Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 4 (1873)
- Issue
- 4. Jahrgang Nᵒ 11.
- Date
- 1873-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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86 scheu Besucher ju sagen geruhte, ist nicht i» die Oestmtlichkeit gelungen, wohl aber dir Thatsache, daß der Mische Eavaliir Böhmens sich als Patronatsherr einiger katholischen Kirchen erkläne, und um etwelche geweihte Reliquien M die unter 'einem Patronate stehenden Geistlichen bat. Der vom Glücke brgüustigre Zude war auch wirklich so begnadet, einige vom Papste selbst geweihte Rosenkränze zu erhalten und diese auch glücklich nach Hause in sein böhmische» Tnssmlum zu bringen. Alsbald nach seiner Ankunft in der Heimath ließ er seine Geistlichen zu sich bescheiden und oerthejlte unter feierlicher Ansprache die geweihten Rosenkränze unter sie, die auch von den entzückten Patres kniernd in Euipfang genommen wurde,. Das Histörchen wurde bald in der nahen größeren Stadt bekannt, uud — so undankbar sind dtc Menschen! — die ho chwürdigen Kirchensürste» daselbst hatten »ur bittere Worte des Hohnes und der Schmähung für den Jud«i, der heutzuiage schon seine Zudringlichkeit so weit treibt, den Itiltgci Datei zu belästigen, und sich Reliquien von ihm gebe» zu lassen u. s. w. — DaS hat man davon, wenn, man mit frnnden Litten und Bräuchen kokettirt, und außerhalb.1 der D auern des ZudeuthumS eine Frömmigkeit, zur Schau! trägt, die man innerhalb derselben in der Regel vornehm ver- > leugne — „wer lacht da?" — |;'früh - i'.i| Vermischte und neueste 'Nachrichten. zLagdrdurg. Der Minister Falk fordert tisirch die Regierungen „Bericht über die Zahl der wöchentlichen Religionsstunden in den jüd. Schulen, sowie über dqs Verhättniß,^ welchen i» denselben der hebr. Sprachunterncht zu dem eigens lichrn Religionsunterricht steht, ob er einen Theil desselhsN bildet oder neben ihm hergeht, oder ob die Kinder darauf Erwiesen sind, ihn außerhalb der Schul« zu suchen. Dem Berichte ist der Lections- und Stundenplan jeder einzelnen jüd, Schub: beizufügen." Man sieht auf den erste« Blick/,haß' diese Fragen den Kernpunkt des jüd., ReljgionsuyterxichtSwesen-i treffen, und daß sie »ich» blos zur Vermehrung deü, statistischen Materials dienen sqsim.! AerN». Der Vorstand gehr, wie hjes. Blätter melden,, damit um, die Gemeiqde-Knabcu-, ,und Mädchenschulen aufzuhcbtn, und den hebräische» und ReligionSut^recht aus^dre wenig:» in der Religionsschule erlheilten stunden zu,^eschränken; auch die jüd. l'ehrerbildungsgiistalt s^ll alssolche aufgelmben werden, die Seminaristen sollen ihr M.,.Wi^fö sich aus den Lehrsälen der Hochschule holen. ,, , . , Lambnrg. Eine Testamenwand/tlege^^it ^yiacht^hjer um so niehr Aufsehen, alS der Erblasser, der Rentier Gumpertzs, schon bei Lebzeiten vor fahren dl^ch alssrln Hftra-, vagaizen sich brmerklich gemacht hatte. Leine, F^au häfte, w» unter Euratel stellen lassen, nachdeni gerichtsärztliches' stachle, dies für nöchig erlist hatte. Zm Zähre richte e derselbe gleichwohl in pptima,forma worü. er seine Logiswirth» zu, Universalerben^ eirrsetzt«; j)jr Rota erklärte ausdrücklich, Testator ^hei gesüirde^ Bn-, nunst" gefunden z,', hqben.' Rqch ^u , H-,VsW man jedoch^ daß er vor ein an^ffts TestUchenz aechachtf und den „Verein für (s'ew'ff'ensfteiheir" zum tzrhe'is, eiliges«^ auch den vr. Anton f Rät zum Vollstrecker ernannt habk. Dieses Testament hat sich!>mn auch gefunden; nach langen» Proeeß« ist das später« Testament für'nichtig erklärt und da» ältere rechtskräftig geryorden. Wario. Der Jahresbericht der Alliance Zsr. Unio. 1672 ll., welcher recht, bald auch in deutscher Uebersetzuug. fertig sein wird, enthält in der b»S jetzt vorliegenden franzis. Ausgabe 1) ,blc Protokolle der Sitzungen des Eeutraleomitö^ 2) Beilagen — über die Rumänische Angelegrnhest, die Unterstützung der westrussischen Juden und über, die Schulen im Orient; , 3) Kassenbericht uud Derzeichniß neuer Mitglieder und EomitöS. Den Umfang und die Vielseitigkeit der Beziehungen der Alliance bringen wir am besten uud einfachster» zur Anschauung, wenn wir die Orte der Reihe nach aufzählen, aus denen in einer Sitzung (wir nehmen gleich die erste vom 19, Juni v. Z.) Berichte und bgl. eingeläufen sind. ES sind folgende: London. Lchrimin, Smyrna, Frankfurt a. M., B «reell i, Reggio. Königsberg, Wie», Ebalons, Worms, Mülheim, Konstanituopel, Bingen, Livorno, Berlin, Bukarest, Belgrad, Schnnila, Zaffa, Larissa., Sasfi, T«tuan, Dolo. — dazu »och „Diversa". Was wir erst mi vorigen Blatte über die, „'Wohlihätigkeit" der ft.I, U. gesagt haben, findet hier neue Bestälianng 'Viele Gesuche ui» Unterstützung sind rundweg abgeschlagen, ivril dergleichen nicht in der Tendenz des iBeremü liege, dagegen ist berücksichtigt: eine Eingabe desspanischen Gqjisnl^ i» Tclnan, Hrii.'Mamon-Lon, welcher anzkigt, „daß derTypszus in der dortigen Gemeinde Berwüstungerr!a»richle. bnp crhcn'v.on der schrecklichen Krankheit befallenen Personen einige Zrit selbst Arzt gedient, es aber nicht anshalten könne und eigen Ar^ngchTetuäii berufen mässe. Er bittet hierfür ujn eine Unterstützung, Lrstens der^Alliance. Herrn Ramon- 'Lön wird «r D^nk T«S Eomit^o iur seine barmherzigi Thätigkeit qusgedxÜckt' iiyd eine Su'upite von 'i00,FtcS. für daS erste Zahr zizr Verfügmig gestellt" werden." i^steichar liegt hier ein u;q»z.Mö»ahmsweise dringender Fall bar. Dagegen sinh manche'Subventionen anf Bücher bewilligt?' Üeber anderweitige öftere Veröffentli^üng von Berichten 'ist Beschluß noch yqögese^t. Weitere Auszüge können wir nicht geben unh verweisen aiif den Belicht'selbst. Laukautiue. Hier besteht eine archäoloMche Gesellschaft, deren Mitglied und Seeretär der l^berrckbblüe?'Eaberr ist/ Jüngst' hat sich der Bischof der ^tädt jum Mitzliedr Vorschlägen lassezi und zwar durch.^rii.' ftähcn. Ei»'gewiß seltener Fall, / \ ';; . '' (ttn/ Zss.); ^toudo». ‘tat älieste Äitglied der Grt'it S'ynagb'gch Mr. '^imön'Samuel, geo.''äm' l. April ^^73 ist g'fstorbest. Er war ein Schwäger?7. v.' Aftuhschilbs 'uird Sir Ms/ Mpnlefiorts^. bespß b(ftLtfnbe.'r Kenrttnisse im. .^tbräifc^n,' Talmüv/'unV/war au^'Ä anderen Sprachen'niohl btkvänsitt't;' Ehren^jnier'' haiie, er nie airgenommen, ^üsidMet«' "ab'eL während jüri lanacn"Riihc' von Mähren, seit er sich' üön'Gd-' schtlsten zurückgezogen '^atle ,' eifrig den Werken der Wähl» tHigkeit."7' -W™-* q Thr)' '7 .. Vr.' ' ^tern^aus LI»t"ist zlim Prediger der nfncn°>?euiesnd'e ektvählt worben.' iAt>" "i " 1 58^5««. Ern Hits.' polnischer ^nde/'iii'deflen,Haust ’tfff Brand auLgebrochen war, ist von der russischen'Behörde z» 2:?'ükuvel Strafe veruriheilt'wold'eii?' wtik' (t. in p'ülnif(fee r0 Spräche „Feiler^jiichlifen HÄt^.^"' EhiZ' S.vrr'J ,-,s,'qi-ro>l 1 . ■■w- :n:ir:«