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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4. Jahrgang >» ft. - 1873. Zs«Wtis^- oche für die religiöse« uud lociaÄ Interesse« des Judenthums. E»sch»>M fckcn Mtwooch, •tetaimdl« W'/. »wfch«. IWsevtlvWlGobstz» »» MAspaltiB yttitzeve »der d«W «au» 2 e*. -«»nrwi-Ntch« Rabbiner Div .• * .“v Magdeburg, uul’ £iiaui.gtbii ifflo in Stettin, muar 1878. Lu bt}U«ni duriy •St Buchhandlungen und Piftanstaltm. JlflNtM «IM|m t» Nt Hof-Buchdruckern von dar! Fries» in Maßdeburg. rnrnrnrnrnimeß^mmmtmimmmmmmmm^m Inhalt. CtMMb* «rtfftit Ein Votum in Boche« der «d veutfchlond: Berlin. Hannos». Oesterreich» Wien, «u» Ui^orn. — vermisckrte »,».• NW»He] Nenstadl. Parts. Pari». — FmttllaSuAt Nntichtbar» Hestat» dei> in Nnv-Pork. — Ein nnglstckitch gemthtier Bldeli-r«.,—, Ins«,' r. Nntv. — Bon, veulsch.Zsraelitischen iSemeindebund. — Berieche« Lelpzg Frankfuri a. TO. Mecklenburg-Schwerin. Hamburg, ioechriechernr Brni au. ifranffun a. M. Hamburg. XUona. Saagpnat> Nouelle gut dem tüdiich-amerikanlichen Leben von I. N. Lichten» ' . u Li« Votvm t« Asche«-der Allisnre Asr.'Nsi«. » *** g m Wir bringen, uw weitere Stimmen über bie ktnstiZt , Gestaltung der allgemeinen Israelitischen Allianz in Deutsch,', land zu sammeln, nachstehende« Sch reibe« «ine« bedeutend«« LocalcomitöS an da« Pariser Centralcomstö zum, Abdruck:;.^. „Sehr geehrter Herr Präsident l Gestatten Die, das, im Gefühle einer un« obliegenden Pflicht nn« erlaube^ Zhn, über dir so wichtige Krage, di» gegenwärtig da» -sntra comitö beschäftigt; „ob r« dgm von der Verliuer Del Naesammtung vor,- j». «wd <«. akXmms,! sti.'Mf legten Statut zur Bildung einer „israelitischen Alliance in Deutschland" seine Zustimmung ertheilen soll« oder nicht s auch unsererseits ein Votum hiermit abzugeben. Wir sind der Ansicht, daß da« Eentralcomitö diese Zustimmung nicht ertheilen darf, und haben hierfür folgende Gründe. Die projecliite „israelitische Alliance in Deutschland" soll dieselben oder doch fast dieselben Zwecke wie unsre Alliance Z. 11., aber „selbstständig" verfolgen, über ganz Deutschland durch Zweigvereinr verbreitet, durch ein von den Delrgirten dieser Vereine gewählten Gesammlvorstand vertreten und verwaltet sein und ihren Centralsitz in Berlin haben, ist also ganz unzweifelhaft, dem Namen wie dem 'tHrkungskreise, der Verwaltung wie der Ol-ganisation nach, lediglich al« ein Sondrrbund der Alliance I. H. zu betrachten, welcher, ungefähr nach den, Borbilde der letzteren gebildet und mit dem Worte „Alliance" in seinem Namen geschmückt, in Wahrheit die Einheit und Allgemeinheit derselben vollständig durchbricht. Allerdings setzen die beiden. Paragraphen l und 4 de« genannten Statut« fest, daß diese deutsche Alliance „im Aerrin" mit der Alliance I. U. wirken und die gegenwärtig bestehenden Institutionen derselbe» unterstützen solle; allein diese Bestimmungen, an sich und naturgemäß ziemlich dehnbar, bieten un» nicht die geringste Garantie dafür» daß die durch diesrlben statuirte lockere Verbindung der deutschen mit der allgemeinen Alliance für die.Dauer haltbar und fruchtbar sein werde. Wir fürchten vielmehr allen Ernste«, daß dies« deutsch« Plliance mit ihrer „Selbstständigkeit" bald dahin kommen würde, sich außer aller Beziehung zu der allgemeinen Alliance iu setzen und unter Umständen sich vielleicht auch im Gegensatz zu dersrlben zu brihätigrn. Dies« Befürchtung wird un« namentlich durch dir doppelt« Erwägung nah« gelegt, daß nsrr Glaubensgenossen in Deutschland weit zahlreicher al« in Frankreich, und daß dies« beiden Länder in Folge der jüngrn politischen Ereignisse noch immer sehr unfreundlich gegen »ander gesinnt sind. Hierdurch kann e« leicht geschehen. >ß die t rutsche Alliance, getragen von dem Bewußtsein »naler Selbstständigkeit und unmittelbaren Einflüsse« auf größer, Masse, allmählich eine Macht und Bedeutung ge. wiuut odei auch nur anstrebt, welch« die in Frankreich cen-- tralistrte allgemeine Alliance mit der ihr zu Grunde liegenden intrruatiovalen Idee tief in den Schatten stellt; ja e« scheint un« fast unvermeidlich, daß mit dem In«lebentreten dieser deutschen Alliance zugleich neben dem bisherigen einzigen Sen» trum für alle allgemein-israelittschen Angelegenheiten ein zweite« in ähnlicher Weise bedeutsame« in Deutschland einstehen, und daß hiermit die Gefahr einer peinlichen Rivalität zwischen d.esen beiden künftigen Eentren der Iudenheit, zwischen Pari« ui d Berlin, verbunden sein wird; vor Allem aber werden ir die Bestrebungen dieser beiden Alliancen, wie di« thatsächlichen Zustände nun einmal sind, sich unwillkürlich sehr bald mancherlei nationale und politisch« Interessen oder Differrnzen un» wahrscheinlich auch religiös« Parteitendrnzen mischen, und wer wollte behaupten, daß unter solchen Umständen da« bisher sc liebevoll und erfolgreich gepflegte Wext unserer theurrn - Alliance noch gedeihlich fortbrstrhen könnte! Wir glauben Imhri, daß da« Crntralcomitö zur Schädigung der AllianceU. selbst beitragen, jedenfalls die herrlich« Grund- Idee derselben, de» Gedanken einer Vereinigung aller Israeliten der Welt ohne Rücksicht ans die Verschiedenheit ihrer Nationalitäten und sonstigen Sonderinteressen preiSgrbrn und verleugnen würde, wenn e« dieser deutsch-israelittschen Alliance welche auf entgegengesetzter Bast« sich bilden oder vielinehr von der bisherigen loStrennen will, feine Zustimmung geben, oder wevn e« gar, wie ihm durch di« Resolution der Berliner Versammlung zugrniuthet worden, seine deutschen kocalcomit« zum Bei-ritt zu derselben auffordern wollte.

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