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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 18. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 18.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ft 18.-1875. impn* 4. Jahrga.g. WochemSchrist fit dte religiöse« «ad soetale»J«lereffe« des Judeuthums. ErschebU fMbsMt al«(MmriU| 22'/. «n»schm. 3»iitt<i»n>m» p»* Rabbiner Df. X. |anb ^matfikR in Stettin. * «r Magdeburg, 7.Wkai 1873. Za bqbb« durch •It QaiMaablaatm aUb PoftasfialUa. JifmUw« «wmH« ki ka Hss.vuchbruckrrrl sm Hart frtcf« in OtafiMtng. 3 r|«Il Sfttm»« «ftOdi Zmt» aab Vtchur- «m v. MM. - ve»er,»«ch: Btaa. Pr,». - Bt««(rci Mk|b ftttfetttMS Roflaka. ®i». Peßh. Klausenbar,. gtalflrtoat Abrahk« U««»ab». — Uasichtbar« S»ff«lnbi 5tas<f)orf. — Inserat«. — Berichtig«««. rrbst. Bvrßcht« ««» ifarresp»«»»«,»», veatschlaad: «tenbi. V««» — «tTbaMtTlfa: «bw-york. — OmaifAtc anb s Italien- Natlaab. «tockholm. Pari». Jafl,. New.Pvrk. — ^Nosev« as« b«u jübisch-amerikanilchni £rfxn ssn Z. 9t. 3«nfl «al Dichter. Dir Auszüge, dir Sir in Nr. 1ü au« drin intrrrssantrn Buch« von Rodrndrrg über England bracyien, girbi uns dir willkommene Gelegenheit auf einen oft besprochenen Gegenstand, der bisher durchaus unrichtig und voll B»rurtheile aufgefagl wurde, die Aufmerksamkeit Ihrer Leser zu lenken. Wa« ha«, um gleich io mcdias reu zu kommen, die deutsch« Gründlichkeit und ShakeSpearrmanie nicht Alle« über de» Lharakter de« Lhylock zu Lage geföchere! Hr. Nöbeubetg^ weicht hierin von der landläufigen Auffassung ab, und die« brachte ihm sogar Herden Tadel von dem Recensenten seine« Buche« i» der „A. A. A." ein. Die guten Deutschen wollen sich die Lieblingsfigur eine« Shylock nicht rauben lassen! Man hat in unserer Zeit sich Müh« gegeben, einen Tiberiu«, einen Caligula weiß zu waschen; aber an Shyloek darf kein g«e« Haar sein! Und doch hat auch endlich Shylock einen ebenso gelehrten al« beredeten Anwalt gefunden, auf dessen gewichtige« Wort derselbe mit Stolz Hinweisen dürfte! Hr. Prof. Rudolf v. Ihrring hat ia seinem epochemachenden Werke: „Der Kamps um'« Recht, Wien 1872", dem Lharakter de« Shylotk ein geistreiche« Kapitel gewidmet, da« dir Ansicht de« Hrn Rodenberg in vieler Hinsicht ergänzt und erläutert. E« liegt un« da- Werk de« Hrn. Rodenberg nicht vor, um die Parallele schärfer in da» gehörige Licht setzen zu können, und darum beschränken wir unauf die Reproducirung Ihre- Auszuges, um dann die Ansicht deberühmten RechtSlehrerausführlich folgen zu kaffen. „Bald bemächtigte sich auch, wir eS daselbst heißt, da« Drama der Juden, alde- Urbildes von Grausamkeit und blutdürstendem Ehristenhaß. Au» dieser Quelle ist Ehylock tu da« Shakespeare'sche Drqpia geflossen. Und dennoch hat, nach Rodenbergs feinem llrtheil, Shake-prare aus dem Shylock nicht die haffenSiverthe Gestalt gemacht, die oberflächliche Betrachtung in ihm hat finden wollen. . . Selten ist wohl der Ehristenhaß (wenn er je vorhanden war) so berechtigt dargestellt, mit so mächtiger schneidiger Beredsamkeit vettheidtgt worden, wie von Shtzlock'S schmrrzbleichen, blutdürstigen Lippen." Hr. Prof. Ihering, deffen Abgang von Wien allgemein lurrr wird, bat in dem genannten Werke, deffen Studium >t genug rnpfohlr» werden kann, zwei Beispiele von einem >e» „Kampje um da« (gekränkte) Recht" geistreich beleuchtet: llock und Michael Kolhaa«. Wir sind wabrbait verlegen, eineai solchen emdarra-i äo riod»«« eine richtige «uöwabl dieser miisterhaften Darstellung zu »reffen, und darum un» nicht« anderes übrig, ali in der Hauptsache den iuf dir Schrift zu verweise». » Hr. Prof. IhÄng sucht nämlich, S. Ü6, den Satz zu beweise,. daß!»ie Benheidigung de« angegriffenen Recht« von Seiten der Berechtigten nicht blo« ein« Pflicht gegen sich selbst sondern auch gegen da« Gemeinwesen ist. „Ich brauche nicht zu sagen, deine rft derselbe weiter, wie durch diese Auffassung von der Lache der Beruf de« Einzelnen bet Geltendmachung seine« Recht« geadelt wird. Möge den Einen da« Interesse, den Andern de,' Schmerz der widerfahrenen Recht«kränkung, den Dritten di, Idee de« Recht« auf den Kampfplatz rufen, sie alle bieten sich die Hand zur gemeinschaftlichen Arbett: Dar Recht zu schützen gegen die Willkühr." ,,Äir halxn hiermit den idealen Höhepunkt unsere« Kampfe« um'S Rech» erreicht. Aufsteigend von dem nieder» Motiv de« Interesse« sind wir zu dem Gesichtspunkt dermoralifchen Selbst erhaltong der Person und jetzt schließlich zu dem der Mitwirkung an der Berwirklichung der Recht-Idee gelangt u. s. ». u. s. w. Aber dieser Ideali-mu« de« RechtSstnne« in Menschen, der den Frevel und Hohn gegen die Idee de« ll!echt« tiefer empfindet al« da« persönliche Unrecht, und für xn eben dieser Schmerz die sittliche Nüthigung enthält, für die gefährdete Rechtside« einzutteten, kurz jene Naturen, denen eine innere Stimme denselben Satz verkündet, den ich oben ausgesprochen habe: Der Dienst für da« Recht um de« Rechteil halber ohne eigene« Interesse ist sittliche Pflicht — diese Naturen mögen spärlich gesäet sein. Aber auch der ganz gewöhnlichen Natur ohne jeglichen idealen Schwung ist '»enigstm« jener Standpunkt der Bettachtung de« Recht« zugänglich, den wir oben mit den Motten gezeichnct: mein Recht ist das Recht, in jenem ist diese« angegriffen und wird e« bihauplet. . . Daß diese BorstellungSweise, die

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