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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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1128. - 1872. Wochenschrift für die religiösen nnd sortale» Juteresien des JndenthumS. Erscheint jede» jRtttwoch. Prri« vierteljährlich 20 etn«rgrof4ai. |fa Mt dreispaltige Petitzeil« ober deren Raum l'/i ««*• Berantwaetlichrr Rabbiner Dr. X Magdeburg, 10, Inhal«. Lettend« Artikel» Die In Berlin abgehaltene Sonst » Berichte nnd etorresPondenzenr Deutschland: Stettin. HannZO Dardanellm. — vermischte nnd «rnrfte Nachrichten r Stettin. vUii» Rom. Rom. Nizza. Zassa. Persien. — -entllrtonr In einem Po antra« fflr Israeli'«». — Inserat«. — Briefkasten. nnd Herantgther feil in Stettin. Juli 1872. Zn beziehen durch all« Buchhandlungen Pud Postanstalt«». Inseraten«Annah»« U> Ul Hof« Buchdruckers von Carl Friese in Ma-d«bur>. ' nj in Betreff sstdischer Schullehrer-Seminarien. (Schluß.) — tkolberg. Detmold. Oesterreich' Ungarn. Zflrfct: von den vretlau. «tona. StMtgart. Prag. Prag. Pari«. London, «gen. Erzählungen »on M. tz^oldschmidt (Fortsetzung.) Heirath»- .! Die i> Serlin abgehalteue Loufereu; in Betreff jüdischer Schullrtzrer-Semiuarieu. (Schluß.) Zu einer Bemerkung gegen die Darstellung best RectorS Horwitz ergriff demnächst Geh. R. Stiehl dast Wort. Die - '.rmerkungen über Entziehung de« Rechte« zur Prüfung feien rielfach mangelhaft. Man habe geglaubt, Achtung (l) vor de, jüdischen Religion zu zeigen, indem man in deren Anterna nicht eingrrife. E« fei wirklich nicht zulässig, daß ein chris lschet, ptsttlflkscher 'SchtkkiAkh tkfl gion unterzeichne. Man habe auch den Lehrern de« Berliner Seminar« nicht die Fide«, sondern nur die stäe, pudUca ab» gesprochen, wie das bei allen nicht staatlich anerkannten Anstalten, Privatseminarien und dergl. der Fall sei. Sch. R. Spieker (Hannover) bemerk,, er sei durch einen Nachbar darüber inierpeüirt worden, wie es sich mir dem Erlassen der mündlichen Prüfung, von der L. R. Meyer gesprochen habe, verhalte. Er habe dies allerdings nur ausnahmsweise bei der letzten Prüfung' im fraglichen Seminar gethan und zwar besonders deshalb, weil die schriftlichen Arbeiten der betreffenden vier Seminaristen so vorzüglich gewesen seien» wie sie ihm in seiner Praxi« noch nicht vorgekommen. llebrigens müffe er alles, was Dr. M. gesagt habe, auS seiner amtlichen Eognition, als Vorsitzender der hannoverischen Seminar-Kommission, lediglich bestätigen. Mißstände seien durch diese seine Stellung nicht hervorgerufen. Ein Mitglied für Pommern (v. Kleist-Retzow): Dem Redner aus Hannover müsse er für seine ruhige, klare und sachgemäße Darstellung danken. Dem Redner aus Berlin müsse er aber doch zu..bedenken geben, daß der preußische Staat ein christlicher sei. Der Einfluß der Zuden und die Fülle von Geist, welche, nach der Meinung dieses Herrn, in ihnen liege, werde überschätzt. Er selbst habe seine» Sohn absichtlich nicht in ein rein christliches Gymnasium geschickt, sondern in ein solches, in dem er mit Zuden und Zudengenoffen habe umgehen full»». Da habe ihm denn der Director gesagt, daß einzelne Zuden wohl Vorzügliches leisteten, die große Mehrzahl derselben sei aber für das Gymnasium störend. Daß die Zuden Pioniere des Germanenthums seien, müffe er entschieden bereiten. Dieses habe doch andere Vorkämpfer und sei mit de» hristenthume innig verwachsen. Verirrungen, wie die (von orwitz) erwähnten, daß christliche Ellern ihre Kinder in ische Schulen schickten, seien vereinzelt nnd bedauerlich. Staat könne der Bildung, jüdischer Lehrer staatliche Rechte t gewähren. Ein Mitglied aus Westphalen berichtete au« eigner ltniß eingehend über das jüd. Seminar in Münster. Er t« mit großer Anerkennung sowohl de« sel. Haindorf, der Gemeinden. Die Prüfungen haben vor der Rin. Prüfungskommission in Soest stattgefunde»; um die Religionsfächer habe man sich dabei nicht gekümmert. Früher hätten die Prüfungen gute Resultate ergeben; in den letzten zehn Zähren sei r» schlechter geworden.*) Der Hauptgrund liege wohl darin, weil die Gemeinden sich gegen definitive Anstellung der Lehrer wehrten, wodurch die befferen Kräfte zurückg-schreckt würden, und Aspiranten nur aus den niedrigsten Volksschichten kämen. Zur Hebung des jüd. Lehrerstande« müßten di« Gemeinden vor Allem zur definitiven Anstellung der Lehrer gezwungen werden. Ein Mitglied auS Nassau beklagte, daß der eine Zeit lang bestandenen jüd. Lehrerbildungsanstalt in EmS die zur naffauischen Zeit bezogene StaatSsubvrntion von 800 fl. entzöge» worden sei. Ueber das Bedürfniß nach jüdischen Lehrern berichtete daun noch Stiehl nach statistischen Aufnahmen von 1868, daß ca. 300 öffentliche jüdische Schüler damal« in Prrußm vorhanden gewesen seien. DaS würde einen jährlichen Bedarf von etwa 12 Lehrern geben. Werde aber auf da« anderweitige Bedürfniß Rücksicht genommen, so würden wohl 30 jährlich erforderlich sein, waS bei einem 3—t jährigen Kursus eine Zahl von etwa 120 Zöglingen ergeben, zu deren Ausbildung zwei vollständige Seminarien erforderlich seien. Ein der liberalen Richtung angehöriges Mitglied (Richter) bedauerte, daß eine particularistische Stimmung sich geltend •) versteht sich, daß wir hier nur zu reseriren haben. Sine Verantwortlichkeit haben wir sowenig für dies« Ntußerung, wie etwa für die de« Herrn ». tkleift-Rrtzow.

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