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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 20. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 20.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I* 20. — 1873.. I* 4. Jahrgang WochenGchrist für die religiösen nud sokialen Zaieiteffen deS Jndeuthums. •tftciat j«Wn WtttnKK*. Mertchähellch 22'/, «ro,chm. (■> Ml »wHylrty 9*tit)rib MR ktcm Rnn ' 2 «jt. QmmtawrtIM|ii^| Rabbiner Dr. JL Magdeburg, 2U .. uh Hrrautj ef*r sei» in -Stettin, kai 1873. Au bqiehen durch ük Buchhandlungai und Pvftanstalleu. Inserat««»Annahu.» t» »« Hvf-Buchdruckerei von Sari Fries« in Magdeburg. Inhilt. Leitend« ArttVelr «belegenttiche Bemerkungen. M. — bnrg. Schlimm. — Frankreich: Pari«. — Grotbriiannien: mwtft* Staechritirten i Crrtlau. Hamburg. Lvndmi. Rumänien. Novelle au« dem jüdischamerikanischen Leben von I. >f. itcheenteog in! bt« und V»rrespondenzenr Deutschland: Sieni». Magd:> Beisaii. — Italien: Flore»,. — Vermlsckee und -York. — Feuilletonr Unsichtbare Fesseln. Originales. — Inserate. — . * Geleze»lliche Se»erK«»gell. III. Die moderne Naturwissenschaft, d. h. ein sehr'großer und jedenfallt der zur Zeit am lautesten tonangebend« Theil ihrer Träger und Verkünder, will die hergebrachte Anficht über da» Wesen und die Immaterialltät der Seele und ihr verhültnih zum Körper umgestalten. Darum müssen wir di« .VthMTHeorien^n Betracht ziehen; e» wirft fich die Frag« «ls, V fi« di« OnuHssetl« h^r«MWme. stüej» Wir hakv, tiefe Frage insofern verneint, al» wir, wenigsten» in kurzen Andeutungen, gezeigt haben, daß die ftagltchen hergebrachten Ansichten weder irgendwie specifisch jüdisch find, noch zu den wesentlichen, unabänderlichen, nicht ohne Gefahr für da» Ganze zu beseitigenden Tragpfeilern de» Iudenthum« gehören. Da» war der Inhalt de» vorigen Artikel». Daß wir für unsre Person die hergebracht» Lehren und Meinungen hegen und lieben, un» in ihnen erhoben und beruhigt fühlen, sie also auch gern und freudig bekennen und lehren, ist hier nur eine gleichsam persönliche Bemerkung und Parenthese. Wir glauben unsre, d. h. die hergebrachte, Lehrmeinung auch fürder begründen und erhärten zu können, indeffe» sie bleibt immer et» gleichsam persönlich«» Befitzthum, welche» man nicht einfach auf andere übertragen kann. S» ist ja von Alter» her anerkannt, daß «» fich bei den in Red« stehenden Dingen mehr um Glauben al» Wissen, mehr um llckerzeugtsein al» um überzeugend«, zwingend« Beweisführung handle. Wir glauben ferner, gestützt auf die Lehrer der Geschichte menschlicher Denkentwickelung, daß die modern« materialistische Zeitstrimung wieder zurücktrrten und einer erneuerten älteren Platz machen werden denn,,«» gtebt nicht» Neue» unter der Sonne" — und der Satz gift in Hinsicht auf di« verschiedenen möglich« Auffaffung»- und Erklärung»- wetseu de» Geiste» in der Natur und der Natur de» Geiste« ganz besonder«. E» ist da alle« schon dagewesen, ,» kann nicht» Neue» geben, e» muß nach gemessener Frist ein Frühere« UI! zum Vorschein oder — geb» suchen wir immerhin den ganz wohl passenden Ausdruck — in die Mode kommen, vorläufig aber ist die genannte Zeitströmung noch sehr!tig, noch offenbar im Steigen, und beim Ueberblick der osru Bücher, Brochüren und Iournalartikel, welche Tag Tag religiimSseindliche Lehren und Grundsätze verbreiten, ag in der That Manchem um die Zukunft der Religion werden. SS handelt sich, so wird man sagen, doch nur um die Geelenlehre, sondern um die g«sammte re» __ » ld LebeyLusschauung. um all« dem Iudenthum dem Shristenihii« gemeinsamen Lehren und Sätze, e» ist ja die beiden Religionen gemeinsame heil. Schrift, di« al» eine Sammlung von Kindermärchen, verrotteten, von der fortgeschriltenen Wissenschaft ganz unhaltbar gewordenen, bornirtsemitischen Anstrjten hingestellt wird. Da ist e» denn von hoher Wichtigkeit für un», zu sehen und zu zeigen, wie so sehr viele» von dem, wa» gegen Religion geschrieben wird, daS Iudenthum gar nicht berührt. Wir können dir» in einigen gelegentlichen Bemerkungen", wie sie fich beim Durchblättern der TageSliteratur bieten, zeigen. « $>a ist z. B. ein Buch von D u lk: „Thier oder Mensch i Sin Wort über Wesen und Bestimmung der Menschheit." Der Verfasser ist gemäßigt, sowohl in seinen religiösen wie in seinen naturwissenschaftlichen Ansichten, er will z. B. den Unterschick zwischen Mensch und Thier nicht ganz aufhcken, aber er meint, au» der entwickelten, naturwissenschaftlichen Anschauung ergebe fich mft Rothwendigkeit eine neue Weltanschauung, und mit dieser müsse auch eine neue Religio« verkündet werden. Dulk will nicht gerade al» Religionsstifter auftreten, aber er will doch in seinem Buch« die neue Religion verkünden. Wa« er al» solch« gickt, kann hier nicht angeführt, geschweige erörtert werden, un» genügt der Schluß de» Buche». Sr verkündet in begeisterten Worten ein« Zeit Ix« Fricken«, „Gründung einer neuen Menschenwelt auf den Geist, Schwinden der Subjektivität mit ihren Leidenschaften, Aufhörm de« häßlichen kleinen Kriege» der Ungleichheiten und Vorzüge zwischen Mdnsch und Mensch, Volk und Volk." In einem wiflenscsastlich geordnete« Buch« bildet der Schluß nicht nur dm äuß-ren, sondern dm inner», logischen, Ab»

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