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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1873-01-01 · 4. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
4 (1873)
Issue
4. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1873-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I* 3. —1873. 4. Jahrgang z,r-»Wrsch, WacheniZchrist str die religiösen und foriolttl Jnieieffen des Jndeuthums «tf4*rt )ri«n «Hüm*. MmtaHWm »v, «rvfchm. ,. —. -*.»»■-■ Ü»M> Mfptt» P-««M «der Wen tarn 2 Sgr. v«r«iu»»l<lichcr Rabbiner vr. L. und H»rol<»bee fei» in iStettin. Magdeburg, 1ö. Äanuar 1873. Zu kqkVcn Vrnrch ili Ois^MMm§m ulk ^jUnpflUn, 3»ftwlw «t«M|w la kl His-CmchV»Mkerei vm (Uri flriefe im VUtbtbmt. Irnhalt. (Vitro V« «Irtifef« «in mmlm|k«m fiktm W JubariM*«. — Bericht» mV So»e»sp»«brozro r Deutschlaud: Cerfm. Sn» Osterode. »rn» — Oesterreich: Sitn. Cer kn Uro. — Rumänien: CttTatef}. — vermischt» mn» mroefte -kach- »tchtro» venrn». «e'mar. kwerpool. Gallipeli. Austmlieu. FmMetro, Unsichtbeee Hesseln. Original-Novelle au» dem slldiichamerikanischen Leben von I. N. Lichtmberg ln New-York. — Au» V»«Wiener Serlchtssaaie. (Schluß.)'— Briefkasten der Nedaerion. — Ireserote^_ i «*• Li» »niengdnrer vo^ng de» Zndenttzn«». Im Koran Sur» 3, 84 spricht Muhamed: „Wer eine andere Religion, alt den ISlam, annimmt, deffen nimm» sich Gott nicht an. der gehört in jener Weit zu den Verlorenen"; dann Sure 47, 13: „Für die Ungläubigen, welche nicht an Gott und seine» Gesandten (Muhamed) glauben, haben wir di» Hille bereitkt", und Sure 64, 11: „Di» Ungläubigen, dir unser« Zeichen de» Betruges beschuldigen, find die Gefährte der Hölle, f* MÜ^ftt. _ D>»ß die katholische Kirche sich für die „allein selig machende" erklärt und alle nicht zu ihr Gehörigen der ewigen Berdammniß preiSglebt, ist bekannt genug. SS ist zu alle« Zeiten feststehende Lehre dieser Kirche gewesen, von dem atha' »astanischen Symbolum an, welches mit den Worten beginnt: „wer selig werden will, muß vor allem den katholischen Glauben festhalten, und wer diesen nicht ganz und unverletzt bewahrt, wird ohne allen Zweifel in Ewigkeit verloren sein" — bi» zu dem Syllabu« de» jetzt lebenden Papste», welcher in seinem Arttkel 18 den Satz verdammt: „die Menschen könnten bei der Uebung jeder Religion den Weg de» ewige» Heil« finden und die ewige Seligkeit erlangen." ES ist jedoch ein großer Irrthum und eine offenbare Entstellung klarer Thatsachen, wenn man nur die kathosche Kirche jenen Anspruch erheben läßt. Luthe: und Calvin haben den Satz: „außer der Kirche giebt e» kein Heil" eben so wenig angezweifelt oder al» zweifelhaft gelten lassen, wie die» Päpste und Concilien je gethan haben. Die Katechismen aller verschiedenen protestantischen Parteien, der Landeskirchen von groß bis klein lehren, insofern fie orthodox find, den Satz, daß eS ohne den wahren Glauben und außerhalb der (wahren) Kirche keine Seligkeit gebe. Es ist nur dem Gegensätze zu den Ansprüchen deS KatholiciSmuS, die nun einmal historisch den Bortritt hatten, sowie der Zersplitterung unter den Protestanten und der Winzigkeit der meisten Landeskirchen, zumal im 17—18 Jahrhundert, zu danken, wenn nicht auch unter diesen Seelen jede daS „Al lein »Seligmachen" für sich in Anspruch nahm. Nichtsdestoweniger ist auch daS mitunter geschehen; der kleine KatechiSmuS für die Markgrafschaft Baden-Durlach vom Jahre 1770 enthält die Frage: r&aben alle diejenigen, welche fich zur christlichen Kirche denen, den wahren alleinseligmachenden Glaubens — Antort: „Keineswegs, sondern nur die Evangelisch-Lutherischen." e Orthodoxen in den heuttgen evangelischen, altlutherischen, eng refo matorisch-bekmntnißtreuen Kirchen lehren ganz so, und fie können auch gar nicht anders. Wer ander«, toleranter lehrt, der steht offenbar außerhalb de« ortho- »xen Chrstenthum». ES handelt sich hier eben durchaus t um ehe römische oder sonstwie denominirte Lehre, son, um ».«utestamentliche AuSsprüche, die gar keine Diskussion zulrssen, so daß nur ein Entweder-Oder, ein Annehmen oder Ablehnen alleinseligmachenden Glauben« überhaupt möglich ist. In verschiedenen Wendungen wiederholen die Evange ten den Satz: „wer nicht glaubt . . , der roird verdammt roerden." Und welchen Seitenpfad ließe da» Wort Paulus offm: „So auch wir, oder ein Engel vom Hiuunel euch würde Evangelium predigen, ander«, denn da« wir euch gepredigt haben (im Original lautet e« noch stärker, „neben dem her, an dem vorbei, da« wir" u. f. w.) der sei verflucht. Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir noch einmal: so jemand euch Evangelium predigt, ander«, denn da« ihr empfaigen habt, der sei verflucht!" (Gal. 1, 8—9.) Und der kiebeSjünger, Johanne», spricht sich in ähnlicher Weise an«: „So jemand zu euch kommt und bringet diese Lehre »ich:, den nehmet nicht zu Hause und grüßet ihn auch nicht." Ci Cp Joh. 10.) ES ist also alle» von Annahme der rechter. Dogmatik abhängig gemacht. ES roäre vollkommen unnütz, hier gegen den erwähnten Grundgedanken und Fundamentalsatz de» Islam und des Christenthams zu polemisiren. Auch die ttaurigen Folgen derselben bre uchen wir nicht hervorzuheben. Daß der Sap von einem alliinseligmachenden Glaubm unsägliche« Wehe über die Menschheit gebracht hat und nothwendig bringen mußte, ist auch von Christen oft genug gesagt und beklagt, nur daß die (»meist protestantische Geschichtschreibung allzu einseittz den Katholictiimu» der Unduldsamkeit, der BerdammungSsucht und de« Appelliren« an daS Schwert bezüchtigt. E« giebt aber noch einige Punkte zu bedenken, welche weniger auf der Hand liegen. Der Anspruch auf ausschließ-

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