Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 40.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 40.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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bc< Baron» von B. wurde davon ergriffen, «nd auf da» T rängen de» jungen B. ersuchte mich die Mutter, der Lrzt ihre» Kinde» zu fein. Ich war glücklich genug e» zu retten, und da man mir das Ansehen von Blutegeln hier nicht untersagte, so fing ttotz aller Jntriguen de» Pfarrer» Reh, di« Bevölkerung an, ihre Abneigung gegen meine Blutentziehungen zr verlieren. Ich rettete manches Kind von der Bräune, und meine Praxi» b-fferte sich so, daß ich bald meiner Hofmeisterstllle entsagt«, und nur als Arzt und Freund bei der Familie vl»n B. eia- und auegiag. Ich fürchtete den Pfarrer Retz nicht mehr, und wenn ich ihm hier und da begegnete, oder ihn am «ranken- oder Sterbebette eines Vattenten ttaf, war er so ausgesucht süß und höflich gegen mich, daß ein Unbefangener glauben mußte, er sehe zwei Männer vor fich, die sich gegenseittg achteten. Aber die Schlange lag im Grase und erwartete ihre Z-it. Im österreichischen Staate besteht eine Berordnung oder' ei» Gesetz, daß ein Arzt, der zu einem Kranken gerufen wird, oder denselben in Behandlung hat, ihn, wenn seine Sterbestunde naht, darauf aufmerksam machen muß, damit derselbe nicht ohne die Cereuunien der allein seligmachenden «irche dahin sterbe. Ist der Kranke ohne Familie, oder verhindern arderr Umstände diese Verkündung von Seiten des Arzte», dann hat Mcftv dem resp. Beichtvater selbst davon Anzeige zu machen. ES war im fünften Fahre meines Aufenthalts in Kuttenberg, d. h. vor ungefähr sechs Wochen, als ich zu einer Fabrikarbeiterin gerufen wurde, die hülflo» im oberen Stocke «ine» kleinen Hauses darniederlag. Bon Wartung und Pfleg« war nichtzu bemerken, vier kahle Wände, ein« alte Bettstelle, in welcher die Kranke lag, ein alter eiserner Ofen', zwei alte Stühle» ein wurmstichiger Tisch, da haben Sie die genaue Beschreibung de» Zimmers. Nachdem ich die Kranke einen Augenblick geprüft, stellte ich meine Diagnose. Die Krankheit war noch in ihren Anfängen; die Frau war von den Pocken befallen. Uebrigens war ihr Zustand durchaus nicht beunruhigend, d. h. wenn sich überhaupt irgend Jemand darüber beunruhigt hätte. Am nächsten Morgen in aller Frühe klopfte man an meiner Thürr und brachte die Meldung, daß mau jene Arbettrrin tobt in ihrem Bette gefunden. Ich ritte sogleich dorthin, constatirte den Fall und war eben im Begriff einen Todtenschein zu schreiben. Da trat Pfarrer Retz herein, sein Auge hatte das Schillern einer Schlange und die Schadenfreude war auf seinem Gesichte zu lesen. (Fortsetzung folgt.) aSSn enthi zugesandt. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten die den bisherigen Theil der Novelle Nummern (36—40) gegen Einsendung von 2 Groschenmarken franco direct Die Expedittsn. MPWK Corfuer Paradiesäpfel stud bei un» bereit« angklangt und empfehler wir in Originalkisten zu 25 Stück, Vta&tttemplate, zu sehr billigen Preisen. Ebenso „grüne Palmen." Lissa, (Pro». Posen) im Septbr. 1872. A. L. Holl Söhne. "RED r Die feinsten Weine, St. Georges, Cftes du RhOne, Montagne, Muscats de Lunel, de Frontignan u. a. m. zu den billigsten Preisen liefert das Haus Rcssignolft Dreyfus ä Cette. Der religiöse Theil ist aufs Strengste besorgt unter der Aufsicht des benachbarten Rabbiners in Nimes. Man wende sich an Rossignol & Dreyfus i a Cette (H krault.) Im Vertage ron M. Poppelauer’s Buch- 1 handlang in Berlin (Nene Friedrichsstrasse 61) I ist erschienen and durch alle Buchhandlungen! so beziehen Die Honatitage des Kalenderjahres. Ein Andenken an Dshingeschiedene Ton Dr. L. Zsas. Preis brochirt 20 Silbergr. Dieses jüngste Wert des Nestors der jüdischen Wissenschaft, des grössten Kenners der jüdischen Literatur überhaupt, ist gewisser nassen eine jüdische Literatorgesdhichte in nnce, und bedarf keiner besonderen Empfehlung. Inserate. Die Samsonschnle "Ij $ in Wolfenbiittel bei Braunschweig (in der Nahe des Harzes,) | bietet ihren Zöglingen körperliche Kräftigung, sorgfältige religiöse Erjg Ziehung und allseitige Ausbildung, sowohl in den Handelsf&chern als auch für den eiqjährlgen Militairdlenst. Prospecte und Auskunft durch Director Dr. Rosenstock, in Wolfenbflttel. "iws Restauration Isaacsolm ura h ie 1. [128.] Einem geehrten Publikum empfehle ich meine von Herrn B B. Levy übernommene HP3 Restanratiou aut das Angelegentlichste. 8cUm freut* liehe Zimmer. — finte Kflche. — Prompte lnweni — lissif» Preise. - Cmntor ImmmmoIiii. Von Groß Herzoglich Hessischer Oberstudien-Direction concesfionirle» Lehr- und Kandets-Institut zu Ridda (Bad Salzhausen) Station der oberhessischen Eisenbahn. StF" Jüdisches Pensionat [14S.] Da» Winter-Semester beginnt den 16. September er. Gründliche Vorbereitung für die oberen Klaffen der Gymnasien und Realschulen, sowie für da» HandelSfach und Eiujährig-Freiwilligen-Eramen. Knaben vom 7. Lebenijahre an finden zu jeder Zeit Aufnahme. Nähere» im Prospekt. Der Instituts-Vorstand. fi. Hornberger. Druck und vertag der Hofbuchdruckerei von tkarl Friese i» Magdeburg.