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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 43. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 43.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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hat, 'ivle Mm et dm gewifstr Stk« so gern <iutf(f«fc(« mitht»!— Ich hatte Gelegenheit, de« HMpt-GotttsdiMst« in btt Synagoge, Äsümch dem t« Ohm tnanfhltelen Mal» Gottesdienste dehuwohnen. Erfierer ist durch da» harmoaffche Znsm» «einvilkui des Radbinas and Eaator» so ringerichtet, daß ßwst ce^servattve Beter an demselben gerne und -eifrig thellmhwm, während er andererseits auch die jüngere Gent» ratian in di« Synagoge rieht. Zu dem letzter«» war Herr vr^ «>olf Schwarz, Hörer de» jüd. theol. Seminar« in Breslau, aS P <diger berufen, weicher erst jüngst durch feine preisgekrönt« Arbeit über den jüd. Kalender die Aufmerksamkeit der atssenfchaffilchen Kreise auf sich zog. Seine' beiden Festpredigten erfktutrn sich de» «ngetheilten Beifalls aller Zahörer. Lut Hapey^. 2. Oct. In dem niederbayrischen Städtchen rörßgmdötf findet in tiefen Tag« (vom 29. September bi» 8/ Oktober) die Feier der „Gnadenzett" statt. In dicht« unabsehbar« Schaar« wandern die Gläubigen 'aas weiter Ferne, namentlich aber au» BLHmkN, zu de« Lusgestellten Gnadmbtld«, um de» päpstlichen' «blasses lheikhaftkg zN' werden. Fragt« wir nun, au« welchen Gründen diese Kirchrnfeleklichkett abgehalten wird, sd erhalten wir di« Antwort: sie ist der Erinverung an einen Mafsm-Iuben-Mord gewidmet. Es war. :,ä»lüy i« Jahre 1337 als' sdie in Beggendorf wohnende« Jade» de» Diebstahl» einer Hostie beschuldigt wurden; ohne «eitere Untersuchung wurde die Rtedermrtzlung der ganzen Jude «gemeind« beschlossen und so fanden etwa 400 Personen,' Stibnitr, Weite: uad Kinder, unter schrecklichen Mißhandlungen ihre» Tod. Um nun diese edle i« Namen der Kirche und der jkeUgion begangene That den Rachkommm in Erinnerung zu hüten. findet alljährlich ia Deggendorf rin» besondere KstchutfeisrlkhkeV statt, deren Lhellnehmem' Non Setten de» Paps« voslkommeper 'Ablaß »erltehen wird: S9tr lehr übrigens derartig« tet Erinnerung w 'etnen Naffmmorb grwv« nirit KirchenfeierNchkeiten dm' Geist der HumanULt befördern, dafür snöge der Umstanh den Beweis liefern, daß bereit» am ersten TäLt M festes mehrere Raufereien in 'Deggendorf stÄsi mdtn; et« zwischen zwei Dmfchen entstandearr, «st Messern geführt« Streithandel etchete dmnit/daß der ekn« Surfchr sofo .-f u»di anf dem Plaßt Stegen blitb/«ährend der and«« ebne tödlliche Perkeizung erhielt."(FraNkst'Ztg.) Par» statt, 30. September. Nach der fÜngstm'Volk»« zähl»ng lcken tm Sroßherzogchum Heffen unter 882,894 Bew-ihnern 28,373 oder 2,S7 pEt. Ifraelktr». Im Jahre 1825 zählte da» Land 20,600, tut Jahre 1849 oder 29.131 Köpfe. Mit letzter Zahl nieder Eulminattonspunkt erreicht; im Jahre' 1864 gab t» noch 27,407, im Jahr 1867' nur noch 25,268 Juden oder 108 Köpfe weniger als in 1871. Gleichwohl find sie in Hessen relatio so zahlreich vorhanden, wie in keinem einzigen Staat« de» ganzen deutsche»-Mich««/ ulst alleiniger Ausnahme von Hamburg, da» 4,89 pEt.'Israeliten unter seinen Bewohnern zählt. In Elsaß-Lothringen bilden sie 2,7 pEt., in Baden 1,78, kn Preuße» 1,33, in Bayrrn 1,03, iu Würtemberg 0,86, in Sachsen 0,09 % der Bevi lkkrung. vergleicht man hinfichtlkch der jüdischen Bevölkerung di« übrigen Staaten Europa'» mit Hessen, so ergibt fich, daß nur in Oesterreich und Stpttänien di« Isrorliten stärker vertrete, find, o. zwar in erster«! mit 3,83, in letzterem «tt 3,0 pEt. Rußland hat deren 2,68, di« Niederlanden 1,98, da» denk che Reich ('/, Million) 1,24, die tftAH 0,87, Krankreich 0,3, GroßbriNu.i« 0,18, Italien 0,11 pCt. OrßimÄch; * 8 JMm. Der Magistrat erhikkt vom GrmetttderÄhe"dm Austntg, stch södwhl mi die evangrltche als 'an dlt ffrüelitische Ealtäsgemeknd« mit de« Ersuchen zu wende», sül"'dir Zögfinge 'aN der Uebungsschule de» ''städtisch« PÜdagdgstnn»' je ein« Rtstgionslehrer zu bestell«/riachdan dastlbst mchr'ak» 30 evangelische und citra 80 isrMtifäst'Kftidet dm Unterricht frequmtirrn. Die Zahl bek Katholiken beläuft' stch auf 220. Wöchentlich'follm zwei Stunden de« evangelisch« Und dker Stund« dem tsrmlifischm-'ReNgi-n».Unterrichte gewidmet «erd«. :i> " """ ■" " ' «u» ^rmder«, 1l>. Ocwber, wird der „R>fr. Pr.- geschriebm:" Der Dlschkergesell« Jacob 'Holz, b«imstet bei dem Meister Ackermann in Wknnifi, entfernte fich'vor etwa zwei Jahr« von dort, trat vor mehrer« Monat« in Sokolowska zum^Iudenthurn« Über' und heiratete eine Jüdin. Am 2/d. M. kthrtt'drrfelb« auf einige Tage' nach' WiNnifi p»- rück, um sein Dimstbuch ' adzuholm, mit'da auf "denselben Tag der Lvrabcnd de» israelitischen Rmfühtsfeftr» fiel/ fo detyrlligte er stch am Gottesdienste.' ^Diest Rachricht verbreitete fich schnell unttr dm bigott« Baue«, wa« jur Folge hatte, daß schon am nächst« Tage der Gotte»bi«ft in der Synagoge durch Steinwürf« grftbrt wurde. Am folgend« Tage (Sam»' sieg) vermehrt« fich dir Exresie; e» wurde nicht nur dir getnze innere Einrichtung der Synagoge vemichttt, sondern auch in den jüdisch« Häufe« Forste« »ad Thür« zertrümmert, verschied«« Habsekigkritm der jüdisch« Einwohner'zerstört oder grstvhl« nnd 'mrhrere der Letzter« dnrch Schläge und Skeinwürfr'verwoudet. 'Der Bezirk»richter that zwar feichWkög-' lichstr»'»« dem Unfuge ju steue«, jedoch reichoeu^üMM drei . Rau» Gendarmerie — di« ganze verfügbar« dewaMMMacht — nicht-an« und wurdm t» Gegentheik« die Epedeut« tmwer zahlreicher' und l verwegener. Vst wichaed dahe» m Sonntage 6. d. M. (auf die dringend« Vorstellung« l 'des -AVv. De. Iof.-'Soha bet« GeneralrommüNd» in L.>'zw«t Sompagni» von ^«Mbergdu» dorthin adgesmdetweG«, rwelch« ^rade «och -NttchstaZett ankam», n» größer« Auftig z» »eehinte«,' indem bereit» «nch'dte vaneni derNochbargemeindm anstng«, sich ' an d« Exrrffm zu dethei ligm, so daß dM Mifioär , bereit» ritte itt'die Htckdrrle angevachstNt MmschinniMgr ontraf. Dieselbe wurde natürlich sofort Herstdeut Nnd gag« SS »er a»-»eist« ' gr«ürt» Perfon« verhüftt»/' Dis strafgerichtlich«' UntetsNchnng ist im Auge; ench wurd« die Gemeinde für j«d« ferner«-Schab« verantwortlich gewacht, und mußt»-,di« dortigen'-Grundwirthe ei« zu diesen» »Zwecke »am Eowmifsür Herrn ^Biernacki aufgenommener Protokoll unterschreib«. Dich« Berhastungen' gab« dm polnisch« Blätter»' »lnlaß zu hämisch«' vemerkung«. Gegenwärtig ist di« Ruh« wieder hergestellt und da» Militär bereit» adgqog«; wattere Detail» wird'erst'die zu erwartende Verhandlung vordem Strafgerichte bringe«. -- .„< .. «Lew»eri. '8. Oktober. Zufolge de» i« Jahr« 1867 vom gakizischm Landtag, dchchlosim« Gchetze» bezüglich der Bortragüsprach« in dm vol». und Miltekschul« sollte bekanntlich auch in dm hiesig« israelitisch« Schul« die polnische Sprache als vortragssprach« eingeführt werdm, und hat auch deßhalb der galizisch« Landesschnkrath da» erwähnt« Gesetz dastlbst wirklich durchzuführm begonnen. An Folg« dieser Maßregel wurde sichtlich der verfall der «»her musterhaften israelitisch« Lehranstalt« herbeitzrführt. Dieser Mißerfolg ist

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