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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 39. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 39.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I» 39. - 1812. S.Jah»aa«a IrrsHiktschr WochemSchrist für die religiösen und focialeij Jnlereffen des Judeuthnms. Erscheint jeden Mittwoch. Prei» »ierteljihriich 20 Silbergrolchen. I»fMktt»»sO«bahr k»r die dreispaltig« Petilzeit« «der deren Raun- 1'/, Sgr. Leraiuwocilicher RedaNi^r und Heraiwgctxr Rabbiner vr. X Ltttenfeis in Stettin. Magdeburg , 25.AP tcmbcr 1872. Zu beziehen durch all« Buchhandlungni und Postanstallen. Inseraten»Annahme ln »n Hos« Buchdrucker ei von ilari Fries« in Migdebmg. Inhalt. Leitend« Ärittkel» Zur jüdischen Vchulfrag«. (II^Fonseyunql. Bon Rabbiner vr. Rahmer. — Berichte und bor» rrsuondenjenr Deutschland, Hamburg. Danzig. Posen. Au» WürtePberg. — Lefterreich: Wim. — Frankreich! Pari». — Rumänien: Bukarest. — Bernrtselrt« und neueste Nachrichtenr Berlin. Metz. Pari«. Rom. — Feuilletonr Unsichtbare Fesseln. Original-Novelle au« dem jüdisch-amerikanischen Leben von?. N. Lichienberg in New.York. — Inserate. — Bukarest. (Telegraphische Depesche.) Brief« taste«. An unsere Abonnenten! Mit dieser Nr. schließt da» dritte Quartal. Air ersuchen die geehrten auswärtigen Abonnenten um rechtzeitige Erneuerung de» Abonnement» mit 20 Stlbergrofcven pro Quartal, (bei direkter frankirter Zusendung innerhalb de» deutschen Postbezirk» 22 v, Sgr., nach dem Auslande 1 Thlr. vierteljährlich) Etwaige Rückstände bitten ivir, de» Portoersparnisie» wegen, zugleich mit der Einsendung für da» vierte Quartal zu begleichen. Den allgem. buchhändl. Vertrieb der „Wochenschrift" hat W. Siaon's Buchhandlung Hierselbst (Commissionair : E. Wartig in Leipzig) übernommen. Diesellst übermittelt auch Inserate und RecensionSexemplare an die Expedition r<mp. Redaction. Außerdem haben Debit« übernommen: Für Breslau» di« Schlkttrr'iche Buchhandlung <H. Skatschi. Für Hamburg» i«igss«ina't> Goriimmi»-Buchhandlung. ,, Berlin» M. P«ddtl«»rr'e Buchhandlung, neu«Friedrichftr. Kt. „ Beuthen in Lber-Bchles.i A. Willenbrrg'» Buchhandlung Vasen» Louis kürt'« Buchhandlung. I „ strakau» I. S. Herzog'« Buchhandlung. Die VerlagShandluNj; der Zfraelitifchen Wochenschrift Carl Friese'» Hofbnchdruckerei i« Magdeburg. Jur jüdischen Schulfrage. II. Bon Rabbiner l)r. Rahmer. Elementar» »der Rkltgtanssckmlrl Wir haben in dem bisher Besprochenen nur den Maßstab de» „Nothwendigsten" an di« Behuf» (Gleichstellung und Förderung de» jüdischen Religionsunterricht» zu stellenden Forderungen und zu ergreifenden Maßregeln gelegt, allein wenn nach einem bekannten pädagogischen Ausspruch da« „Stftc" für die Jugend erst „gut" genug ist, so wird da« „Rothwendigste" für sie noch kaum al» „genügend" zu betrachten sein. ES ist bereit« in einem der früheren Artikel angedrutet worden, daß selbst im besten Falle, wenn alle in den „Thesen" aufgeführten, hier und da ergänzten Forderungen von den gesetzgebenden Faktoren bewilligt würden, Eltern und (Gemeinden keineswegs sich dem Eilauben hingeben dürfen, nunmehr ihrer Pflicht, für den Religionsunterricht der jüdischen Jugend zu sorgen, 1 Genüg« gethan zu haben. Denn daS brauchte wohl keinem Israeliten erst gesagt, kann aber doch nicht oft und stark genug hervorgehoben werden, daß unter „jüd. Religionsunterricht" noch etwa» mehr, al» — wie man nach Analogie mit christlichem meinen könnte — der Unterricht in jüd. Religion, ,! bibl. Geschichte u. dgl. zu verstehen sei, daß er in erster Diethe den Unterricht im Hebräischen in sich begreife. Die Pflicht, hierfür Sorge zu tragen, wird man dem Staate nicht gut auf« legen können, sie ist im eminenten Sinne eine Gemeindepsticht. Jeder „jüdischen Gemeinde," die auf diesen Ehrennamen An« ' spruch macht, liegt es ob» in ausreichendster Weise alle zur Pflege deS hebräischen Unterricht» in ihrer Mitte nöthigen | Beranstalrungen zu treffen, unbekümmert darum, ob der Staat die Gleichstellung des jüdischen Re1tg>n«anlerricht» durch Einordnung desselben in da» gesammte Schulwesen anerkennt, oder nicht. Den» geben wir uns nur keiner Täuschung hin, es wird nod» viel Wasser in'» Meer fließ«», ehe auch nur die nothwendigsten ,Forderungen in dieser Beziehung vom Staate bewilligt werden Was ist bis dahin zu thun? Alles gehen lassen, wie es eben geht? Sollen wir ruhig warten bi« die Abhülfe „von oben" kommt? Wir wiedtrholen hier ein Wort, da» wir den Männern, die auf dem leipziger Gemeindetage vor Abstimmung über die besprochenen Thesen die Vertagung (u. zwar auf 3 Jahre!) beantragten, und leider auch — wohl nur der vorgerückten Zeit wegen — durchsetzten, zuriesen: „Wenn Jemand nicht warten kann, so sind e» unsere Schulkinder!"

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