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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 21. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 21.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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167 Moritz resignirte sich, er setzte sich an dm Lisch uud fiaa zu schreiben an, füllte hastig vier Seilen, sckktete den'vagen und steckte ihn in.dn SouktL. abu« diese« zu, adresfiren; er, reichte.86flhm'!O«BrWsIn»ähi»Irser streckte 'Kind Hand'«/»«,' u« ihn an sich zu nehmen. „Ich kann ihr keinen Brief übergeben", sagte er, „ich Vars nicht, es würr sündhaft." , ‘'' „Dann gehe ’ ich selbst", sagte der.Doktor, sich rasch er» hebend, värcheu hielt ihn jedoch zurück and fragte bittend: ,Mallen Sie da« arme Sind absalut noch unglücklicher mache>N> al» st« schon ist? Denken Sie sich doch, welchen Schmerz fid 'durch die ihr innewohnende Kraft hat bezwing« müssen, ihre Seele blutet noch, und da wollen Sie ans'« Neue da» Messer, in der Wunde umdrehen? Sehen Sie", fuhr er bittend fort: „Ich geh« dort täglich au« und ein, ich werde Ihnen immer Alle« berichten können, Ihnen vielleicht rin Trost-' wart von ihr überbringen Knnen, oder dem Mädchen eine« Gruß von Ihnen in'« Obr flüstern, wenn st» «rst stark ge» J i ’ * * die Möglichkeit ab, von dort auch nur da« Geringste zu erfahren, wa« gewiß nicht geschehen wird, wenn man an mir den Boten eine« Briefwechsel« nur ahnt; dann weist man uär unbarmherzig die Thür« und — au« ist r«. „Sie haben Recht, Bärchen! E« ist sa, wie sie sagen, entgegnete Moritz traurig, „mir bleibt nicht« übrig, al« zu seufz« und za weinen um die verlorene Morgenrith« eine« glücklichen Lckge«." hoffen Sie Herr Doktor, hoff« und harr« Sie, e« kann sich vielleicht noch Ille« zu» Gut« «enden, »an umß dm Patieut» nicht aufgeb», so lange nach Athem in ihm ist, wa« Sie al« >rzt am Bestm wtffm sollten", sagte Bärchen. „Geh« Sie, lieber Frmnd", sagt« Maritz «blich, „gehm <Ar, beobachten Eie dort alle Vorgänge und erstatt« Sie mir treulich Bericht." „Da« will ich, bet Gatt", sagte der edle Mensch, „und «mn e« sich zu» BefferM für un» wmdet, lamme ich und sitze: t« ist Zett." „Da« wird wohl uie stattfindm» lieber Frmnd", «ersetzte Moritz traurig dm Kopf schüttelnd, „wa« mir übrig Mfttt, kft die Wollust de« Schmerze«, der ich »ich mit der gätyen Kraft meiner Sertt hingebm werde." „Da« därfm Sie nicht, Herr Doktor, Sie haben eine gnt« Stell« bekommen, suchm Sie dieselbe zu behalt«, Arbeit, sagte «ein früherer Herr immer, ist rin gute# Pflaster für ein numdet HetA'i und s«' schwer und unheilbar die Wunde dB Ahn« geschlagen, Sie auch bedünken mag, die Zeit heilt Alle«, wie ich ' an mir selbst erfahr«, al« ich «inmal eine Tracht Hieb« von eine» Bauer» bekommen. Alsa Mm Sie wähl!" fuhr er fort und reichte Moritz die Hand. Beide drückt« stch war» die Hände, Bärchen «tfemte sich, und Moritz blieb zurück mit feinem Schmerze, der, nachdem er allein war, »1t dappdter Gewalt wieder «««brach. Er,hob dast in die Ecke geflogen« Blättchen wiche» ans und bewahrte da« einzige Andenken seiner unglllcklichmeVikbe an seiner Brust auf. — Di« Zeilen, die Moritz so nnglü^lich gemacht, lauteten: i r . - „Ein fürchterliche« Gcheimniß, zu'schMktich, um gmannt zu werden, ist »ir he»Rächt offenbart ward«, vergiß mich, «ekv Griieokr! ich bla Deluzr acht würdig. Ich bin eine verworfene, au>- gestoßnl au« dm Reihen der Menschheit. Ich kann nur «einen, und gleich einer Büßerin «ein Leb« oertrouern. Lck« und sei glücklich! Bertha." (Ende de« Capitel«.) Veu her Wiener Welt - LxstrUnn-. I. Original»Corresponbenz. „Wer Viele« bringt, wird Jedem Etwa« bring«" — sagt der Dichter. Die« bewährt sich aitch bet. der sieb« eröffneten Weltausstellnn;. Diese« großarttz« Rmdezvon« der Rationen, auf welchrm Ost und West^ Süd und^Rord sitz die Hände reichen, schließ! auch da« jüdische Volk in sein« verband ein. 'Ünd wir dürfm e« mit Genugthuung sagen, dan unsre Glaubm«genoffen len alt« Ruhm der «nnerdroffmm Mitwirkung «»der Berbnitung und Hebung der Kultur auch hier betrug geworden, ihn zu hör«;, dämm schneidetf. Sld' sich nicht * I m^tiC P Ach brauche e« wohl kaum zu erwähn«, daß zahlrtich« Auisteller und Mitglieder der Kommijstanen jüdische Ramm tragen. Lasten Sie mich Ihn« lieber weniger Bekannte« mitthtilm. Sin lnteressäntr« Lu«stellung«objekt, eine marokkanisch« Villa, verdankt seine Eutstehung einem Zudm, Herrn Gchmiedl, österreichijchm Konsul in Marokko. Die Mdlerei, die;roßr Präcislon und einen fein« Geschmack auswftst, wird elmfall« von zwei marokkanischen Juden auSgeführt. Neuer ding« ist auch der Oberrabbinrr Joseph Elimelech au« Mo>;ador von der österreichischm Regierung, deren Ästekansul er ist, hieher berufen worb«. Derselbe macht in feister heimat lichen Tracht, sowie durch die Größe und An- «uth seiner Erscheinung ein« imposant« Eindruck. Er ist seine« Zeichen« Kaufmann und verwaltet da« Oberrabbinat unentgeltlich. In eiue« van vr. Adler in London an Dr. Gtdemann lalangtm Schreib« wird gesagt, daß Herr E. \ wigen seiner praktischen Kenntniß der llf-iov 'Z'N in der ganzen Berbrrei höchst geachtet sei. Auch der Oberinspektor dek türkisch« Abtheilnug ist ein ISraelit. Ban specifisch jüdisch« Au«stellung«objertm will ich Ihn« vorläufig zivei nmnm. Do« eiue ist ein von dem Lehrer Groß au« Ki«» Kun-Hala« in Ungarn angefertigte« Modell der Stiftühüttr nebst Beschrtibung, da« al« Lehrmittel für dm Unterricht der bäreffmben!>iblischm Parti« sehr zu empfehl« ist. Da« >mdere ist rin Aran-Hakedesch für dm Privatgebrauch, istanm für eine Thoran ll« bietend — ei» wahre« Meisterstück der Kuirstschnttzerri in reinem maurischen Styl« von Emanuel Mahler. Derselbe, ftüher Schachet, ist auf der hiefigra Akademie ge bildet und hat mit seiner gegenwärttzm Leistung sei»« künstlerischen Berns auf« Glänzendste daegethan. Da« Kunstwerk kostet 3000 fl. und e« wäre nur erwünscht, daß sich ein Käufer dazu fände. Zn der Lehrmittelauüstellung befind« sich auch die von dem k. k. Schulbücherverlage herauügrgebe nm „hebräisch« Lehr- und Lesebüch«" von Rudolf Auch«, welch« bered« großer Berbrritung in deutscher und ungarischer Bearbeitung sich erjrmen. Ach werde nicht verfehl«, dies« Bericht — insoweit er Ihre Leser intrresfirm dürft« — fort* VÜ-tzG 0.

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