Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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II 46. - 1872. S««**tf*M* LSiMSL Wochenschrift ffit dte religiöse» und socialen ^utereffe» des Jndenthums. t$cmou«(n>V* IWtflwt L. Q.,’..<*n SMütet Br. X (te4fU. in «** (UMl kdfrgltt» Petttpil« »kr kwn Rau» 2 €ft. Magdebur,;, 13. Nojfember 187t!. Au k|i4m durch all« Bnchhandlungm und V»staustalle». 9ifffitn<VnM|M »Ml Haf-BBchk ackeret aan dad Artet« in Magdebmg. 3u2a. mlbuM Sie au« (Au HM if daAPedtchl m Inhalt. Letten»« «rtikell Sesahr tm verp^el — Slatiftik der Hamburg. Rtzbntk. — Oesterreich: Vien fl). — Frankreich Port« fl> vemnlsckrt« nn» neneft« Nachrichten t Sd»,tp «s«nach>. Regen»l Inserate. — Jenwetanr Unstchrdare Fesseln. Original, Rooelle lAerrsetznni). — Da» Bbrsmstztel tm Sündenkkenntniß. — »nt»ar« an Brrtcht ,nd ükaresvandeuz« i Deutschland, Stettin. Belgien, vrüssst. — »mertka: Ren-Park. — >u» »lgerten. Wien, dpmoaitz. Part», vesaul. Dtaelameck. Saigaon. — HMsch-amertkanischen Leben »an I. R Ltchtenberg in Re«-York.! Dt« Urscht« im-Schittzfung»-kh«ari«. — »u« dem Schnhtmmer. »eflchr i» Ver)»ge! -m.- Soeben find dte neuen Regulativ« vom Id Oktober d. Z., welch« dte vtelberufenen Stiehl'schm aufhebm nnd ersetz« soll«, an dt« Oeffmttichkeit getreten*). Sie bring« viel« und für viele» Abhülfe; wa» bring« ste uns Juden? Die Anordnung, daß dt« jüdisch« Lehramtscandtdatm in der Religion nicht geprüft »erden sollen! Also wi,ch«rum konsequentes Jgnorir« de» Zudmthum» — ob der Vtinister Wühler heißt oder Falkl «l» eriftirt« gar kein« jüdisch« |Ji . ^HV)win(Cyfn uWl “191101 und Seminarim, Mn evangelischer und kathvlischer Rckigion dt« Rch«, und die einzig« Berücksichtigung, di« den Iudm zu Lhetl wftd, ist eine negativ« — daß ihre Religion nicht berücksichtigt wrrdm solle, daß der jüdisch« Lehramtskandidat nicht, wie der christliche, rin« Prüfungsarbeit au» sein er Religion fich wühl« könne. Bon jüdischen Semtnarien ist d«U vortrttt, unser,! Leser wiff« ja an# unfern erst im Laufe deüf vorig« Monatti erschimmm Leitartikeln, daß wir nur gr» nau dasselbe ausspr ich« wollt«. QM ist ein traurige» Rühm«, da4 lva» etwa» Schlimme« vorausgesazt Hab«, und e» gehörte dieWtal, leider, gar wenig Weisheit dazu, sonst dürft« wir dalW» erinnern, daß wir in dem Leitartikel der Nr- 42 gehab«, di« nm« Gesetz« würd« uns negativ berühr«, in ihn«'von Juden und Judenthum keine Rede Auch an de,' Mahnung, „Gefahr im Verzüge," welch« ichost^l» Uebechchrsst gebraucht hat, Hab« > ««.»»»>« AP« Zeitung« in Deutschland hak« in dm letzt« Lag« bereit» Notiz«, llrthrile, auch eingehendere Referate über die n«m FalNschm vrrfügung« gebracht. Die klerikal« und feudal-pietistischm tz,lütter ausgenommen, rühmt dte gesammte Prefle dte neu« Bkstimmungen unbedingt oder bedingt, man erkennt in ihnen wenigftm» ein« erheblich« Fortschritt und gar nicht die Red«, und die Hoffnung«, die man auf die^pretst beit guten Willen des Ministers. Gegen das Alle» Zuziehung jüdischer Sachverständig« zu der Confer«; über die Schulfragt gesetzt hatte, habm sich vorläufig einmal ivteder als illusorisch erwies«. Roch ist'« nur eine Verordnung, die keine Gesetzeskraft hat, und beffere gesetzliche Bestimmung« in den neu« Provinz« nicht aufhebm kann. Aber wa« Hab« «ir von dem künftig« Schulgesetz« zn erwart«, w«n die Juden fich dies« Schlag ins Angesicht ihrer Religion ruhig gefall« lasten? Also an» Werk — zu Protest«, Pettttonm von all« Seit« — von All«, di« zur Vertretung de» Judenthum« berufen sind, von All«, di« e» nicht al» höchste» Ideal betracht«, daß von Gtaatswegm der Iudm und de» Iudmthum» „nicht gedacht werde."- Wir warm eben im Begriff über di« n«m Schul-Regulative einige Zeilm nirderzuschreibe», al« wir von befreundeter Hand vorstehend« Aufruf erhielt«. Wir lass« ihm *) Unter de» Xitel: .Allgemeine Bestimmungen k» tkbntgl. Preiist Minister« der geistlichen. Unterricht», und Med.-Angelegmheiten »an 15. Veto»« 1872, betreffend da» v«lk»schul. Präparanten - und Seminar- Bbefen.' Sie find in Berlin bei S. Hertz erschienen und tm Buchhandel itr 7'/, Sgr. zu haben. hob« wir nichts «inzuwmd«; eine Prüfung des Gesammt- Inhalts gehört auch durchaus nicht hierher; aber wir nahm«, ganz wie unser Herr „Vorredner," di« neu« Regulativ« mit der ängstlich gespinnt« Frage zur Hand: was werden sie uns bringen? Refertr« wir mit buchstäblicher Treue, übergeh« und übersrh« wir keine Gilbe; es gilt eine obrigkeitliche verordnung von, wie alle Welt zugiebt, höchster Wichttgkrtt. E» find fünf Verfügung« (Regulative — der Name wird wohl der übliche bleib«.) Erstens „über Einrichtung, Aufgabe u. Ziel der prmß. Volksschule," zwölf Seit«. Allgemeines, die äußer« Einrichtung (bis auf Tintenfässer und Schwämme) drei SeUm; Lehrgeginständr: Religion, katholischer und evangelischer Religionsuni erricht; drei Seit« — dann die ander« Fächer — sechs Seit«, von Jüdisch«» keine Silbe. Da« Gleiche gilt von Regulativ Nr. 2: „Lehrplan für die Mittelschulm." „Die Rrlistonslehre," heißt i£ hier in dem einschlägigen Abschnitt, „wird nacü dem Katechismus der betreffend« Eonfesfion . . . erklärt. Der gesammte Religionsunterricht wird d« »Khülern in confesfioneller Sonderung ertheilt." versteht stch, daß dabei nur an die katholische und