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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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423 ■afen sie Einen gleich; die Spitzbuben kommen überall durch; »sollte Gott, ich hätte den Fleck nicht! I Präs.: Nun, Sie befinden sich diesmal wieder wegen IBetruges in Untersuchung und Anklage. — Angekl.: Dies» Lul kann ich schwären, daß ich unschuldig bin. | Präs.: Auf Ihre Schwüre würde kein Gewicht gelegt ^werden, denn Sie scheinen es mit den Eiden nicht genau zu »nehmen. — Angekl.: Ich? Eure Gnaden, Tie verkennen »mich. [ Präs.: Sie sind ja eine» falschen Eide« angeklagt. — tzLngekl.: Ja, aber wie? | Präs.: DaS Wie werden Sie gleich hären. — Angekl.: IDa bin ich wirklich neugierig. s Präs.: Kennen Sie den Herrn Julius Hock? — Angekl.: Ich kenn' ihm und kenn' ihm nicht. Präs.: Was ist das für eine Auskunft?— Angekl.: Ich habe gekauft bet Herrn Hock eine Maschine und habe gegeben ttne Angabe; dann habe ich wieder gezahlt, dann war die Maschine schlecht, und ich Hab' nix gezahlt. Warum soll ich für ein« schlechte Maschine zahlen? Endlich haben sie mich geklagt beim «Bericht. Ich staune über die Keckheit, laufe schnurstracks hin zu Hock und sag': „Sie haben mich geklagt? Wissen Sie was, geben Sie mir mein Geld zurück, wissen Sie was, geben Sie mir mein halbes Geld zurück, und ich gebe Ihnen die ganze Maschine zurück. Die Maschine ist nix nutz." Er aber gibt kein Geld zurück, er giebt mir meinen Wechsel zurück und sagt: „Fertig!'" Wie hatßt ferttg? Fertig haißt, ich bin nichts mehr schuldig. Präs.: Herr Hock giebt allerdings zu, Ihnen den Wechsel zurückerstattet zu haben, doch nicht etwa, weil Sie gezahlt hatten oder weil er Ihnen dir Zahlung nachsah, sondeni «eil ihm der Ratenbrief genügte und weil er in Folge von Angriffen in den Zeitungen allen Kunden die Wechsel zurückstellte. — ngekl.: Was weiß ich von der Artung, was lese ich die Zeitung! Wo steht mir mein Kopf auf die Zeitung! Ich denk' an mein Geschäft. Präs.: Es fand dam» später eine Derglrichs-Tagsatzung statt, und in dieser erbot«, Sie sich zum Beschwüren de« Umstande«, daß 'Ihnen Herr Hock den Rest geschenkt hatte. — Angekl^Watnm Nichij'itdttin es wahr ist? Präs.: Es war aber nicht richttg. — Angekl.: Woher wissen Eu Gnaden da»,? _Präs?: Erstens sttht.Herr Bock unter seinem Eid« diese» Umstand in Abrede! daun , spricht ja Ihre eigene Handlungstveise dagegen —^Angekl.: Was für eine Handlung»- weise? " Präs.: Während'Sie beschworen haben, Hock hätte Ihnen im Mürz 1871 den Laufschillingsrest geschenkt, haben Sie erwiesenermaßen noch im April und Juni 1871 Zahlungen geleistet.,— Angekl.: Weil ich ihn nicht um das Ganz« bringen wollte; tt har -ja mehr ausgemacht. Präs.: Der Eid wur-e am 20. Märtzs abgelegt;, Ist das richttg? — Angekl.: Ganz in Ordnung. ,, Präs.: Wie wurde kr Eid abgelegt?, — Angekl.: Ich Hab« geschworen bei Gott/daß ich ihm nicht» schuldig bin, null er mir den Rest geschenkt' hatte. Präs.: Sie sind Jude? — Angekl.: Ja. Präs.: Haben'Sie äuf die Thora geschworen? — Angekl.: Ich Hab'^geschworen, daß er mir geschenkt hat den Rest. . Präs.: Sie haben vor dem Crucifix, vor welchem zwei angezündete Kerzen standen, geschworen. — Angekl.: Habe ich'« geschafft? (Schluß folgt in der nächsten Nr.) Feuilleton. Anlichtbsre Fessel». Original-Novelle mil dem jüdisch - amerikanischen Leb« von I. 91. Lichtend«» tn Nnv-Yort. Vierte« «Uttel. (Fortsetzung.) „Davon wirst T u nicht viel erfahren, sagte Bill, Du wirst mir nur in aller Stücken gehorchen und Du sollst Geld genug haben. Bill setzte sich licht neben Jim und beide verhandelten eine Weile sehr leise, aber da» Gespräch schien den Beifall Jim» im vollsten D aaß« zu haben, das zeigte da« äst«e Nicken und Lächeln desselben. Nach einer Stund« eifrig« Unterhaltung «hob« sich beide und »«ließen die Schenke. — Da Jim in diffem Drama nur eine Nebenrolle spielt, haben wir e» augenblicklich nur mit Bill zu thun. Dies« hieß eigentlich Willikm Schrein«, und hatte tn Deutschland die hohe Schule besucht. Sein roh« und unbändig« Charakt«, hatte ihn zue.-st tn mancherlei Schwierigkeiten gebracht, und war schsteßlich an sein« Relegation Schuld. Er ging, «st znrauzig Jahr« alt, nach Amerika und trieb flch in New» vrleant nncher. Bald kam er in schlechte Gesellstbast und wurde ein professioneller Taschendieb und Rowdy. Um dem Ar» der Gerechttgke t zu entgehen, floh er nach eia« in d« Näh« belrgrnen Pflrnzung, welche von einem Jlraeliten Namen» Stonehill oder Steinberg*) bewirthschaftet wurde. Hi« blieb « längere Zeit als Aufseh« d« Sklaven und lernte Henry Deermor«, r reich« in d« Gegend prdelte und ein guttr Freund Steinberg» war, ziemlich genau kenne«. Da verheirathetr sich Stett-berg, und William Schrein« mußt« wegen ungebührlichen Berehmen» gegen di« junge Frau, die Plantage »«lassen. Er ging, fast um dieselbe Zeit wie Henry Deamore, »ach ttew-Uork. Hi« trieb « sich lang« Zeit mnher, * lebte so zut « konnte, und fiel sogar der Polizei nochoial» in die Händr. Zur Zett uns«« Erzählunß nun, ungefähr zwölf Jahre nach sein« Aokur.ft in New-Uork, begegnete « hi« Herrn Stonehill, d« stck da Geschäfte halb« aufhielt. Er beschloß, einen'Hauptcoup zu versuchen und baute seinen Plan aus mit welchem Erfolge «ntrd die Fortsetzung uns«« Erzählung lehren. ' (Fortsetzung tn dn Beilage.) >1 Siflerc» Ist die Uetersetzung vou Letzterem, wie Deermore »o» Htrichhe».

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