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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 38.
Article
Beilage zu Nᵒ 38.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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«Ich »etz nicht," reflrctirte der Fremd« fd sich, t|ne fi>h bd vahingestrecktenj weiter cmzunehmm, „ich weiß nicht ot Delirium bei heftigen «nfLllen von Seckraukhckt eintritt; aler daß dieser Unglückliche im Dcklrtu« spricht, ist sicher." Er »and« sich «ach dem Bugspriet zu und überließ Bärchen seinem Schicksal«. Dieser krabbelte aus allen Vieren »ich der Lucke, und verschwand bald im Zwischendecke. Vach einer kleinen Weil« tauchte dadicke gutmüthige Gesicht Atvscheh'« ans der Luke auf, und blickte um sich. Al» da» Bugspriet in den Gesichtskreis des Schaumdes kam» stieg die Wate Gestalt t. di« Höhe und Moscheh wankt« grade auf dea jungem Mann zu. „Guten Morgen, Herr! entschuldigen Sie mich, wenn ich so frei bin und mich bet Ihnen wegen ber Hülfe, die sie «ckner Gudel geleistet haben, bedanke. Ich würde Sie, mein Herr, bet ihrem rechten Namen genannt haben, aber ich habe ein schwaches Gedächtniß und in Folge davon auch Ihren Nun«» vergesien." Der junge Mann erwiedert« fteundlich: „Die Schwäche Ijres Gebichtnifles, mein Freund, ist in diesem Falle zu v« zeihen, denn ich glaube nicht, daß ich ihnen meinen Namen schon einmal gesagt habe." „Nicht- Nun den» muß es sonst Imand gewesen sein, der mir seinen Namen gesagt, und dea ich vergesien habe." „Dak. mag wohl sein, guter Freund, aber wenn Ihnen ar meinem Namen etwa» liegt, ich heiß« Moritz, und da ich s«i>«, daß Sie der einzige Vernünftige unter ihren Reisegefährten d. h. unter euch dreien, find, so bitte ich mir Ihren Namen eömfall» aus," sagte der Fremd«, den wir auch für die Zukunft Moritz nennen wollen. „Ich heiße Moscheh Htrschckd urd bin recht froh, daß ich in Ihnen einen Namensvetter gamnde», denn Moritz ist doch nur di« bairisch« Uebersotzung von Moscheh. Ich war in Deutschland Weber, d. h. mein We'vstuhl hat auf dem obersten Boden gestanden und ich Hab« mit Waar« gehandelt und auch mit alte« Eisen und allem, wns vorgrkdmmen ist. Mein Gudel war eine recht brave jülttsch« Frau bis der Schaute*) vtrche gekommen und ihr v ng« in den Kops gesetzt hat, von denen st« alle zwei nicht» vei'stehm. Ich «ar einmal.in München i« Theater, es ist jcht 28 Jahr«, da haben st« grade so gethan und gemacht, wir Bärche und meine Gudel jetzt immer machen. 'Ilber^E denk' immer, metne Frau hat keine Kinder, und da will ich ihr den Spaß lasten, sonst möchte st« mir wie »icke kinderlos« Frauen, Hund« und Katzen ins Haus bringen, und da ist Bärche immer noch bester. Aber, Herr Moritz, entschuldig«« Sie, Sie haben wohl nicht mtt Waare gehandelt, danach sehen Sie nicht aus." „Nein, mckn lieber Moscheh, ich bi» lckder nicht so glücklich gewesen, ich habe studirt und bin Arzt und gehe nach Amerika, um dort mein Glück zu suchen, das mir tu Deutschland beständig den Rücken kehrte. Sie, mein ließe» Moscheh, können mjch nicht verstehen, wenn ich Ihnen auch Alles sagen wollte, was mich drückt," sagte Moritz und über sckn schönes Gesicht zog ckn tiefer Schatten. Da» hat nichts auf stch, waS ich nicht versteh«, daß versteht Bärchen, der ist einer von den Neumodischen, der hat vor Jahren einmal bck einem Doetor studirt, wofür er de« Doctor hat müffrn die Stiefel putzen, und har Bärche stch recht gut gestanden, denn der Doctor hat ihm noch" obendrein 25 Gulden da« Jahr und zwck flanellene Unterhemden am Purim gegeben," sagte Moscheh. Aber, Herr Doctor, find das nicht die Zizzi»*) von ihrem Arba Kanfoß, die da unter Ihrer Weste hervorsehen?" „Nein," entgegnck« Moritz, „Sie würden vergeblich et» Arba Kanfoß bck mir suchen, obgleich ich Jude bin. Wenn wir aber gute Freund« werdrn wollen, Herr Hirschheid, so müstm Sie künftig mtt der Frage voll herausrücken, aber nicht so um di« Ecke schlckchen, wenn sie etwas wiffen wollen." — „Verzeihen Sie, Herr Doctor," fick Moscheh beschämt ckn, „ich wollte Sie nicht bckckdigen, aber das ist eben die angewöhnte Manier ckne» Handelsmannes, daß er gewöhnlich auf Unwegen das Ziel zu erlangen sucht. — Daß ich Ihr« Geschichte gen, hören möchte, können Sie stch denken, aber Sie werde» fle mir doch nicht erzählen, denn da ich kckn« Flausen macheck kann, glauben Sie, ich könnte Sie nicht verstehen; aber ich -ab« ckn gut jüdisches Herz in mckner Brust, das gerne an Anderer Lckd und Freud Anthckl nimmt." „Nun gut," sagte der Doctor „dann setzen Sie stch hier neben mich und hören St« mich zu." vckd« nahmen auf de« untern End« des Klüverbaums Platz und Mocktz begann: (Fortsetzung folgt.) i % U 1«mr. *) Schaufiden. C113-: Bacan) für vier Lehrer. A» 1. Rope»der d. I. soll hierorts et« dieetlasstge jüdische Schule erösi> «: werde». Das Unterzeichnete Limite sucht hierin: Eine« erste» Hauptlehrer, pädagogisch gebildet, mit tüchtige« hebrütschr» m>d deutsche, «euuiutfse», Behalt 1000 fl. jährlich. — Für de» zweiten Lehrer slud 700 fl. jährlich festgestellt. — Das Johresgehalt für die beide» a»der» Leh. rti betrügt je #00 st. Bewerber, die in der polnische» Sprache »»terrichtr» liiauen, erhaltcu de» Verzug Meldungen »ut Zeugnisse ß»d bis zu« 1. Oktober etuzuseude» a« de» Etstnnterzeichneten. Osivteei«, den 4. September 1872. J. Pollfttachek. O. Mehmels. JT. 8. Berber. T22 üeckaaratlou Jsaacsohn Kiel. [1!S8.] Einem geehrten Poblikom empfehle loh meine ron Herrn B. —. nhurnommene “tT3 BeetMratfo» »of du Angelegentlichste. MIm fr — lato Klik — PnaiU Befiaiau. — Darim I Cantor ■■«mwiet» 1UM 1Ü3 B. Leu freut •NM» Deuck «k 8«Ug der HosbnchdrnFent am «arl ft IM« tu [144.] Für di« hohen Fckertag« und das > Laubhüttenfest such« ich cknen würdige», mtt guten Stimmmitteln versehenen Vorbeter für mckne Privatsynagoge. Honorar 100 Thlr. Csipar I^chMSH, Lanquier in Graudeuz. Lehrlings Gesuch. [146.] Für mckn Tuch«, Mannfactnr» und Modewaarni'Gckchäft, da» am Sonuabeud und an den jüdischen Fckertag«« geschloffen ist, suche ich einen mit den nöthtge» Schul' kenntniffen versehenen Lehrling jüd. Religion, womöglich zum sofortigen Antritt. . ", 11, EUum, (in &fana B. HlmO« 6 Ce.) in Wanzleben. i " Inserate. f «ttttsg £ Me M« WfiV *'3k-

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