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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 19.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Feuilleton. Ahrshs» CmkmIil («<***) Wie hoch aber auch der Zud« Camondo in Ehren stand, diovorurthelle gegen bit Juden ilberhaüpt standen ^Npch in voller trauriger Blüthe. Da ist et das unstierbkichlt Verdienst Camondo'», so manche schwere, ja blutige VetfoWstg'abgewendet zu haben.- Die so oftaick'Ostern 'ääftälicheädeBlutmiyr gab ihm nur zu oft Gelegenheit,''stlne Mtweitdung «intretm zu lassen^ so in Eonstantinopel selbstÄ^ 1866. DaS Wohl seiner Glaubensgenossen «Nt für lhNlÄgenstand steter Gorge j" -sie verdankt« ihm Bestrian^ rwst mancher drückenden Sünder-Abgabe.' Streng ttltgiös, "ln Pkbel und Talmud wohl bewandert,' wußte'er gktichwöhl,' bd§ Mdstng und'Fortschritt in Wissenschaft 'und nithig sei. Er arbeitete so an der materiellen und geistigen Hebung der türkischen Juden, ließ sich auch.^on^derezeigoz nen Borurtheilen gegen Schulbildung nicht irre machen. Bloße s. g. Frömmigkeit ohne redllchen Erwerb, galt. 1H» nichts. Manch« jüdische Jünglinge dankte«1H« die Erziehung, die sie später zu Ehrenstellen Hel der ReMckng brachte.' Bon sein« Sttftungeu sei«, nur einige genannt: Fonds für Wöchnerinnen; di« jüdisch-ftanMsch« Schule ia Haßkewi (äsirr von Fanatiker, nngrfetndml); eine Zchchttzch Haßckbst: zwsd- Znstmhtthüostt^ Fotck»^hü>'GtÜiverthMmPiiäüf' dü Feiertage; bedesttdadt'^ostts für das italiem- Nattonnlitiftttnt i» Tnein, das-Znstitnt für di« Waise«der gefavestest (Uaklen.) ihrikArr (1859) und das^ italien^ Hohrisal ^j' ^stinjtinopel. lMw die ^lchtiviKigm' VerfbgMMn wird" geM'später' »och zu berichten sein. i ' 1869 folgte der bald Neunzigjährige seiatn bödmEakekst pach Paris, alsfle sich dort bleiben» niebetlbeßm. Welch« Gkifaskraft li^zt io diesem Latschloflel E^^biäv-chrtr sie noch ferner, indem er jbch,b«m,Ottt» und LehttrHÄyhdheiten der neuen Heimach gar^ mohl anzuschmiegm' lernte. Roch a»HMLr, A" Sachor) «»che. sibck, da» «ÜL «u Lhetl, «inest Urenkel in der in seiuänr Hältst ^ngerichtrtmpeächtigm Sydagoge Bar-Mizwah werde» zu sehtU; d^st» er,sKwach^unh.ßart gottergeb«, Psalmen ütist'Gebete fprech«d, «alt undi lrbmssatt", am 80. Whrz klhiüids., Seinem Willen gnnäst ist sebre^Leiche tmch Eonstantinopel gebracht u^^^. ' fttyBiMtoi, »jpd, jqgckche» ‘^jcdnge hätte i er verbeten. — /Har«!:»* (L. S. Wir empjange» soeben in franz. Blättern Bericht üver die Bestattung in Consttlnttnopei. Eie war, wie da» Leb« des verblichenen, ein Kiddusch-Haschem. Möge noch da« Grdichtniß des Gerechten den Juden der Türkei ein „Fürsprecher" bleib«; sie bedürfen deffm noch immer! — „Levant Times" giebt eine lang« Liste der heneorragmdftm Personen, welche die Leiche begleitet«, u. A. der russ. Botschafter, Generäl Ignatiesf und die Vertreter der «gl. und ital. Gesandtschaft. Ucher die vrisetzuug erwähn« wir, daß unter d«en, welche der Leich« die allerletzt« Liebesdienste, das Niederlegm in da» Grab, erwies«, sich Ismail Pascha Tscherkeff befand. In» Grab wurd« 3 Körb« Aalk geschüttet; ein Gebrauch, dm der Talmud erwähnt,- »b er bei dm Sephardim im Orient allgemeiner üblich ist, ist uns nicht bekannt. llnßchtbare Fessel». (Fortsetzun») - Nachdem Doctor Moritz dm Schlüssel seiner kleinen Office an Bär hm mit der Bitte übergebm, dort manchmal nachzusehm, wrr er am zweit« Abend des Laubhüttm festes nach Philadelplita abgereist, um dort eine Art prarttschrn Gramms zu besteh«; dies war zur völligen Zufriedenheit seines Prinzipals aus gesell«, und so mgagirte dieser ihn als Assistent«, mit der Aussicht, ihi» sgsttrr dm Th«il seiner austvärttgm Praxis'ganz za überlassen. :i 1 Da» Gefiihks da« dir Brust de» Doktors schwellte,' als hä» Boot in'Slew-Nork wieder anlegtr, war' eist höchst beseelkzende». Wa? ihm das schöne Ziel nicht viel näher gerückt, als er vor kurzer Zeit noch Zu ahnen wagte? Wie würde sich die knnig >Nrllkbte freuen, ihn wieder zu sehen, ihn, der jäht dreist vö: dm Vater -intretm und die Tochter fordern lmrste. War «ch der Nnterkchieb ln dm DennöamsoerdLktnissm sehr groß, so mußte e» doch dm Ehkgeiz de» alten Wange» schrie Am, ein« Doktor als Schwiegersohn zu haben, dmn zu damaliger Zeit stand unter den Zud«, ein Doctor noch »ehr hoch im PfiftW. LWäo^Bqter sich, «llm Srwartuligm entgeg«,,, dmnoch,' midersetzen,„s« ..mußte nü»n «in« KUtstkttr ast'Hist vetWs 4«-Hrhfchsts'-ersuche»,- an der« Erfolg nichüd'Mg«elfeü»,w«r„>nd das-Glück d« Liebendm'war voükoutWk.^ »im n »I..r.i,r. -it wi'. fh« So echecckM Doktor 'Moritz^, äls.m-.stö'oinimiOmnib,» 'stich der oberen Sladtfuhr,um.stkne Offitt Mertckthm" sich schnell - «qukleid«. >»»!l,i>«ei Arm« der G^ebtm.-zu- » ., ii-i ..»I all«. .I1- .Die herrliche Movgmsorm^ wete^e"»»^««.iltio Thein«* seiner unglücklich« Braut getrotbiet hä«,' 'lächevitsdem^ Dsk? tor glückverheirend. durch di» getffnemn Fmst« .lÄö«Äu». Trüderttchäs Eiestiru! ,i-i ^™23är$c* msei« Offiee erreicht und. Igh .opu. her Straße. Pützen am Fenster sism. Rasch Mckr tr die Thürs, m« von'äußm d^ect 1» däii Zimmer führte und trat ein. ,^»rüß' Ei« Gott, lieber Freund!" rief der Dokwr au»- geläsi« heiter de« gntm Mensch» zu, „grüß' Sie Gott! Frmm SieJch .mst mir", fuhr er fort, und bemerkte inseine« Frohsinne nicht, daß Bärchen ihm sein« warmen Gruß beistähe nicht erwiedert. . . Moritz warf Hut und Ueberrvck auf ein« Stuhl, während Bärch» immer »och mit Gleichgülttgkeit dem munter« Treibt» »«« Tioktor» zusah. WäreBilah zugegm gewesm, hätte sie jedmfall» gesaP: „Bügel," die Morgm» so frühe pfeifen, ftess« am Tage dir Ikatzm." Etwa» Aihakiche» mußte auch unserem vürchm durch den Siun geh«, dmn er ermannt« sich und sagte gleichsam bedauernd: .Lieber s>rrr Doktor! Sie find aber recht aufgeräumt dies« Morgen, Sie «üssm entweder etwa« Gute» erwarten, oder maß Ihr« solche« schon aufgrstoßm sein." „Beide«, liebe» värchm", versetzte Moritz lustig, „erwartet werde ch fast ebm so viel als ich erwart«, und der Doktor G. hat mich als Asfistmzarzt, unter ausgezeichneten Bedingung«, mgagirt. Doch «a» giebt r» Nme» in Hutoustrret?" „Nicht riel, Herr Doktor i" sagte värchm verleg«,

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