt aus der Parochie bezieht, so auch seine analoge Anwendung auf die Juden nur im Falle d«S Austritts au« dem Iudenthum, nicht aber im Falle des Austritts au« einer einzelnen Synagogengem ein de zulässig ist." Durch die vom Abgeordnete»Hause bet der Berathung des Gesetzes angenommene Resolution wurde inbeffen die Kgl. Staatsregiening aufgefordert, - * baldigst ein« Vorlage zu machen, durch welche auch den Juden in allen Theilen der Monarchie der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft au« konfessionellen Bedenken ohne gleichzeitigen Austritt «uS de« Judenthum «rmsglicht wird und di« entgegen» stehenden Bestimmungen aufgehoben werden. Der Herr Cultusministeo sprach fich bet' dieser Gelegenhett dahin aus, daß überhaupt „die Zustände, wie sie gegenrvärtig innerhalb des Iudenthum» bestehen, einer anderweftige» gesetzlichen Regelung bedürien", und stellt« «in« solche Regelung, bei welcher auch der in der Resolutton berührt« Gegenstand feine Erledigung finden 'solle, für die nächste Session in »usstcht. " '■ Bei der Wichtigkeit der hiernach zu gewärttgenden Gesetzesvorlageerscheint' uns, wenn möglich, ein« Bereinigung aller Gemeindeverwaltungen nothwmdig, «« ' durch geeignete Schrttte rechtzeitig darauf hinzuwirken, daß bei einer Reorga-' nisatton des GemeindewesenS einerseits allerdings die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Einzelnen, andererstttS aber auch der Fortbestand der Gemeinden gewahrt «ekd«, und zwar

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