Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 22.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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4. Jckhrga«a 1 sördix rtligidfrit »ad (otUlfie 3ntr reffe* des I»de»th»ms Ilschttnl jcLcv VUtwvch. •tafcWcfl* 22'/, «rvjchcn. «fcJU-ti-».**— jVfiivwifffvifr D» » 2 e*r. , t ’i i . QciamiMftli^n »M# »»d Hn,n»,pdcr Xabdiner vr. L. LnM»set< in Stettin. .. ' . .i _:.(!- ,i, .Magdeburg. 4. feluni 1673. z» tqtche» durch »Le PnchßvndlvvDm «ch Pvßaiftaltc». I» Mt Hvf«Vuchdr»tcni omi Satt glich in Ma>»cLurG. 3*l»it, «fiton* ««tfM« «rrtchi «fcr*MP* 9t«|Mii<«. H»«b«G. Qmtm. OcU. »>»«>> % fe. Mvhe. l»nd: Oacs«»«». ittcw. — Paläßina: Jeevsalem — »«dam. Namänicn. SMitot,. —!"'^Nc*IB*tifii 9). Achccndu, in Ncm-Yocf. — Jnfrnrtt. —1,1 Uvjichtdarc Fcstci -n -If: i ‘ X KccMitt **» »Mtcf»MtM)nit vcaifchlavi>; Berlin- Erreich: Jtrafan. Ln«. — Aravkreich; Pari». — Nuß» ■■» »(Ätfaktrii Perl«. Hamburg. Sifken. Sm» Vrigiual» »ooelle au« dem jüdisch -amerikanilchtn keben »on I. Lertcht ider WchltiMBeN»«»t«Ne«. Den Auszügen au» verschledmen Berichtm ÜberWoKlthättgkeit»anstalten and Vereine, die wir nach längerer S$Hft hier wieder einmal zusammenstelltn, *) ' senden wir rlaige allgemeine Bemerkungen vorau». - ' ' - ‘ ' ■ 1 ‘ Die Vereine und Anstalten, über die w!^ hier zu iWe» riren Vorhaben, sind inSgeftmmt nicht°nur'jüngerm, sonder» auch modernen Ursprung»' Die Wöhlthähigk^f, ln IBrwel stet» gepflegt und bitthätigt, hat in ihrer Richtung und der Art'thtrr H»chih,ug änderung erlitten. Sowie da» Gammeln und >u»theilrn von Spriseüberrrsten für und an Arme (Tapuhuj), yxlche» zur Zeit der Mischnah und de» Talmud ^allgemein üblich war und al» gesetzliche Einrichtung auftrat, bereit» zu Maimonide» Zeit in einigen Orten außer Gebrauch gekommen war und seitdem spurlo» verschwunden ist, Io ist' e» 'noch mit recht vielen anderen alten Einrichtungen und Vorschriften über Wohlthätig» keit gegangen. Die Idee, daß jeder Gebrauch und jede Einrichtung, wenn fie einmal niedergeschriebm und gebucht worden, unabänderlich sei, und daß eia' orthodorrr Jade bei Meldung der Ketzerei nicht daran rühren dürft, ist ja unseren Weisen nie in den Sinn gekommen. Ebenso' wirb' t» jetzt in den «ivilistrten kätidrrn nicht vieft gebildete Juden mehr geben, welch« «» ak« «erk der Wohfthätigkeit betrachten, ir» gendwo an de« Grabe eine» .^eiligm^ oder ^gar „Wunderthäter»" Lichter zu brennen, oder zumHeile der Seele eine» verstorbenen die* und' jrne» thnn zu'lafftns e» schwinden'somit durch gesunde Entwicklung 'Dinge au» dem Zudmihum, welche erst In'den letzten Jahrhunderten vom KatholieiSmu» und mtttelbnr vom> Heidenthmn her eingednmgen waren and, wenn irgend etwa», Ehuckü» hnqoi siiid.""'" "" Unabänderlich ftst steht doch'bi-r oberste Grundsatz r'^die Pflicht nnd Schuldigkeit, den Armen zst'helfen, and ——I-•— ••'jitii' , ■ i: v.'Y't.ntf-o-i;>• *) .Gehr wider Wmisch und Will«» und nur durch, d» und ferner «inzvsrnden , . .1 yr.uiwtfj. find gewisse allgemeine Principien der Anwendung ich geblkelen. Zu letzteren gehört, :on der Bibel (3. M. 35) ar, bi» zum jüngsten Ritualcoder hinunter, der . daß die beste Art de» Wohlthun» darin besteht, wenn „dem Sinkenden aufhilft" und den Armen durch Rath That bifähih., sich selbstständig ehrenhaft zu ernühren — daß die schlechteste, d. h. die geringste, weil verstandnatzloftte Art der Wohtthätigkeit die ist, wenn man dem irr ,,'vo i Hand zu Mund" eine Gabe zuschiebt. Hätte Monider gesegneten Andenken», sein Werk heute, nach mj* tzM. flu* W^ydlatter gtfchrleb«? so wülde er noch eine htanti'Rangstufe Wohlthätigkiit genannt und i^nt er di« von ihm aufgezählten acht gestellt haben, ' nämlich: wenn man jedem vagirmden Bettler mit jüdischer Physiognomie, ohne vernünftige, thunlichst genaue Prüfung seiner Würdigkeit, ein Geldstück reicht, natürlich — wenn und da so viele Arme und unter diesen so viele Unwürdige kommen — ein kleine». Wie würde Maimonide» in vollem sittlichen Zorne sich erhoben haben gegen „rkeh hat Pschin", die Thoren, (wie er da zu sagm pflegt,) die so dit Gebote der Torah und de» Herzen« in verstandlose» Thun verdrehen, um nur mechanisch, rasch und ohne Urberlegung „joze zu sein" und dabei noch sich für di« „guten Iehudim" aißzugebm. Maimonide» erwähnt aber Derartige» gar nicht; et hat wohl nicht geglaubt, daß ein vernünfttger Jab« nur auf den Einfall kommen könne, auch solche» „Geben^'Zrbaka) zu nennen mtd diesen heiligen Ramm dadurch zu verunehrm. Zli 'hen allgemeinen Principien' gehört ferner der Satz, daß e» seh.' wohlgethan sei, wenn der Einzelne seine Zedakah in der Regel nicht selbst und direkt gebe, sondern wenn die Spricht'verständigen und grwissenhaftm »rmmpflegern übergebet»'weide die au» dm so gebildeten Kassen nach redlicher einsichtigster Prüfung vertheilm, „so daß der Geber nicht weiß, wem er giss t, Und der Empfänger nicht, von wem er (urspeisßqÜch) «hält." E» ist wahr, daß diese« Princip, in .Zolgesjahchttchertelanger Rothstände nab dadurch entstandener Verarmung, Heimathloflgkrst ,nd Bettler - Bagabundmthum» keineSweg» praktisch ft durchgeführt und befolgt wordm ist.