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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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■ ,-: m"—*~ ,’fcar tapfer« junge. Man« ist auch durch verlaihuug dar . . deutschen militärisch« Ehrenzeichen ausgezeichnet worden. (W. Isr.) WUAu. Rach der letzten Volkszählung in Wilna giedt «t dort unter 81,000 Einwohnern 10,172 Anhänger der ruf» * fischen StaatSkirche, 21,986 Katholiken, 1596 Protestanten, 166 Mohamrdaner und 47,373 Juden. Der Astronom Moritz Lewy von der Pariser Sternwarte, eine» der angesehensten Mitglieder diese« Institut«, «ine Autorität auf dem Gebiet« der rechnenden Astronomie, ward zum Mitglied de« Bureau des longitudes, der die geographischen Bestimmungen und die Gradmefsungen wntrollrende» obetsten Behörde Frankreich«, erwählt. Er ist der dritte . Astronom, der dieser Körperschaft angehört, die sonst noch au« drei Admiralen, drei Akademikern, einem Marschall und zwei , Künstlern zusammengesetzt ist. Herr Löwy ist bekanntlich «in Wiener; an der dortigen Hochschule machte er seine Studien und bewarb sich nach Vollendung derselben um «ine Assistentenstelle an der dortigen Sternwarte die ihm jedoch — er war fe 'fat ConeordatSzeit — versagt wurde, weil er Jude ist. Ur ging nach Pari« uud ward an der hiesigen von Leverrier, de» Neptun«-Entdecker, geleiteten Sternwarte rasch ein« astro- Mmisch« Berühmtheit. Sein« Wahl in da» Bureau des loußfitvdes vollzog bei der jetzt in Frankreich herrschenden elericalm Strömung sich auch nicht ohne Schwierigkeiten. Dt« Clericalm Merten dagegen, well er ein Jude, di« Chauvin«, weil er ein O«1scher ist, und «» mußten eigen« einige der Mitglieder des Bureau« «ach Pari« eilen, um einer diese« Institut WWtzi miiHl 111 iitu ii von andern al« wiffenschaftlicheu Gründen ' tzwtuflußten Abstimmung vorzubeugen. (N. fr. Pr.) ekoutzo», 28. August. Die Großloge von England hat »o» der Grand - Royal - Loge der Freundschaft in Berlin ein OGoutbrn «chatten, wocku letztere mlttheilt, daß nach einer Nrvifion der Statuten beschlosien word«m ist, in Zukunft Juden und Personen aller Religionsbekenntnisse al« Mitglieder aufzunehmen. (Jüd. Pr.) Zmßerda«. Den israelitischen Soldaten, welche fich im Lagerplatz zu Mllingen befinden, ist e« erlaubt, von Freitag Nachmittag an in die benachbarten Städte AmerSfoort, Hardewigk rc. Sabbath zu feiern, um Sonntag« ftühzeitig in'« Lager zurückzukehren; diese Erlaubniß wird von den Soldaten fleißig benutzt. (Isr.) FtoLhok«. Rach schwedischen Gesetzen dürfen Israeliteu nur in Stockholm, Gothenburg, Norrkiping und Karl«- krona ansässig sein. Mit Bezug hierauf hat die Regierung ein Gesuch von drei Israeliten, welche in Malmö Handel treiben «ollen, abschlägig deschieden. Kchestieltz. Am 10. September wird hier durch den Oberrabbiner, unter Asfistenz seine« Sohne«, vr. Hermann " Adler, eine neue Synagoge rürgeweiht werden- *M»tareß. Wir berichteten seinerzeit von der. Mißhandlung, die an Herrn Weißmann in Bottuschan von Seit« de« Poklzeichef« Constantin Placa begangen wurde. Dieser - Pchheichef ist inzwischen, wie wir erfahren, seine« Amte« enchtzt worden. (Rrv. Isr.) An« 9mm (Südarabien) wirb de« „S&atwn" geschrieben, daß die Inden daselbst nenrrding« sehr hart bckräugt , »a^drn. Der Lorrchwudmt fordert dringend die „All. Lsr.!k" auf, die MWM Schrtttä -zur Besserstellung der dor- Waw-^sort. Die Sammlungen für den «nutnsschen oder Peirotts-Fond« find von den B.-B. Ordmilogm tu die Hand genommen worben. E« verdient hervorgehoben zu werden, daß die erste und in der ersten Lisi« bedeutendste Summe von der Loge in Chicago ringesandt norden ist. L«ri<f«. Kriedrttd der Groß« t» Lebe« und «ach de« Lobe. Friedrich der Große war wie bekannt, et» Feind der Israeliten, wahrscheinlich darum, well ihm jede poftive Religion verhaßt war und ihn« der rei ue mosassch« Glaub« al« MonoteiSmu« seinen ungläubigen Grundsätzen gegenüber am gefährlichsten schien. Dies?« veranlaßt« ihn wohl, dm von der Berliner Akademie zur , Mitglied derselben vorgesdjlagenen MendÄSsoha von der Mitzliederlist» zu streichen. Wa« ereignet fich jetzt! Da« Jutenthum rächt fich' J» edler Weise. Bei der proponirten Errichtung eine« Denkmal« für Friedrich den Großen in Marienburg (zur 100 jährige« Bereinigung Westpreußen« mit dem Königreiche) stick unter den eingerrichten Entwürfen zu jenem Denkmal drei zur enger» Prüfung besttmmt worden, worunter zwei von Israeliten herrührm (einer von dem bekannten Bildhauer Sußmaun« Hellburn» ein anderer von Wilhelm Wolf). Der König, wenn er da« wissen möchte, würde sich «oh! im Grad« umdreh«. (H-L.) Der Stuhl de« tbüii, v 4« dem Wiener Gerichtssaale). S. W. $...., BethauS-Rabbiner im dritten Bezirke tu Wien, trat gegen I. P, Mitglied de« vethau«-Vorstände«, wegen Ehren belridigung klagbar auf und erzählte in seiner Eingabe, er sei von dem Bethau«-Boistande al« Rabbiner engagirt woiden unter folgenden Bedmgniffen:' 1. Gehalt 300 st. jährlich; 2. einen für dm Rabbiner bestimmten Sitz im Bethause; 3. da« Aufrufen zur Thon, an jeden Samstag«; 4. die Gestattung de« Prädikate« Rabbi; 3. die Bewilligung, jährlich viermal Vorträge zu hattm; 6. da« Recht, die Betstundm zu bestimmm; 7. die Spenden für dm von ihm selbst gegründet« Verein „Tons Eines“ für sich zu behalt«, und 8. in all« rituellen Fragen ein entscheidende« und maßgebmde« Votum abzugebm. Am 14 Februar d. I. hatte ihm der Vorstand plötzlich den Titel ,Ltabbi" entzogen, am 4. April wurde ihm da« .Gehalt gekündigt, und am 23. Juni sollt« seine Function« ein Ei.d« herben. Da er sich, al« ein göttlicher Ablegat, unabsetzbar erachtete, legte er gegen «in« solch« Vorgang Verwahrungen ein und erhiett fich muh wie vor in Amt und Würde, bi« ihm der BethauSfitz verschlagen wurde. Am 2. Juli hatte er eben „bot Kubisch", ein Gebet für da« Seelmheii der Verstorben«, laut gebiet, al« Hm da« Vorstandsmitglied I. P. in dm Bortrag fiel und ihm zurief: „Geh« Sie »on de» Platze fort; wenn st« nicht in Güte gehen, werd« Sie mit Schand und Spott geh«l" Durch dies« Vorgang fühlte er sich arg an seiner Ehre beschädigt und verlangte deßhalb die Abstrafung de« I. P., fich die Regreß-- ansprüch« an dm Bethau-vorstand vorbchattend. Für heut: war die Schlußverhandlung anberaumt; da jedoch keine de» Partei« im Gerichtshause «rschim, «uro« dir isterhauttaug «ftWstellt. («- fr.

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